Black Friday Sale

Ex-Groupon-Verkaufsdirektor und Black-Friday-Sale-Mitgründer Konrad Kreid. Der restliche Gründerkreis möchte bisher im Dunkeln bleiben.

Wer seid Ihr und was macht Ihr?

Wir sind ein Team aus erfahrenen Internet-Unternehmern, die schon seit Jahren verschiedene Online-Projekte verfolgen. Wir haben dieses Jahr den Black Friday Sale in Deutschland ins Leben gerufen und sind der festen Überzeugung, dass das Event das Potenzial zum größten Shopping-Event des Jahres hat – bequemes Weihnachtsshopping mit wenigen Klicks entspannt von zu Hause aus, im Büro oder von unterwegs.

Unter www.blackfridaysale.de bieten am 28. November ab 19 Uhr mehr als die Hälfte der 100 umsatzstärksten Onlineshops im deutschsprachigen Raum 24 Stunden lang über eine Million exklusive Schnäppchen an. Das ist hierzulande ein absolutes Novum: Denn obwohl die E-Commerce-Branche in Deutschland seit Jahren boomt und gerade in der Vorweihnachtszeit massiv zulegt, haben es branchenübergreifende Shopping-Events wie der Black Friday Sale bislang noch nicht in die Republik geschafft.

Wir sehen den Black Friday Sale als die erste Initiative, die ein solches Shopping-Event auf Dauer in Deutschland etablieren kann und so den deutschen Onlinehandel weiter gezielt stärken wird.

Wie seid Ihr auf Eure Idee gestoßen und wie lange arbeitet Ihr bereits an dem Projekt?

Das Phänomen Black Friday Sale kennen wir aus den USA. Schon immer hat uns fasziniert, welche Hysterie um den Black Friday, also den letzten Freitag im November, in den USA betrieben wird. Jedes Jahr stürmen nämlich Millionen von Amerikanern die Geschäfte, um sich die besten Angebote und Schnäppchen (sogenannte „door busters“) zu sichern. Wir finden, dass dieser konzentrierte Umsatztag bei uns in Deutschland bisher gefehlt hat.

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In Australien fand diese Initiative erstmalig als Click Frenzy Sale letztes Jahr im November statt und bescherte den teilnehmenden Händlern ein Umsatzplus von durchschnittlich 250 Prozent und wurde so zum umsatzstärksten Tag des Jahres. Der Erfolg der Aktion und unsere Erfahrungen als Mitwirkende dort haben uns zusätzlich bewogen, den Black Friday Sale nach Deutschland und Russland (www.blackfriday2013.ru) zu bringen. Wir arbeiten bereit seit rund einem Jahr daran, in den letzten Wochen mit einem vergrößerten Team von bis zu 50 Mitarbeitern sogar rund um die Uhr.

Was habt Ihr als Gründer vorher gemacht und wie habt Ihr zueinander gefunden?

Ich (Konrad Kreid) bin Geschäftsführer und Mit-Initiator und war davor bei Roland Berger Strategy Consultants und als Verkaufsdirektor bei Groupon tätig. Das Team besteht aus erfahrenen Internet-Unternehmern und Business Angels, sowie aus ehemaligen Groupon-Mitarbeitern. Die meisten der Initiatoren kennen sich schon seit Jahren von diversen früheren Online-Projekten.

In Deutschland hat der Black Friday bisher keine kulturelle Bedeutung und ist auch kein Feiertag, an dem die meisten Menschen Zeit zum Shoppen haben. Zudem denken viele Deutsche erst im Dezember an Weihnachtseinkäufe. Warum habt Ihr Euch dennoch für dieses Datum entschieden?

Laut einer aktuellen IPSOS-Umfrage planen 37 Prozent der Deutschen in der Woche des Black Friday, online einzukaufen, und das vor allem für Weihnachten. Es stimmt zwar, dass der Black Friday derzeit noch keine wirkliche Relevanz bei uns hat, jedoch war das zum Beispiel bei Halloween vor einigen Jahren auch ähnlich, inzwischen wird dieses US-Event aber sehr verbreitet in Deutschland gefeiert. Nicht alles, was aus den USA kommt, ist automatisch gut, man muss sich die Ideen genau anschauen und prüfen, ob das für den deutschen Markt passt. Wir sind der festen Überzeugung, dass das für den Black Friday zutrifft.

Werden die Käufe der Partnerprodukte über die Black-Friday-Sale-Website abgewickelt oder wird der Käufer an die entsprechenden Shops weitergeleitet?

Black Friday Sale generiert durch massive Medienpräsenz im Vorfeld den Traffic und leitet diesen direkt auf die Partnerseiten weiter. Dort können die Kunden dann direkt beim entsprechenden Partner einkaufen und bezahlen.

Werden die Schnäppchenpreise angeboten, solange der Vorrat reicht, oder werden die Angebote über den Aktionszeitraum der 24 Stunden garantiert?

Wir haben im Vorfeld der Aktion die Angebote der Händler nach drei Kriterien bewertet: Relevanz des Angebots, bester Preis im Netz an dem Tag und ausreichende Lagerstückzahl bei den Partnern. Es kann aber natürlich passieren, dass einige Produkte im Laufe des Tages ausverkauft sind, es gilt also „wer zuerst kommt, mahlt zuerst“.

Wie finanziert Ihr Euch bisher und wie verdient ihr mit Black Friday Sale Geld?

Die Startup-Finanzierung erfolgte durch die Initiatoren selbst. Black Friday Sale verdient sein Geld mit dem Verkauf von Werbeanzeigen auf den Webseiten (spezielle Platzierung der Deals), sowie durch CPO/CPC-Deals mit den teilnehmenden Partnern.

Ab welchem Gesamtumsatz in den 24 Stunden bezeichnet ihr die Aktion als Erfolg?

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Für uns ist der Umsatz sekundär, wichtiger ist uns die Initiative an sich, wir wollen den Black Friday als umsatzstärksten Handelstag im deutschen (beziehungsweise russischen) E-Commerce etablieren. Zum Vergleich: In Australien wurden bei der Click-FrenzyAktion 2012 rund 20 Millionen Dollar Umsatz generiert und am Tag selbst waren mehr als zehn Prozent aller Australier mit dabei. Teilnehmende Händler steigerten Ihren Umsatz um durchschnittlich 250 Prozent und der Tag wurde mit Abstand zum umsatzstärksten Onlinehandelstag des Jahres.

Wenn man das auf den deutschen Markt hochrechnet, wäre das ein enormer Erfolg für den deutschen Onlinehandel.

Bei Black Friday Sale handelt es sich um ein Startup-Projekt, das für einen Tag bestehen muss. Was sind eure größten Sorgen für den Tag? Wie wappnet ihr euch?

Unsere größte Sorge war anfangs, wie wir viele der Top-Online-Händler als Partner gewinnen können. Wir konnten aber alle davon überzeugen, dass es beim Black Friday Sale trotz der starken Message „Rabatte bis zu  minus 90 Prozent“ nicht um Verramschung geht und dass aufgrund der zeitlichen Beschränkung auf nur 24 Stunden die Marken nicht verwässert werden. Die teilnehmenden Partner haben auch erkannt, dass Black Friday Sale einen enormen Marketingnutzen im so wichtigen Vorweihnachtsgeschäft erbringt.

Jetzt stellen wir uns eher die Frage, ob unsere Server den erwarteten Ansturm auch wirklich aushalten werden.

Bild: Black Friday Sale