Bonativo-Geschäftsführer Christian Eggert

Es war ein hoffnungsvoller Anfang: Im Januar 2015 ging das neue Rocket-Venture Bonativo an den Start. Das Ziel: Lebensmittel von regionalen Händlern direkt zum Kunden zu liefern, quasi ein Wochenmarkt online. Die Konkurrenten: Diverse Lieferanten von Biokisten, aber auch Startups wie Gegessen wird immer aus Berlin oder Frischepost aus Hamburg. An die Spitze hatte Rocket Internet Christian Eggert gesetzt, der in Rocketkreisen als Nachwuchstalent gilt.

Im September vergangenen Jahres folgte die erste schlechte Nachricht: Bonativo musste sein Geschäft in London einstellen. Es blieben Berlin und Amsterdam. „Unseren Service in drei Märkten aufzubauen, war eine größere Herausforderung als wir anfangs dachten“, schrieb Bonativo damals an seine Kunden – und expandierte kurz darauf nach Hamburg.

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Jetzt, 17 Monate nach dem Start, erfolgt das komplette Aus von Bonativo. In einer Mitteilung an seine Kunden schreibt das Unternehmen: „Leider müssen wir Euch mitteilen, dass Bonativo eingestellt wird und am Dienstag, den 07.06.2016, die letzten Lieferungen unseren Foodhub verlassen werden.“

Eine Begründung gibt Bonativo in dem Schreiben nicht an und verweist seine Kunden stattdessen auf den Service des französischen Startups Food Assembly, das auch in Deutschland aktiv ist, allerdings einen anderen Ansatz als Bonativo verfolgt. Kunden können Lebensmittel von regionalen Händlern vorbestellen und auf einem Wochenmarkt abholen. Auf Nachfrage sagte eine Sprecherin von Rocket, Food Assembly werde Bonativo übernehmen. Ab dem 7. Juni 2016 würden die Kunden von Bonativo auch direkt auf die Seite von Food Assembly weitergeleitet. Zu weiteren Details, beispielsweise dem Kaufpreis, wollte sich die Sprecherin nicht äußern.

Weiter heißt es von Rocket, Bonativo habe sich nicht entsprechend der Erwartungen entwickelt. Auf seiner deutschen Seite veranstaltet Bonativo noch einen Schlussverkauf mit 40 Prozent auf alle Produkte.

Bild: Bonativo