Axel Springer Accelerator

Acht auf einen Streich

Die Zeit des Wartens hat ein Ende: Nun stehen die Teilnehmer der ersten Förderrunde von Axel Springer Plug and Play fest: Acht Startups aus den unterschiedlichen Bereichen und mit verschiedenen – teils innovativen, teils altbewährten Geschäftsmodellen – ziehen für die nächsten drei Monate in die Markgrafenstraße 12-14  ein.

Die Gründerteams dürfen sich über Förderung in Höhe von 25.000 Euro und die Mentorenschaft namhafter (Serial-)Entrepreneure freuen: Philippa Pauen von Wummekiste (www.wummelkiste.de), Christian Rebernik von Zanox (www.zanox.com), Ramzu Rizk von EyeEm (www.eyeem.com) oder Philipp Möhring von Seedcamp (seedcamp.com) sind einige der ausgewählten Entrepreneure, die den jungen Gründern für drei Monate mit Rat und Tat zur Seite stehen werden. Wie bei Accelerator-Programmen üblich, werden die Startups fünf Prozent ihrer Anteile an Axel Springer Plug and Play abgeben.

Anzeige
Jürgen Hopfgartner, CEO von Axel Springer Digital Ventures (www.axelspringer.de), gibt Einblick in die Verfahrensweisen des Accelerators: „Wir investieren grundsätzlich nicht trendbasiert, worauf wir achten sind die Teams und die Idee, die uns überzeugen müssen. Und die Geschäftsmodelle sollten mediennah sein. Wir sehen die vielen Acceleratorprogramme nicht als Konkurrenzsituation, sondern als sehr positive Entwicklung für den Wirtschafts- und Startup-Standort Deutschland. Es ist sicherlich so, dass die Seedfinanzierungssituation in Deutschland sehr gut ausgebaut wurde.“

Aber auch Hopfgartner sieht noch Verbesserungspotenzial im Bereich Late-Stage-Investments: „Wo wir in Deutschland sicherlich noch eine Lücke haben, ist die Lücke zwischen Seedfinanzierung und Exitphase. In der Tat ist es wünschenswert, wenn in den Zwischenphasen in Zukunft mehr Kapital nach Deutschland kommen würde. Man sieht, dass internationale VCs hier Büros öffnen, aber das alles steht und fällt mit der Qualität, die wir in der Seedphase hervorbringen. Wir müssen definitiv mehr als Mittelmaß hervorbringen, dann ist es nur eine Frage der Zeit, bis das Geld folgen wird.“

Von A wie Asuum bis Z wie Zenguard

Gründerszene stellt die Startups bei Plug and Play vor:

Asuum

Asuum (www.asuum.com) will eine Plattform zum gezielten Aussuchen von Produkten anbieten. Am Anfang für Design-Produkte, später als eine Art Google für Produkte. Funktionieren soll dies komplett ohne Anmeldung.

Anzeige
Bizarr in diesem Zusammenhang sind die Vorwürfe des Ideenklaus gegenüber dem reichweitenstarken Blog Sturbock (www.sturbock.de). Angeblich haben die Asuum-Gründer vor einigen Monaten in regem Austausch mit dem Sturbock-Gründer gestanden, um eine Kooperation mit ihm einzugehen. Statt der Kooperation steht nun der Vorwurf im Raum, Sturbock habe nach mehrmaliger Erkundigung nach dem Geschäftsmodell von Asuum sowohl das Design – also Symbole, Aufbau und Funktionsweise – , wie auch besagtes Geschäftsmodell eins zu eins übernommen. Sturbock weist die Vorwürfe zurück. Man habe lediglich die Reichweite durch die Plattform Facebook nun um eine Website erweitert. Außerdem sei ein Web-Stream an Bildern mit Links zu Partnershops nichts neues, das es nicht schon vor Asuum und Sturbock gegeben hätte.

Eflear

Eflear (www.eflear.com) kommt als Online-Marktplatz für Antik- und Vintage-Möbel daher und könnte vom aktuellen Vintage-Hype, der bereits im Bereich Fashion ausgebrochen ist, profitieren.

Mpax

Mpax (www.mympax.com) positioniert sich als Bezahl-App, über die Händler zusätzlich Rabatte geben können und somit eine stärkere Kundenbindung erzielen.

NextSocial

NextSocial (www.nextsocial.de) bietet eine SaaS-Lösung, mit der Labels und Brands via Facebook durch einfache Handhabung ihren Fans besondere Angebote unterbreiten können.

Papayer

Papayer (www.papayer.com) visiert mit seiner Online-Payment-Lösung für Teenager die Zielgruppe Eltern und Heranwachsende an. Obwohl immer mehr Minderjährige im Internet auch Bezahlfunktionen nutzen, sind Paymentangebote speziell für diese Zielgruppe nicht wirklich ausgeprägt. „Teenager haben im Internet derzeit nur sehr eingeschränkte Payment-Möglichkeiten und Eltern sollten ihre Kinder vorbereiten, mit elektronischen Zahlungsmöglichkeiten umzugehen. Genau dort setzen wir an mit einer Master- beziehungsweise Visa-Card, die Eltern online oder per Smartphone-App in Echtzeit steuern können –  Das ist Pocket Money 2.0.“, lässt sich Gründer Valentin Stalf zitieren.

Solid Sound Labs

Solid Sound Labs wartet mit einer appbasierten Optimierung der Klangqualität für alle gängigen Kopfhörer auf. Der Frequenz-Ausgleich via Handy-App soll besonders bei leiser Musik sehr effektiv sein, da der normale musikhörende Mensch tendenziell über Kopfhörer zu laut Musik hört. Zu diesem Ergebnis kamen die Startup-Gründer gemeinsam mit dem Bundesverband der Hörindustrie.

TickTickTickets

Tick Tick Tickets (www.ticktickticktets.com) begibt sich als Mobile-App für Event-Highlights und Last-Minute-Tickets auf einen heiß umkämpften Markt. Um mit Konkurrenten wie Tabticket Broker (www.tab-ticketbroker.de) mitzuhalten, die neuerlich bereits eine weitere Finanzierungsrunde mit unter anderem WestTech Ventures (www.westtechventures.com) abschließen konnten, will das Team von Bernard Berus mit einem nach eigenen Aussagen in seiner Art einzigartigen Ticketing-System aufwarten, das bereits beim Patentamt angemeldet wird. Momentan konzentriert sich TickTickTickets speziell auf eine Ausbreitung im städtischen Bereich, vornehmlich Berlin, europaweite Roll-Outs sollen dann im kommenden Jahr folgen. Gerade die Vorteile des printbasierten Marketings, die mit der Förderung durch Axel Springer einhergehen, waren für das Gründerteam ausschlaggebend, um sich bei Plug and Play zu bewerben.

ZenGuard

Bei ZenGuard (www.zenguard.org) werden Ein-Klick-Lösungen angeboten, die durch Browserplugins ein sicheres und verschlüsseltes Surfen im Netz gewährleisten sollen.

Die Startups im Video

Zum Start des Plug-and-Play-Accelerators wurde auch folgendes Video über die acht ausgewählten Startups in der Markgrafenstraße aufgenommen:

Bild: Axel Springer Plug and Play