Unter den deutschen Fintechs ist SumUp eines der wenigen, das profitabel wirtschaftet. Seit Juli vergangenen Jahres kann sich das 2011 gegründete Bezahl-Startup nach eigenen Aussagen selbst tragen. „Alle Einnahmen werden direkt reinvestiert“, erklärt Gründer Marc-Alexander Christ gegenüber Gründerszene. Mit dem Geld expandieren die Berliner nun in 15 weitere Länder und verdoppeln damit ihr Geschäftsgebiet. Unter anderem steht der Service nun auch in zwei weiteren skandinavischen Ländern bereit, Finnland und Norwegen. Dort ist der schwedische Wettbewerber iZettle bereits eine Hausnummer.

„Der Markt ist riesengroß, wir sehen da noch viel Potenzial“, kommentiert Christ auf Nachfrage. Das Unternehmen arbeite bereits mit Partnern zusammen, die auch in den neuen Ländern vertreten sind. Ein Beispiel sei der Kassensystem-Anbieter Gastrofix, mit dem SumUp in Deutschland kooperiert und der auch in Norwegen vertreten ist. Rund 1.000 Partner haben Berlinern nach eigenen Angaben insgesamt, darunter Unicredit, UBS, Tupperware und Mytaxi. Wie viele davon in den neuen Länder aktiv sind, verrät das Startup nicht.

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Geschäfte macht SumUp außerdem beispielsweise mit Einzelhändlern, die für ihren Shop ein Kartenlesegerät brauchen. Verdient wird über den Verkauf des mobilen Kartenlesers sowie über Kommissionen pro Transaktion. Seit 2016 erziele das Startup nach eigenen Angaben einen Jahresumsatz in Höhe von 100 Millionen US-Dollar, so Christ. 100.000 Kartenzahlungen würden täglich ausgeführt.

An einer weiteren Finanzierungsrunde ist Christ nach eigener Aussage derzeit nicht interessiert. Im April fusionierte SumUp mit dem Wettbewerber Payleven. Hier gab es das letzte Mal Fremdkapital. Die Höhe der Summe möchte das Unternehmen nicht kommunizieren. iZettle sammelte im Januar dieses Jahres 45 Millionen Dollar ein und kommt damit auf ein Investmentvolumen von rund 190 Millionen. Mit Mastercard und American Express haben die Schweden gewichtige Kapitalgeber an ihrer Seite.

Seit 2015 plant SumUp schon, in den USA Fuß zu fassen. Wie das Geschäft der Berliner dort läuft, möchte Christ nicht genauer schildern. Nur so viel: „Wir haben ein Büro in Boulder, Colorado.“ Außerdem sei dort ein neuer Managing Director an Bord geholt worden. Aus der Beta-Phase sei SumUp in den Staaten mittlerweile heraus, heißt es. Wie viele Partner sie bereits gefunden haben und wie es mit den Umsätzen aussieht, bleibt ein Geheimnis.

Bild: SumUp