Startups: neue Venturingoptionen mit Schweizer Partnern - Swiss Innovation Outpost

Wieso der Alleingang für Finanzakteure keine Option mehr ist

Die Finanzlandschaft hat sich verändert: Die zunehmende Digitalisierung und Globalisierung haben die Konkurrenz größer werden lassen – und machen deswegen einen flexiblen Ansatz notwendig. Nur wer sich anpasst, kann überleben. Deshalb müssen Unternehmen innovativen Geschäftsfeldern gegenüber offenbleiben und sich dort aktiv positionieren. Wie das geht? Mit intensiven Kooperationen zwischen Big Business und Startups.

Mehr Innovation, mehr Chancen: Die Schweizerische Post auf Startup-Kurs

PostFinance, eine Konzerngesellschaft der Schweizerischen Post, ist deshalb auf der Suche nach vielversprechenden Startups. Anstatt Gründer als Konkurrenten zu verstehen, sieht die Marktführerin im schweizerischen Zahlungsverkehr das Potenzial, das eine Zusammenarbeit mit jungen Unternehmen birgt: Neben technologischen Neuerungen und alternativen Geschäftsmodellen eröffnen übergreifende Kooperationen immer auch die Chance, losgelöst von bestehenden Strukturen und damit auch effizienter zu arbeiten.

Was kann PostFinance von moneymeets lernen?

Seit Anfang Juni dieses Jahres sind die Schweizer finanziell am deutschen Startup moneymeets beteiligt. Das 2011 gegründete Unternehmen will Nutzern bei privaten Finanzentscheidungen helfen – und zwar als digitale Alternative zur klassischen Bank- und Versicherungsberatung.

Genau das hat PostFinance überzeugt: „moneymeets bietet Kunden die komplette Transparenz über Bank- und Versicherungsleistungen und schafft damit einen einfachen Überblick über einen für die Kunden schwer durchschaubaren Markt“, erklärt Thierry Golliard, Leiter Open Innovation bei der Schweizerischen Post. „PostFinance kann aus der Zusammenarbeit mit moneymeets in Bezug auf Vertrieb, Technologien oder Kundenansprache viele wertvolle Learnings mitnehmen und so einen aktiven Wissenstransfer betreiben.“

Corporate Venturing – Vorteile für beide Parteien

Mit ihrem Investment erweitert PostFinance ihr Corporate-Venturing-Portfolio, also die finanzielle Beteiligung an Startups. Die Schweizer stellen moneymeets monetäre Mittel zur Verfügung und profitieren im Gegenzug von deren Know-how  im Bereich des Digital Bankings. Dadurch will PostFinance an disruptiven Marktentwicklungen teilhaben und neue Dienstleistungen oder Synergien fördern. „Nicht viele Unternehmen können Startups Corporate Venturing anbieten, erst recht nicht in der Schweiz“, betont Thierry Golliard.

Diese Initiative im Bereich Corporate Venturing reiht sich in grundsätzliche Bestrebungen der Schweizerischen Post ein, vermehrt mit anderen Unternehmen zu kooperieren. PostFinance bietet Gründern einmalige Anreize: „Für Startups ergibt es Sinn, mit PostFinance zusammenzuarbeiten – dadurch, dass die Post als Investor einsteigt, können wir völlig neue Assets bieten“, erklärt Thierry Golliard. Ein weiteres Beispiel für diese Bestrebungen ist die kürzlich initiierte Zusammenarbeit zwischen PostFinance und dem deutschen Online-Crowdlending-Marktplatz Lendico.

Wo und wen sucht PostFinance eigentlich?

Obwohl die Schweizer ihre Investitionen vor allem mit Blick auf ihren Heimmarkt tätigen, haben sie auch globale Entwicklungen auf dem Radar. Thierry Golliard schätzt, dass die meisten relevanten Startups aus dem deutschsprachigen Raum kommen werden: „Bei der Suche nach  Startups, die sich für eine Zusammenarbeit eignen, sind wir sehr offen und neben der Schweiz auch international aktiv.“

Welche Branchen haben die größte Aussicht auf Investitionen?

Während PostFinance im Markt der Finanzdienstleistungen tätig ist, hat die Schweizerische Post als Konzern Geschäftsaktivitäten in diversen weiteren Feldern wie Kommunikation, Logistik und E-Commerce sowie Personenmobilität. „Besonders im Bereich Mobility ergeben sich viele spannende Möglichkeiten zu Themen wie Sharing-Angeboten, Mobilitätsplattformen und Autonomes Fahren“, erklärt Thierry Golliard. Hier sind auch schon konkrete Innovationsprojekte zustande gekommen wie PubliRide, einem Angebot, das in Kooperation mit dem deutschen Startup flinc lanciert wurde, um öffentliche Verkehrsmittel und Mitfahrgelegenheiten miteinander zu verzahnen. „Grundsätzlich ist die Post aber auch offen für Konzepte und Ideen von Startups aus anderen Geschäftsfeldern“, so Thierry Golliard.

Bringt die Schweiz nach Deutschland: Swiss Innovation Outpost

Um geeignete Kandidaten zu finden, ist die Schweizerische Post seit einiger Zeit am Swiss Innovation Outpost (SIO) beteiligt, einem Zusammenschluss von schweizerischen Unternehmen, die deutschen Startups den Zugang zum hart umkämpften schweizerischen Markt eröffnen. „Der SIO ist unser primäres Vehikel, das wir für gemeinsame Projekte, Venturing und Screening nutzen und mit dem wir spannende Startups identifizieren. Der Swiss Innovation Outpost wird für unser Venturing eine wichtige Quelle sein“, so Golliard.

Hellhörig geworden? Gründer, die Fragen zum Thema Corporate Venturing von PostFinance stellen möchten oder allgemein Interesse an einer Zusammenarbeit mit der Schweizerischen Post haben, können sich an Thierry Golliard, Leiter Open Innovation, oder Jens Schulte, Leiter Corporate Venturing PostFinance, wenden.

 

Schweizerische Post            

Open Innovation
Thierry Golliard
Telefon: +41 58 386 43 24
E-Mail: thierry.golliard@post.ch

PostFinance

Corporate Venturing
Jens Schulte
Telefon: +41 58 341 27 81
E-Mail: jens.schulte@post.ch

 

 

Artikelbild: PostFinance