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Wer seid Ihr und was macht Ihr?

Ich bin Francis Trapp und habe Anfang des Jahres Brandnew IO (www.brandnew.io) gegründet. Brandnew IO ist inzwischen das weltweit größte Influencer-Netzwerk für Foto Sharing Communities, wie zum Beispiel Instagram oder Pinterest. Marken können über uns ihre Produkte in sehr natürlichem Umfeld platzieren und so über 60 Millionen Menschen erreichen. Unsere Vision ist es Google Adwords oder Facebook Advertising für Foto Sharing Communities zu schaffen, inklusive Biet-Algorithmus und Matching-Engine für Zielgruppe der Marke und Influencer-Reichweite.

Hinter jedem Erfolg steckt eine Vision. Wie seid Ihr auf Eure Idee gestoßen?

Obwohl ich in einem ganz anderen Bereich angefangen habe zu arbeiten, habe ich schon immer für mein Leben gern fotografiert. Außerdem habe ich schon seit einigen Jahren ein Faible für Technologie, Internet und Themen wie Markenentwicklung sowie Werbung. Anfang des Jahres kam dann im Gespräch mit Christian Henschel die Idee zur Gründung von Brandnew IO. Christian konnte aber wegen seiner Rolle bei adeven nicht operativ tätig werden, sondern unterstützt beratend.

Noch wichtiger als die Idee ist häufig das Team. Wer sind die Gründer, was habt Ihr vorher gemacht und wie habt Ihr zueinander gefunden?

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Ich bin froh für Brandnew IO erfahrene Kollegen dazu gewonnen zu haben. So baue ich derzeit gemeinsam unter anderem. mit einem sehr talentierten Produktentwickler und einem senioren Kollegen aus den Bereichen Online Marketing und Werbung Brandnew IO auf. Unser Senior Ruby-Entwickler hat zuvor zum Beispiel bei Wimdu gearbeitet und schon eins seiner ersten Unternehmen mit einem siebenstelligen Exit veräußert. Was aber sehr wertvoll ist, sind seine Verbindungen nach Osteuropa, die uns helfen ein starkes Tech-Team zu formen.

Der Kollege für Advertiser Relations hat über zehn Jahre in der Werbebranche auf dem Buckel und verfügt daher über sehr gute Kontakte. Ich habe 2004 nach der Uni bei einer Unternehmensberatung in Financial Services angeheuert und viel internationale Erfahrung gesammelt, bevor ich nach einem MBA in London 2012 meiner Startup-Leidenschaft nachgegangen bin.

Viele Gründungsideen sind nicht gänzlich neu. Was ist Euer USP und was macht Ihr anders als alle anderen?

Bisher gibt es sehr wenige Unternehmen, die Influencer-Netzwerke mit großer Reichweite auf Foto-Sharing-Plattformen anbieten. Zumeist arbeiten diese Firmen ausschließlich mit Influencern in den USA zusammen (zum Beispiel Tinker Mobile oder The Mobile Media Lab), haben keinen technisch basierten Ansatz, sondern sind eher „People Businesses“/Agenturen, haben nur einen Bruchteil unserer Reichweite oder sind eher Analytics Firmen (zum Beispiel Nitrogram oder Hello Society).

Somit hat Brandnew IO mit global 60 Millionen Menschen Reichweite auf Instagram und Pinterest, mit einem technisch orientierten Ansatz, ganz klar einen USP für Marken mit Branding, aber auch Performance-Zielen.

Zum Business: Wie funktioniert Euer Geschäftsmodell? Und wie groß ist das Marktpotenzial?

Bei unserem Geschäftsmodell können Marken mit Native Advertising Millionen von Menschen in verschiedenen Ländern und Verticals erreichen. Die Marken zahlen aktuell für die Reichweite pro Tausend Follower. Wir nennen das CPIG (Cost per Thousand Instagrammer) und ähnelt CPM oder TKP Modellen. Influencer auf den Foto-Sharing-Plattformen, die für das Verteilen oder so genannten Seeden der Inhalte verantwortlich sind, erhalten eine Entlohnung, die sich nach der Anzahl ihrer Follower, der Qualität ihrer Fotos und der Zielgruppe richtet. Somit können Influencer über Brandnew IO zum ersten Mal nachhaltig mit ihren Foto-Sharing-Aktivitäten Geld verdienen. Die Influencer, mit denen wir arbeiten, haben im Schnitt jeder für sich 300.000 Follower!

