Scout24-CEO Greg Ellis

Scout24 hat bei seinem Börsendebut am Donnerstag einen weitgehend stabilen Auftritt hingelegt – trotz des aktuell wackligen Börsenumfelds. Die Aktie des Betreibers von Portalen wie ImmobilienScout24 und AutoScout24 lag gegen Ende des Handelstages etwa 1,70 Euro unter dem Ausgabepreis von 30 Euro (Stand: 18 Uhr).

Seit heute gibt es das Scout-Papier im regulierten Standard der Frankfurter Börse. Der IPO war 1,16 Milliarden Euro schwer und Scout24 emittierte über 38 Millionen Aktien. Die Marktkapitalisierung des Unternehmens liegt damit bei 3,2 Milliarden Euro.

Im Vergleich mit anderen Börsendebütanten dieses Jahr schlug sich Scout24 recht wacker: Der Preis der Windeln.de-Aktie sackte beispielsweise bereits am ersten Tag stark ab und liegt bis heute weit unter dem Ausgabepreis. Beim Börsengang von Elumeo konnte der Online-Schmuckhändler sogar nur die Hälfte des erhofften Kapitals einholen. Scout24 hingegen erzielte durch eine Kapitalerhöhung von 7,6 Millionen Aktien einen Bruttoerlös von über 220 Millionen Euro – etwas mehr als geplant.

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Der größte Teil der Erlöse aus dem Börsengang geht an die Hauptanteilseigner und Finanzinvestoren Hellman & Friedman und Blackstone sowie die Telekom und das Management. Vor eineinhalb Jahren hatten die beiden US-Investoren 70 Prozent an Scout24 übernommen und dafür 1,5 Milliarden Euro an den vorherigen Eigentümer Deutsche Telekom bezahlt.

„Wir sind sehr zufrieden mit dem positiven Feedback der Investoren. Die hohe Nachfrage trotz eines extrem herausfordernden Marktumfelds unterstreicht die Attraktivität unseres Unternehmens und spiegelt die Zuversicht in das zukünftige Wachstum von Scout24 wider“, ließ sich CEO Greg Ellis zitieren. „Wir werden alles daran setzen, das in uns gesetzte Vertrauen zu rechtfertigen.“

Das könnte herausfordernd werden: Laut Handelsblatt ist Scout24 mit 950 Millionen Euro verschuldet. Ein Teil des frischen IPO-Kapitals könnte nun zur Tilgung verwendet werden.

Seit dem Einstieg der US-Investoren fokussiert sich das Unternehmen vor allem auf die Immobilien- und Automobilsparten. So wurde beispielsweise die Partnerbörse Friendscout24 verkauft. Im Kerngeschäft verzeichnete Scout24 im Jahr 2014 einen Umsatz von 342 Millionen Euro und steigerte damit sein Ebitda um beinahe die Hälfte auf 149 Millionen Euro. Im ersten Halbjahr 2015 belief sich der bereinigte Umsatz auf 187,6 Millionen Euro – das entspricht einem Zuwachs von 13 Prozent. Der Gewinn vor Steuern, Abschreibungen und Zinsen stieg von Januar bis Juni um 36 Prozent auf 84,6 Millionen Euro.

Bild: Scout24