Billpay Wonga

Wonga übernimmt Berliner Startup Billpay

Der britische Online-Finanzdienstleister Wonga hat die deutsche Bezahlplattform Billpay (www.billpay.de) übernommen. Die Übernahmesumme und weitere Transaktionsdetails sind nicht bekannt. Fest steht jedoch, dass Nelson Holzner, Gründer und Geschäftsführer von Billpay, sowie die „leitenden Angestellten“ auch nach der Übernahme in ihren bisherigen Rollen im Unternehmen tätig bleiben sollen.

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Mit Billpay können Nutzer online über Rechnung oder Ratenkredit einkaufen. Den Dienst gibt es bisher in Deutschland, Österreich, der Schweiz und den Niederlanden. Der 2009 in Berlin gegründete Billmelater-Klon verweist auf rund zwei Millionen Endkunden und über 3.500 Online-Handelspartner, darunter die CBR Gruppe (CECIL and Street One), Runnerspoint, Fahrrad.de, DriveNow und Home24. Zu seinen Gesellschaftern zählt Billpay unter anderem Rocket Internet, Holtzbrinck und die Investment AB Kinnevik.

„Mit dieser Transaktion erhält Wonga nicht nur Zugang zum zweitgrößten Online-Einzelhandelsmarkt Europas, sondern wir machen auch einen weiteren Schritt auf dem Weg hin zu einem wirklich internationalen Online-Finanzunternehmen mit Präsenz auf drei Kontinenten und mehr als drei Millionen Kunden“, lässt sich Errol Damelin, Gründer und CEO von Wonga, zitieren. Der Südafrikaner war 2007 mit dem Unternehmen gestartet. Mit der Vergabe von Kurzzeitkrediten hat Wonga eine Erfolgsgeschichte geschrieben – aber auch Kritik hervorgerufen.

Billpay soll Wongas PayLater ergänzen

Innerhalb von 15 Minuten kann man sich bei Wonga Geld leihen. „Im Durchschnitt beträgt das erste Darlehen 180 Britische Pfund und wird für 17 Tage vergeben, der Zins liegt bei einem Prozent pro Tag“, so die Londoner in ihrer Selbstbeschreibung. Mit hohen Zinsen und kontroversen Werbeaktionen geriet das Unternehmen mehrfach in die Kritik – zum Beispiel Anfang 2012, als Wonga als neue Zielgruppe Studenten ausgesucht hatte: Diese sollten lieber bei Wonga leihen als die staatlich ausgegebenen Studienkredite in Anspruch zu nehmen.

Mit einem ähnlichem Modell war im Frühjahr 2012 das Hamburger Unternehmen Kredito beziehungsweise Kreditech gestartet, welches neben seinem Namen allerdings auch sein Geschäftsmodell geändert hat und sich heute als Anbieter von Big Data Scoring positioniert.

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Im Hause Wonga ist man seinem Geschäftsmodell dagegen treu geblieben. Bis heute hat Wonga nach Unternehmensangaben über sieben Millionen Kredite über das Internet und mobile Endgeräte vergeben. Zusätzlich hat das Unternehmen vor wenigen Monaten den Dienst PayLater entwickelt, ein Online-Zahlungssystem für den Einzelhandel, das auf Ratenzahlungen basiert – und das der Neuerwerb Billpay ergänzen soll. Mit der Übernahme will sich Wonga als Online-Finanzierungsanbieter breiter aufstellen. Zudem plant das Unternehmen, seine Internationalisierung weiter voran zu treiben.

Bild: Tim Reckmann  / pixelio.de