Bei diesen Fehltritten kann der Personaler nur den Kopf schütteln

Ein Beitrag von Britta Kiwit, Mitgründerin von Dein-Lebenslauf.com.

Manch einer lacht jetzt womöglich, verständlich. Aber was sich Personaler tagtäglich für Bewerbungsunterlagen anschauen müssen, geht auf keine Kuhhaut. Der Lebenslauf ist der wichtigste Leitfaden für Arbeitgeber und meist entscheiden Sekunden darüber, ob der Bewerber zum Vorstellungsgespräch eingeladen wird oder nicht. Wenn du die fünf folgenden Punkte erfüllst, hast du garantiert keine Chance.

1. Als Emailadresse „kleinerhase@yahoo.de“ verwenden

Zugegeben, Häschen sind schon niedliche Hüpfer. Aber die Jugendsünden von 1994, als man sich anhand einer „schalke04@gmx.de“-Mailadresse noch als Gelsenkirchen-Fan zu erkennen geben wollte, sollten endgültig vergraben werden. Sie können nämlich ein direktes Ausschlusskriterium im Bewerbungsprozess sein.

Vor allem in der Digitalwirtschaft kann die Mailadresse ein Indiz dafür sein, wie online-affin und am Zahn der Zeit der Bewerber ist. Einen guten und vor allem seriösen Eindruck hinterlässt dieser mit der ganz klassischen Variante: Vor- und Nachname, getrennt durch einen Punkt, also beispielsweise „max.muster@gmail.com“.

2. Schlampereien und „Flühctigkietsfehlerr“ nicht korrigieren

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Etwa die Hälfte aller Bewerbungsunterlagen enthalten Flüchtigkeitsfehler. Warum nur, fragt man sich. Wenn der Bewerber schon so viel Arbeit und Zeit in die Unterlagen investiert, dann sollte einen dieser Finalcheck nicht betriebsblind machen.

Am besten ist es, das finale Dokument einmal auszudrucken, 24 Stunden liegen zu lassen, danach selbst Zeile für Zeile durchzugehen und als allerletztes jemand anders mit der abschließenden Durchsicht zu beauftragen. So ist der Bewerber zumindest in puncto Formalitäten auf der sicheren Seite und dem Vorstellungsgespräch einen Schritt näher.

3. Als Schwäche „Schokolade“ angeben

Sowohl im Vorstellungsgespräch als auch im Anschreiben gibt es diesen einen Part, an dem der Bewerbungskandidat vor allem sich selbst mit all seinen Soft Skills anpreisen soll. Es kann witzig und vor allem aufmerksamkeitserregend sein, hier von seinen persönlichen Gelüsten oder der „Schwäche für Praktikantinnen“ zu schreiben. Allerdings ist das auch ganz schön riskant. Man weiß schließlich nie, wer die Person gegenüber ist und wie oft sie diese zweifelhafte Komik schon ertragen musste.

Der Fokus im Anschreiben sollte eher auf Stärken und positive Eigenschaften wie zum Beispiel „Teamplayer“ gelegt werden. Im Bewerbungsgespräch können dann auch Schwächen thematisiert werden, bestenfalls aber solche, die im Grunde auch als Stärke gewertet werden können, so etwa Überpünktlichkeit.

4. Den falschen Ansprechpartner kontaktieren

„Sehr geehrte Frau Su Bong“ oder doch „Sehr geehrter Herr Bong Su“? Wem oder was schreibt der Bewerber da eigentlich? Und wie fühlt sich wohl ein Personaler, der mit den verrücktesten Kreationen des eigenen Namens konfrontiert wird?

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Am besten legt sich der Kandidat eine Excel-Tabelle an, sobald mehrere Bewerbungen rausgeschickt werden. In dieser kann fein säuberlich festgehalten werden, wer bei welchem Unternehmen der richtige Ansprechpartner ist. Wenn man sich bezüglich des Geschlechts nicht sicher ist, etwa bei ausländischen Namen, hilft es, diese vorher zu googeln, um auf Nummer sicher zu gehen. Und wenn der Bewerber schon dabei ist: Auch der Unternehmensname wird gern falsch geschrieben. Hier orientiert man sich am besten am Impressum der Firmenwebsite.

5. Sich fürs Bewerbungsfoto auf der Couch räkeln

„But first, let me take a selfie…“ Das ist eine super Idee! Auch in Kombination mit einem tadellosen Duckface. Allerdings bitte nicht beim Bewerbungsfoto. Mit ein paar einfach Kniffen ist es auch hier nicht schwer, einen positiven Eindruck zu hinterlassen. Auf Folgendes sollte man achten:

  • einfarbiger Hintergrund
  • gute und ausreichende Belichtung
  • Outfit: am besten in Richtung „business casual“, das heißt: Kein Spaghettiträger-Top, aber auch nicht zwingend spießig zugeknöpft und mit Krawatte
  • Kurz vor dem Schnappschuss die Augen schließen, die Schultern fallen lassen, sich entspannt hinsetzen und kurz vor dem Knipsmoment die Augen öffnen. Dadurch fokussieren die Augen die Linse und der Blick öffnet sich.

Fazit: Die Erstellung der Bewerbungsunterlagen ernst nehmen.

Es erscheint teilweise so banal, aber durch die enorme Konkurrenz, die bei Jobvakanzen besteht, kann der kleinste Fehler dazu führen, auf dem „Nein, danke“-Stapel zu landen. Der Intensiv-Finalcheck ist daher unumgänglich, genauso wie das 4-Augen-Prinzip, bei dem der Bewerber jemand anders noch einmal über die Unterlagen drüberschauen lässt.


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