firma.de warnt vor Betrug bei Handelsregistereinträgen | firma.de

Seit 2009 werden Änderungen im Handelsregister auch im Internet veröffentlicht. Seitdem flattern Unternehmern gefälschte Handelsregisterrechnungen ins Haus. Auf dem täuschend echt wirkenden Schreiben, werden die Unternehmensgründer aufgefordert, eine horrende Summe an eine Briefkastenfirma zu überweisen. Viele Firmen fallen auf den Betrug herein und begleichen die Rechnung. Um ihre Kunden zu schützen und beim Firmenwachstum zu unterstützen, hat firma.de bereits im Oktober 2013 den Aufruf gestartet, Betrugsschreiben direkt an firma.de zu schicken. Das Ergebnis war eine überwältigende Anzahl an Zusendungen. Spätestens dann war klar: Es kann jeden treffen.

Woran erkenne ich die Betrugsschreiben?

Der Betrug funktioniert immer nach demselben Prinzip: Ein Unternehmensgründer trägt seine Firma ins Handelsregister ein. Einige Tage später erhält er einen Brief. Dieser soll den Eindruck erwecken, er sei vom Amt ausgestellt worden. Der Gründer soll nun für die Eintragung ins Handelsregister einen Betrag zwischen 300 und 1200 Euro bezahlen. Die Zahlungsfrist beträgt eine Woche. Hier handelt es sich um Betrug. Dabei ist der gefälschte Brief kaum von einem amtlichen Schreiben zu unterscheiden: Das Betrugsschreiben verfügt über das Aktenzeichen, das Landeswappen, behördliche Kassenzeichen, Belegnummern und einen irreführenden Firmennamen. In der Betreffzeile finden sich Beschreibungen, die auf eine Veröffentlichung oder Veränderung im Industrie- oder Handelsregister verweisen. Besonders arglistig ist das Layout des Textes: Es ist auf behördentypischem Papier in amtstypischer Schriftart gedruckt. Häufig kommt das Betrugsschreiben sogar vor der offiziellen Rechnung vom Amtsgericht. Dieses Timing verfolgt das Ziel, dass Unternehmer den Betrag überweisen, da sie eine offizielle Rechnung erwarten und deshalb ohne weitere Prüfung den Betrag überweisen.

Wenn Sie ein Betrugsschreiben erhalten haben, hilft Ihnen unser Service-Team gerne weiter. Sie erreichen unsere Gründungsexperten im firma.de-Chat, per E-Mail unter service@firma.de oder unter der Rufnummer 0611/ 17 207 0.

Der perfideste Teil der Betrugsmasche ist eine Zahlungsaufforderung innerhalb von 7 Tagen, an die eine Abofalle geknüpft ist. Wird diese Abofalle nicht innerhalb eines bestimmten Zeitraums gekündigt, verlängert sich das Abo um ein weiteres Jahr. Für diese Dienstleistung verlangen Anbieter wie Druck & Verlag Dimitrov zwischen 300 und 1200 EUR. Am Ende steht ein Eintrag in eine Onlinedatenbank, die faktisch keinen Nutzen hat. Erst das Kleingedruckte weist darauf hin, dass es sich bei der Eintragung um ein Unternehmensregister bzw. kostenpflichtiges Branchenbuch handelt und nicht um das offizielle Handelsregister.

Wer ist von diesem Betrug betroffen?

Betroffen sind alle Branchen und jeder, der eine Änderung im Handelsregister hat vornehmen lassen. Selbst Schulen werden angeschrieben. In der Nähe von Mainz sind drei Schulen auf die skrupellose Masche hereingefallen und überwiesen den Betrag. Die Folge war ein jahrelanger Rechtsstreit.

Auffallend ist dabei auch der Umfang des Schadens: Über 100.000 Menschen sind den Schwindlern auf den Leim gegangen. Die Höhe des Schadens wird im zweistelligen Millionenbereich geschätzt.

Wie muss ich mich verhalten, wenn ich ein solches Schreiben erhalte?

Als erstes ist es ratsam, direkt beim örtlichen Amtsgericht anzurufen. Das Amtsgericht kann selbstverständlich Auskunft darüber geben, ob eine Rechnung wirklich echt ist oder ob es sich um einen Betrug handelt. Stammt sie von Betrügern, können sie sie wegwerfen. Falls Sie allerdings unsicher sind, können Sie auch bei firma.de anrufen. Wir helfen Ihnen gerne weiter.

Wer steckt hinter dem Schreiben?

Hinter dem Schreiben steckt meistens die Briefkastenfirma Druck & Verlag Dimitrov. Diese tritt seit Sommer auch unter dem Namen Panayot Dimitrov auf. Sie verschickt offensichtlich wahllos Briefe aus einer eigenen Druckerei an Unternehmen, die sich im Handelsregister registrieren ließen und war schon in den Branchenbuchschwindel verwickelt. Selbst während Klagen gegen „Gewerbe-Auskunfts-Zentrale.de“ liefen, verschickte die Briefkastenfirma weiter Betrugsrechnungen.

Was soll ich tun, wenn ich bereits überwiesen habe?

Obwohl der Bundesgerichtshof die gefälschten Rechnungen als Betrug und arglistige Täuschung identifiziert hat, ist es schwer für die Betroffenen, dagegen vorzugehen. Denn die Betrüger verstecken sich hinter einem Geflecht aus Schein- und Briefkastenfirmen. Prinzipiell kann auch noch nach einer Überweisung der Vertrag angefochten werden. In diesem Fall ist es zu empfehlen, sich an einen Anwalt oder den Schutzverband gegen Wirtschaftskriminalität zu wenden. Im schlimmsten Fall ist das Geld jedoch verloren. Wer in der Hoffnung überweist, mit einer Zahlung den Rechtsstreit zu beenden, der wird im Folgejahr eine weitere Rechnung erhalten. Denn der Betrug ist mit einer Abofalle verknüpft. Daher sollte das Abo rechtzeitig schriftlich per Einschreiben gekündigt werden.

Wenn Sie eines dieser Schreiben erhalten, ist es also wichtig, nicht zu überweisen. Rufen Sie das Amtsgericht an und fragen Sie nach, ob die Rechnung tatsächlich echt ist. Falls nicht, melden Sie den Betrug direkt dem Schutzverband gegen Wirtschaftskriminalität oder rufen Sie bei firma.de an unter 0611 17 207 0.

Haben Sie ein solches Schreiben erhalten und eventuell Ihr Geld zurückbekommen? Teilen Sie uns Ihre Erfahrungen auf Facebook mit.