Das Volksbank-Team Marco Bruns, Timo Fleig, Stefan Wernicke und Andreas Laule (von links)

Ein neuer Player streckt seine Fühler in Richtung Startup-Szene aus: Die Berliner Volksbank startet eine eigene Venture-Capital-Gesellschaft. Insgesamt 20 Millionen Euro will die Bank in junge Unternehmen stecken, wie Gründerszene exklusiv erfuhr. Pro Startup hält die Bank zwischen 250.000 und einer Million Euro bereit. Auf bis zu vier Millionen könnte die Genossenschaftsbank ihr Investment aufstocken, heißt es.

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Einen speziellen Fokus haben sich die Volksbanker bei ihren Investments bislang nicht vorgenommen. Nur: „Wir wollen in Startups mit Digitalisierungsthemen investieren“, so Andreas Laule gegenüber Gründerszene. Dazu zählen für den Geschäftsführer des Wagniskapital-Arms auch Fintechs. Die Unternehmen müssten allerdings erste Umsätze erwirtschaften, bevor die Volksbank einsteige, sagt Laule. Für die Startups könnte die Bank auf ein großes regionales Netzwerk im Mittelstand zurückgreifen – potentielle Kunden, denn viele mittelständische Firmen haben stark mit der Digitalisierung zu kämpfen.

Für ihren VC hat sich die Bank Unterstützung an Bord geholt. „Redstone Digital screent den Markt und übernimmt die Analyse“, erklärt Laule. Der Berliner Wagniskapitalgeber sei allerdings nicht an den Deals beteiligt. „Auf Direktbeteiligungen bezogen sind auch Banker zunächst dumm und müssen lernen, wie die Szene funktioniert“, sagt Laule. Zu Anfang habe die Bank die Rendite-Erwartungen runtergeschraubt: Sie würden deutlich unter denen klassischer VCs liegen. Abgesehen von dem Gewinn setze die Bank darauf, die Startups zu einem späteren Zeitpunkt als Kreditkunden zu gewinnen.

Die Berliner Volksbank hat sich schon einmal in das Startup-Terrain gewagt – und war 2013 bei Bergfürst eingestiegen. Die Crowdinvesting-Plattform hatte innerhalb von kurzer Zeit mehrmals ihre Strategie gewechselt. „Uns ist bewusst, dass die Performance von Bergfürst in der Öffentlichkeit kritisch beobachtet wird“, so Laule. Dass die Plattform auf Nachrangdarlehen umstellt habe, sei ein richtiger Schritt.

Bild: Berliner Volksbank