Founders-Movinga-Truck

Die Movinga-Gründer Bastian Knutzen (links) und Chris Maslowski

Es war die Nachricht, mit der die Krise bei dem Umzugsstartup begann: Die Berliner Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Movinga. Wie Ende Mai bekannt wurde, hatte die Behörde die beiden Movinga-Gründer Bastian Knutzen und Chris Maslowski wegen des Verdachts auf Urkundenfälschung im Visier.

Die Ermittlungen sollen ein Grund dafür gewesen sein, dass Knutzen und Maslowski ihren Platz als Geschäftsführer geräumt haben und das Unternehmen dann im Juni überraschend verließen. Mit ihnen mussten etwa 200 Mitarbeiter gehen, das Unternehmen stampfte drei Märkte ein – und befindet sich seitdem im Umbruch. Eine neue Finanzierung von etwa fünf Millionen Euro ist gesichert, im Management haben die beiden neuen Geschäftsführer Finn Hänsel und Christoph Müller-Guntrum als CFO Jochen Cassel von Zalando geholt.

Anzeige
Vor diesem Hintergrund erscheint die aktuelle Nachricht eher wie eine Randnotiz: Die Berliner Staatsanwaltschaft stellt das Verfahren gegen die beiden Movinga-Gründer ein. „Den Beschuldigten war keine Straftat nachzuweisen“, sagte ein Sprecher gegenüber Gründerszene. Damit sei das „Ermittlungsverfahren“ beendet. Vom Startup heißt es, man habe mit dieser Entscheidung gerechnet. Knutzen betont auf Nachfrage noch einmal, ihr Abtreten habe in keinem Zusammenhang mit den Ermittlungen gestanden, es sei ihre freie Entscheidung gewesen.

Die beiden WHUler sind also unschuldig. Abgesehen von den Ermittlungen gab es für ihren Abgang allerdings weitere Gründe: So soll das Unternehmen Monat für Monat etwa fünf Millionen Euro verbrannt haben. Außerdem steht im Raum, dass das Umzugsstartup bei etwa acht Millionen Euro Einnahmen nicht weiß, ob die Kunden gezahlt haben.

Einige Hintergründe zu den Umbrüchen bei Movinga sind derweil noch unklar: zum Beispiel, was genau zu dem Zerwürfnis zwischen Gründern und Investoren geführt hat. Knutzen und Maslowski hatten das Startup Anfang 2015 gegründet, anfänglich als studentische Umzugshilfe. Später entwickelten sie ein Portal, um Überkapazitäten von Umzugsunternehmen zu nutzen und diese besser auszulasten.

Bild: Movinga; Das Statement von Bastian Knutzen wurde ergänzt.