Male fashion designer standing in his workshop with Mannequin and clothing designs in background

Die Macher von Buying Show finden einiges in der Modebranche veraltet. Zum Beispiel, wie Händler Kleidung bestellen. Das liefe normalerweise noch per Brief oder Fax ab, heißt es vom Startup. Deshalb habe der Gründer Ivan Herjavec eine Online-Plattform geschaffen, die Modemarken und -verkäufer zusammenbringt – eine Art LinkedIn für die Branche.

Auf der Plattform stellen Händler zum Beispiel eine Anfrage an eine Marke, oder andersherum. Wird diese Anfrage bestätigt, kann danach der Händler kontaktiert oder die Kollektion der Marke eingesehen und wie in einem Onlineshop bestellt werden. Die Anfrage-Bestätigung soll Marken schützen, damit etwa Kollektionen für die nächste Saison nicht von der Konkurrenz eingesehen und kopiert werden können.

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Interessant kann das Buying-Show-Konzept nicht nur für die kleine Eckboutique im Kiez sein. Auch große Ketten oder Onlineshops können so relativ unkompliziert an neue Marken herantreten, ohne Messen oder Showrooms aufsuchen zu müssen. Marken wiederum können durch die Händlersuche schneller ihre Produkte verbreiten, wachsen und in andere Länder expandieren. „Unser Ziel ist es, den Bestellprozess einfacher, schneller und flexibler zu gestalten und eine höhere Markttransparenz zu schaffen“, so Gründer Ivan Herjavec. Das soll es auch kleineren Unternehmen ermöglichen, international ihre Produkte anzubieten.

Sechs Monate nach dem Start erhält das Startup nun eine Seed-Finanzierung in Höhe von 1,7 Millionen Euro. Darin inbegriffen sind bereits die 650.000 Euro, die das Unternehmen im März eingesammelt hatte.

Das neue Geld stammt von Global Founders Capital. Der Investment-Arm von Rocket Internet ist auch bei Unternehmen wie DaWanda oder GetSafe beteiligt. Insgesamt hält Rocket Internet jetzt laut Handelsregister knapp neun Prozent an dem Startup. Kleinere Beteiligungen gehören außerdem den Investoren Walton Investment aus Hong Kong, Koukyu Limited aus Dubai sowie DN Capital und Target Global. Der Delivery-Hero-Gründer Markus Fuhrmann besitzt immerhin 19 Prozent an dem Startup.

Mit dem Geld soll nun die technische Infrastruktur weiter entwickelt und der europaweite Ausbau des Händlernetzwerks vorangetrieben werden. Derzeit fokussiert sich das Unternehmen auf die Märkte Großbritannien, Deutschland und Italien und will nach eigenen Angaben ein Netzwerk von 100 Modemarken und mehr als 600 Modehändlern aus Europa aufgebaut haben. Aktuell arbeiten 18 Mitarbeiter für das Berliner Unternehmen.

Bild: Getty Images / Willie B. Thomas