Mit Brandnew bewegen wir uns im Umfeld von Foto Seeding, Native Advertising sowie Social Media- und Influencer Marketing. Je nach Researcher bewegen wir uns bei der jährlichen Marktgröße klar im zweistelligen US-Dollar-Milliardenbereich mit zweistelligen Wachstumsraten Jahr zu Jahr.

Ideen umzusetzen kostet Geld. Wie finanziert Ihr Euch?

Nachdem ich Brandnew IO für die ersten sechs Monate bootstrapped mit meinem Erspartem aufgebaut habe, habe ich im August eine sechsstellige Seed-Runde abgeschlossen. Hier habe ich Business Angels gefunden, die mir vor allem auch mit ihrem Netzwerk extrem weiterhelfen, zum Beispiel Frank Riedel (ehemaliger Geschäftsführer McCann Erickson), Christoph Wilke (ehemaliger Geschäftsführer Mediaedge), Cengiz Kurt (Gründer von Clipkit), Berlin Ventures sowie eine internationale Marketing Services Gruppe.

Gibt es etwas, das Euch noch fehlt? Ein Mitarbeiter, ein Investor oder ein Büro?

Hier reihe ich mich glaube ich in die Liste der ganzen Berliner Startups ein, die gute Leute mit technischem Profil suchen, vor allem Ruby-Entwickler. Außerdem suche ich Leute mit guten Advertiser-, Marken- und Agentur-Kontakten in Kontinentaleuropa, aber auch in London und New York.

Gibt es ein großes Vorbild für Euch?

Puh… Es gibt ne Menge herausragende Unternehmer, die mich beeindrucken, aber ein explizites Vorbild habe ich eigentlich nicht.

Stellt Euch vor, Ihr könntet ein Lunch gewinnen. Wen würdet ihr aus der deutschen Startup-Branche gerne mit an den Tisch holen?

Hhmm. Gute Frage. Natürlich gibt es in der deutschen Szene spannende Unternehmerpersönlichkeiten. Mit Oliver Samwer mal beim Lunch etwas länger zu sprechen wär‘ sicher spannend. Bei einem internationalen Mittagessen wäre eine Runde mit Jeff Bezos, Richard Branson, Nicolas Berggruen, Jeff Koons, Hassan Rouhani und Pharrel Williams ’ne unterhaltsame Sache.

Wo steht Ihr heute in einem Jahr?

In einem Jahr werden wir das global führende Influencer-Netzwerk für Foto Sharing Communities sein. Schon heute sind wir ja, gemessen an unserer Reichweite von insgesamt 60 Millionen Menschen auf Instagram und Pinterest, das weltweit größte Netzwerk dieser Art. In der jetzigen Phase geht es darum diese Reichweiten-PS auf die Straße zu bringen und verschiedenen Kampagnenarten auszuprobieren. Aber natürlich wird es für uns auch eine enorme Herausforderung sein, sich über die nächsten zwölf Monate zu behaupten – gerade auch, wenn man sich anschaut, was Instagram in den letzten zwei Wochen zur Monetarisierung gesagt hat.

Andererseits ist unser Werbeformat das deutlichste Beispiel für Native Advertising und somit schon heute sehr spannend für deutsche und internationale Marken. Aktuell sind wir sehr intensiv mit unseren verschiedenen Kunden und Kundensegmente im Gespräch, um ein richtig gutes Produkt zu formen. Außerdem analysieren wir die Bedeutung unterschiedlicher Foto-Sharing-Plattformen in verschiedenen Regionen der Welt, so auch in China, Indien und Indonesien. Denn Instagram ist nicht die einzige.

Bild: Brandnew IO