Blookery

Die Blookery-Gründer Kevin Kiesewetter (links) und Jannis Dorlöchter während ihrer gemeinsamen Zeit in Thailand

Am Flughafen stehen und erst kurz vor Abflug erfahren, wohin es geht: Davon hat wohl so mancher Weltenbummler mit Adrenalin-Faible schon geträumt. Immerhin verspricht das sogenannte Blind Booking, zusätzlich zur Vorfreude auf den Urlaub, einen großen Spannungsbogen mit Überraschungseffekt.

Einige Startups, darunter Unplanned aus München und das spanische WowTrip, wollen aus dem Trend ein Geschäft machen. Auch Kevin Kiesewetter und Jannis Dorlöchter versuchen ihr Glück. Mit ihrer Blind-Buchungsplattform Blookery sind die Kölner Gründer seit Juli 2016 online. 

Vor ihrer Reise ins Unbekannte müssen Nutzer dort zunächst einige Fragen beantworten: Städtereise oder Romantik-Urlaub? Mehrbettzimmer oder Sterne-Unterkunft? Orte, an die es auf keinen Fall gehen soll, dürfen ausgeschlossen werden. Alle Ziele befinden sich in Europa, Deutschland ist davon ausgeschlossen. Ob sie ihr Reiseziel kurz nach der Buchung, eine Woche oder einen Tag vor Abflug erfahren, entscheidet der Nutzer selbst. Im letzten Schritt werden Personenzahl, Reisedaten und Budget (350 Euro aufwärts) angegeben.

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Anschließend erhält der Kunde ein noch unverbindliches Angebot mit den ungefähren Eckdaten der Reise sowie einen endgültigen Preis. Nimmt er das Angebot an, streicht Blookery für Flug- und Hotelvermittlung eine Provision ein. Kiesewetter weist darauf hin, dass sich Blookery in diesem Zwischenschritt von seinen jungen Mitbewerbern unterscheidet: Bei Unplanned und WowTrip muss gleich nach dem Fragenkatalog bezahlt und gebucht werden. 

Hinter den Kulissen ist bislang nur die Flugsuche automatisiert, über die API der Flugsuchmaschine Kiwi.com werden passende Flüge zu den Nutzerangaben gesucht. Die Hotelsuche hingegen ist Handarbeit, hier nutzen die Gründer Booking.com. Die Anbindung einer entsprechenden Software-Schnittstelle sei aber geplant, so Kiesewetter.

Um davon leben zu können, reichten die mit Blookery erzielten Umsätze derzeit noch nicht aus, sagt Kiesewetter. Man lebe von Ersparnissen. Beide Gründer hatten ihre Jobs bei Billiger-Mietwagen.de im Sommer 2016 verlassen, reisten dann nach Asien, wo sie auch für ihr Startup arbeiteten. Dorlöchter kam im vergangenen Dezember zurück, Kiesewetter blieb. Gerade arbeitet er in einem Coworking Space auf Koh Tao. Die Zusammenarbeit laufe über das Netz sehr gut, sagt Kiesewetter.

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Testweise bietet derzeit auch die Lufthansa Überraschungsflüge an. Die Konzern-Tochter Eurowings hat Blind Booking bereits seit längerer Zeit im Angebot. Hier lassen sich einzelne Städte gegen einen Aufpreis ausschließen.

Bild: Kevin Kiesewetter