Bannon

Steve Bannon zieht jetzt im Weißen Haus die Fäden. Bislang allerdings mit überschaubarem Erfolg.

Ist das jetzt eine gute oder eine schlechte Nachricht? Nach Informationen der Jungen Freiheit wird es erstmal keine deutschsprachige Ausgabe des Internet-Magazins Breitbart geben. Breitbart ist nicht etwa wegen seiner brillanten Berichterstattung international berüchtigt und bekannt geworden. Man kennt das Medium eigentlich nur, weil der ehemalige Geschäftsführer Steve Bannon jetzt Chefstratege und einer der wichtigsten und engsten Berater des neuen US-Präsidenten Donald Trump ist. Und weil das Magazin kompromisslos Falschmeldungen verbreitet, wenn es eigenen Interessen und der eigenen Agenda hilft.

Anzeige
Der Italien-Korrespondent von Breitbart, Thomas Williams, teilte der Jungen Freiheit nun auf Anfrage mit, dass „man irgendwann gerne einmal eine deutschsprachige Ausgabe hätte, aber Pläne dafür sind wegen der vielen Komplikationen, die damit verbunden sind, auf unbestimmte Zeit verschoben worden“. In naher Zukunft würde das nicht passieren. Ein Deutschlandbüro mit Redakteuren sei aber nach Berichten der Zeit nach wie vor geplant. Die müssten dann wohl in englischer Sprache berichten. Breitbart äußert sich nicht zu den Plänen.

Im Februar diesen Jahres hatte das Politikmagazin Politico berichtet, die Pläne für die Deutschland-Expansion kämen nicht voran. Auch die französische Ausgabe sei wohl gefährdet. Grund dafür könnte sein, dass Breitbart in den USA in den vergangenen Monaten einen deutlichen Rückgang an Werbeeinnahmen verkraften musste. Außerdem sei das Personal nach der Wahl von Trump in den USA von 40 auf 100 Mitarbeiter aufgestockt worden.

Frankreich und Deutschland sind für Breitbart besonders interessant, weil hier bald gewählt wird. Außerdem gibt es mit Marine Le Pen und der Partei AfD politisches Personal und Formationen, die sehr gut zum Interessengebiet des rechtslastigen Magazins passen. Bannon beschrieb Breitbart in der Vergangenheit als „Plattform für Alt-Right“, also für die neuen Rechten.

Inzwischen gibt es Faktenchecker, die sich regelmäßig mit dem Wahrheitsgehalt von Breitbart-Meldungen befassen. Zum Beispiel Fake News Checker. Und in Deutschland entsteht gerade Schmalbart. Eine Plattform, die gegen Populismus kämpfen will. Anlass der Gründung war, dass Breitbart mit dem Aufbau eines Deutschland-Ablegers begonnen hatte. Das hat sich jetzt offenbar erstmal erledigt – oder zumindest verschoben.

Hier ein Vox-Beitrag, der sich mit der Weltsicht von Steve Bannon auseinander setzt:

Foto: NamensnennungWeitergabe unter gleichen Bedingungen Bestimmte Rechte vorbehalten von Gage Skidmore