Baqend

Die Gewinner von Baqend: Malte Lauenroth, Florian Bücklers, Erik Witt, Hannes Kuhlmann und Felix Gessert (von links).

Man kennt das Problem: Man klickt eine Webseite an und sie lädt und lädt und lädt. Oder man will eine App nutzen und die Ladezeit ist so lang, dass man es schon fast wieder bereut, die App überhaupt geöffnet zu haben. Das Team des Startups Baqend hat nun eine Software entwickelt, mit der man Webseiten und Apps bauen kann, die sofort erscheinen – ohne nervige Wartezeiten. Mit dem Konzept konnten sie nun die Jury beim diesjährigen Startups@Reeperbahn-Pitch überzeugen, der von Hamburg Startups organisiert wird. Eine Jury, zu der unter anderem Marcell Jansen, Ralf Dümmel und Lars Hinrichs gehörten, stimmte für Baqend. Das Unternehmen erhielt den mit 100.000 Euro dotierten Welt Mediapreis.

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„Es war der beste Pitch, den wir bisher gemacht haben“, freut sich Mitgründer Felix Gessert gegenüber Gründerszene. Auf die Technik seien sie dabei gar nicht so sehr eingegangen. Sie hätten vielmehr betont, was schnellere Ladezeiten für die Nutzer bringen sollen.

Die Gründer beriefen sich dabei auch auf eine Studie von Amazon: Der Online-Händler verbuche demnach einen Umsatzrückgang von einem Prozent, sobald die Seite 100 Millisekunden langsamer lade. Durch die Nutzung der Cache-Methode soll der Seitenaufbau deutlich beschleunigt werden. Baqend wirbt damit, die Ladezeiten um das 2,5 bis 8-fache zu senken.

Dafür arbeitet das Unternehmen mit der sogenannten Cache-Sketch-Methode. Der Cache dient als eine Art Zwischenspeicher. Seitenelemente oder auch Bilder, die nicht mit jeder Verlinkung neu aufgebaut werden müssen, werden beispielsweise im Cache gespeichert. Dadurch lädt die Seite insgesamt schneller. Letztlich leitet das Startup die App oder die Seite durch den eigenen Cloud-Service.

Dies ist nicht die erste Auszeichnung für das im Jahr 2014 gegründete Unternehmen. Baqend erhielt bereits den vom South by Southwest Festival gesponserten Publikumspreis.

Das Startup wurde im Jahr 2014 von vier ehemaligen Informatik-Studenten der Universität Hamburg gegründet – von Malte Lauenroth, Florian Bücklers, Felix Gessert und Hannes Kuhlmann. Heute arbeiten insgesamt acht Personen für die Firma. „Im Laufe des nächsten Jahres wollen wir 15 bis 18 Mitarbeiter haben“, sagt Gessert.

Außerdem soll das Produkt weiterentwickelt werden. „Bisher richtet es sich an Unternehmen, die Entwicklerteams beschäftigen“, erzählt der Gründer. Aber bald schon solle die Plattform für jeden verfügbar sein, der eine Webseite oder App bauen wolle, selbst für Programmier-Laien – man könnte die Technik dafür beispielsweise in Systeme wie WordPress einbauen, so der Gründer.

Startups auf der Reeperbahn 2016

Bild: Baqend