B2B-PR Tipps 2015

Ein Beitrag von Frank Plümer, Kommunikationsexperte und Inhaber der Agentur Plümer)Communications.

Herausforderungen für B2B-PR-Manager im neuen Jahr

Für Unternehmen in der digitalen Wirtschaft ist PR ein effizientes Marketing-Tool, um zielgenau Aufmerksamkeit innerhalb relevanter Zielgruppen zu schaffen. Insbesondere für Startups eignet sich das Investment in eine zukunftsorientierte B2B-Kommunikation. Denn nichts eignet sich besser zur Erschließung neuer Kundengruppen, Kooperationspartner und Finanzierungsmöglichkeiten, als eine gut erzählte Erfolgsgeschichte. Doch nur wer sich bestmöglich auf die aktuellen Herausforderungen des neuen Jahres einstellt, kann die Potenziale der Unternehmenskommunikation für sich nutzen. Für das Jahr 2015 sollten die B2B-PR-Manager von Startups besonders auf die folgenden Punkte achten:

1. Zeitmangel mit Relevanz begegnen

Es gibt Dinge, die haben alle B2B-Zielgruppen gemeinsam: ständiger Zeitmangel und eine äußerst selektive Mediennutzung. Da hilft nur, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren und den Fokus auf Inhalte zu legen, die einen echten Mehrwert bieten – sonst landen sie kurzerhand im Papierkorb oder Spamordner. Ebenfalls beachtet werden sollte, dass Investitionen in relevanten Content einen nachweisbaren ROI haben müssen – am besten in Form messbarer Vertriebsimpulse.

2. Auf Veränderungen der Fachmedienlandschaft reagieren

Die Fachmedien, eine der Säulen der B2B-Kommunikation, sind weiter im Umbruch. Die Folgen reichen von ausgedünnten Redaktionen und wegbrechenden Print-Abspielflächen bis hin zu neukonzipierten Fachmedien, die nur noch im Internet aufgestellt sind. Das wirkt sich auch auf PR-Texte aus. Die neuen Schlagwörter heißen hier: kurz, prägnant, individuell und exklusiv.

3. Eigene Kanäle für die B2B-Kommunikation schaffen

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Viele Unternehmen haben bereits den Vorteil eigener redaktioneller Kanäle erkannt. Sie schaffen sich so zusätzliche Zugänge zu ihren Geschäftspartnern in Form von eigens dafür produziertem, hochwertigem Content – übersetzt etwa in eigene Themenplattformen, Videokanäle, Newsletter oder Blogs. Das schafft Bindung, Identifikation und Differenzierung. Hier liegen Potenziale, die es zu nutzen gilt, um den Kunden mit klugen Inhalten auf seinem Entscheidungsweg bis zur Auftragsvergabe zu begleiten.

4. Expertenwissen zugänglich machen

In jedem Unternehmen schlummert ungeahnte Expertise. Die Aufgabe liegt darin, die hauseigenen Experten für die Kommunikation zu öffnen und deren Know-how für das Content Marketing aufzubereiten. Ob Fachbeiträge, Whitepaper-Kampagnen, Speaker Slots auf Kongressen oder die eigene Website – für gut aufbereitetes Expertenwissen findet sich immer eine Abspielfläche.

5. Inhalte unkompliziert verpacken

Leider kommt Expertenwissen immer noch zu häufig in ellenlangen Sätzen im besten Fachchinesisch daher. Damit lässt sich vielleicht die Wissenschaft beeindrucken, aber die Vertreter eurer Zielgruppe, etwa die Investitionsentscheider, werden spätestens nach dem zweiten Satz abspringen. Ein unkomplizierter Schreibstil ohne Marketingphrasen sollte daher die Basis jedes Fachbeitrags sein.

6. Schneisen durch den Datendschungel

Digitale Unternehmen genießen den Vorteil, dass ihnen heute weit mehr Daten denn je zur Verfügung stehen. Die Herausforderung liegt darin, jene Informationen mit Potenzial für die Pressearbeit herauszufiltern. Gold wert sind dafür Mitarbeiter mit viel Gespür für die Geschichten hinter den Zahlen.

7. Content nicht ohne Technologie

Wer konsequent ins Content Marketing einsteigt, merkt schnell, dass die nationale und erst Recht die internationale Steuerung von Themenkampagnen über die unterschiedlichsten Kanäle hinweg zu einer unhandlichen Angelegenheit werden kann. 2015 ist der Zeitpunkt gekommen, sich mit Software- und Cloud-basierten Content- und Marketing-Tools zu befassen. Sonst ist die Kontrolle über die eigene Kampagne innerhalb kürzester Zeit verloren!

8. Silos einreißen

Der Klassiker unter den internen Kommunikationsproblemen, besonders bei großen Unternehmen: das Silodenken. Ein Thema, das auch bei Startups durch das Nebeneinander unterschiedlicher digitaler Disziplinen an Bedeutung gewinnt. Arbeiten einzelne Abteilungen mehr gegen- als miteinander? Dann sollte der abteilungsübergreifende Austausch und somit das Bauen von Brücken zu einer wichtigen Aufgabe erklärt werden. Notfalls mit externer Hilfe.

9. Design nicht vernachlässigen

Die Websites etlicher B2B-Unternehmen beweisen es: Zu viele Player sind in Sachen Design schwach aufgestellt. Doch wer mit Qualität und innovativen Produkten den Markt erobern möchte, muss dies auch visuell kommunizieren. Auf einem globalen Markt mit vielen Wettbewerbern ist das Erscheinungsbild ein wichtiges Differenzierungsmerkmal. Dass es aber mit einem neuen Logo allein nicht getan ist, sondern das Design Teil einer ganzheitlichen Kommunikationsstrategie sein muss, sollte klar sein.

Bild: © panthermedia.net / Andriy Popov