Croissant_Fruehstueck

Croissant zum Frühstück: Kalorien werden bei Bonjour Munich nicht gezählt.

Vor drei Jahren kam Alexis de Béchade nach Deutschland. Der Liebe wegen. Mit seiner Frau, einer deutschen Ärztin, hatte de Béchade vorher in Paris gelebt und dort in der Immobilienbranche gearbeitet. In München, erzählt der gebürtige Franzose, sei ihm gleich aufgefallen, dass es zwar an jeder Ecke eine Bank gegeben habe, aber kaum Bäckereien. Zumindest weniger als in Frankreich, wo man es bis zur nächsten „Boulangerie“ nie weit habe. Geärgert hätten ihn auch die eingeschränkten Öffnungszeiten am Wochenende.

Alexis de Bedache

Bonjour-Munich-Gründer Alexis de Béchade

Es dauerte eine ganze Weile, bis de Béchade aus diesem Gedanken ein Geschäft machte. Seinen Job bei einem Immobilienunternehmen schmiss der 35-Jährige dann vergangenen Sommer hin. Seit Oktober versorgt er die Münchner unter dem Namen Bonjour Munich nun mit französischem Frühstück – und verkauft über sein Startup auch Mittagessen.

Aufstriche, Salate und Suppen stellen zwei hauseigene Köche her. Rosinenschnecken, Brötchen und Croissants kommen von einem französischen Bäcker in der Stadt. Geliefert wird an sieben Tagen der Woche, jeweils bis 14.30, am Wochenende bis 15 Uhr. Bei der Auslieferung arbeitet Bonjour Munich teilweise mit Foodora zusammen, beschäftigt aber auch zwei eigene Lieferanten, die mit Auto, Roller und Lastenfahrrad unterwegs sind. Im Schnitt gehen pro Tag zwischen 15 und 20 Bestellungen ein.

Bonjour Munich beliefert auch Unternehmen. Laut de Béchade ist das Catering der wichtigste Teil des Geschäfts. Finanziell hat der Gründer sein Unternehmen bisher hauptsächlich aus eigener Kraft gestemmt. Unterstützung gibt es außerdem aus dem Freundeskreis.

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Der Kölner Lieferdienst EarlyTaste serviert im Gegensatz zu Bonjour Munich internationales Frühstück. Was unterscheidet die Dienste, die in etwa zeitgleich gestartet sind, noch? De Béchade erklärt, sein Essen sei vor allem reichhaltiger, weniger „bio, vegan, clean“. An Privatkunden liefert EarlyTaste anders als Bonjour Munich bislang nur am Wochenende. Dazu kommt: Das französische Essen ist deutlich teurer als das der Kölner Konkurrenz. In München zahlt man für das günstigste Menü 27 Euro, bei EarlyTaste höchstens 13,50 Euro. Auch das Liefer-Croissant ist in Köln 40 Cent billiger.

Will er mit seinem Lieferdienst irgendwann auch über die Grenzen Münchens hinaus? Sicher, sagt de Béchade. Stuttgart würde ihm gefallen. Nur Berlin, erklärt er, sei ihm eine Nummer zu groß.

Bild: Getty Images/Kathleen Finlay