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Banking von unterwegs ist praktisch, doch nur wenige Apps sind gut

Fünf Millionen Deutsche nutzen mobiles Banking – Tendenz steigend. Die Apps dafür schneiden allerdings noch schlecht ab: nur sieben von 38 werden mit „gut“ bewertet, wie ein Test in der Juni-Ausgabe des Magazins Finanztest der Stiftung Warentest ergibt. Dabei kommen iOS-Applikationen im Schnitt besser weg als Android-Apps. Insgesamt liegt die Sparkasse mit ihren Angeboten vorn: Bei Android wird sie am besten, bei iOS am zweitbesten bewertet. Dort schaffte es Outbank DE auf die Eins.

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Die Prüfer haben getestet, welche Funktionen die Apps beinhalten und ihre Nutzerfreundlichkeit, Passwort- und Datenschutz-Bestimmungen analysiert.

Festgestellt haben sie, dass Apps oft lediglich die Online-Banking-Maske der Banken aus dem Browser abbilden, angepasst für einen kleineren Bildschirm. Gleichzeitig fehlen in zahlreichen Anwendungen wichtige Funktionen wie Daueraufträge einrichten, Überweisungsvorlagen speichern oder Wunschtermine für eine Überweisung festlegen.

Bei der Sicherheit gibt es im Vergleich zum Online-Banking geringere Bedenken: Laut Finanztest ist Mobile-Banking mindestens genauso sicher. Die Apps seien technisch verschieden, relativ gering verbreitet und deshalb für Kriminelle ein wenig lukratives Angriffsziel, heißt es. Das aber könne sich schnell ändern. Und: App ist nicht gleich App. Die Tester fanden bei einigen Mängel in puncto Datenschutz.

Es wurde zudem überprüft, ob die Datenschutzerklärungen verständlich aufzeigen, was mit Nutzerdaten geschieht – also ob sie gesammelt, gespeichert oder weitergegeben werden. „Negativ wird bewertet, wenn die Erlaubnis dazu nicht explizit eingefordert wird, wie bei 123Banking: Hier werden Daten „möglicherweise“ weitergegeben“, schreiben die Tester.

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Bei zahlreichen Apps können Nutzer beim Log-In neben der Online-Banking-Pin ein zusätzliches Passwort einrichten. Allerdings kann bei diesen Apps häufig die Pin gespeichert werden, um sie nicht wieder eingeben zu müssen. Das aber widerspricht laut Finanztest den Nutzungsbedingungen des Online-Bankings vieler Institute. „Nutzer riskieren, für Schäden selbst zu haften“, heißt es. „Oft gibt es einen Warnhinweis, nicht aber bei Banking 4, bei 123Banking und Centralway Numbrs.“

Die Schweizer App Centralways Numbrs fällt als einzige bei dem Test durch und erhält die Note mangelhaft. Der Grund: Die App, die mobiles Banking für verschiedene Banken ermöglicht, überträgt Zugangsdaten und Tans an den Hersteller, der diese Informationen speichern könnte. Die Befürchtung: Centralway könne so des gesamten Zahlungsverkehr der Nutzer durchleuchten.