Das Handwerker-Startup Homebell macht es, der Umzugshelfer Movinga auch: Mit dem Konzept der Dienstleistervermittlung haben sie Millionensummen von Investoren einsammeln können. Ein Geschäftsmodell, das sich offenbar auf jegliches Segment übertragen lässt, in dem Dienstleister arbeiten. Auch auf das der Autoreparaturen.

Das Berliner Startup Caroobi will genau in diese Nische. Über die Homepage des jungen Unternehmens können Kunden verschiedene Autoservices buchen, Lackierungen oder Inspektionen sind dort im Angebot. Für Kunden sei das Kfz-Segment ein extrem unübersichtlicher Markt, erklärt Mitgründer Nico Weiler (25), der das Unternehmen zusammen mit Mark Michl (24) und Max Jacobson (25) aufzieht. Es gebe viele Angebote, aber kaum Möglichkeiten, sich zurecht zu finden.

Auf der anderen Seite sei es für Kfz-Mechaniker schwer, online Kunden zu gewinnen. Wie auch bei Homebell oder Movinga besteht das Grundprinzip von Caroobi darin, auf Überkapazitäten von anderen Unternehmen zurückzugreifen. Mittlerweile hat Caroobi nach eigenen Angaben mehrere hundert Partnerunternehmen, denen es Kunden vermittelt. Administrative Tätigkeiten, die mit der Buchung zusammenhängen, übernimmt Caroobi. Schon jetzt beschäftigt das im September 2015 gegründete Startup 35 Mitarbeiter.

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An den Erfolg des Konzepts glauben auch bekannte Investoren: Von VCs wie Cherry Ventures und DN Capital sammelte man eine Millionensumme ein. Die Höhe ist nicht offiziell bekannt. In Unternehmenskreisen heißt es jedoch, es handle sich um mehr als fünf und weniger als zehn Millionen Euro.

Dabei war nicht von Anfang an klar, auf welche Dienstleistungen Caroobi sich konzentrieren würde. In der Anfangszeit habe man einige Testläufe durchgeführt, um verschiedene Geschäftsmodelle auszuprobieren, erzählt Weiler. Eine Idee: Beim Kunden reparaturbedürftige Autos abzuholen und zur Werkstatt zu bringen. Als alleinstehendes Modell habe das aber nicht funktioniert. Inzwischen ist die Dienstleistung ein Zusatzservice zum Vermittlerkonzept von Caroobi. Das Berliner Startup konkurriert mit Plattformen wie AutoScout24, auch dort können Kunden Auto-Services buchen.

Unterstützung bekamen die Gründer zu Beginn von Homebell-Mitgründer Sascha Weiler, dem Bruder von Caroobi-Gründer Nico Weiler, auch die Brüder Felix (Mobile Event Guide, Homebell) und Florian Swoboda (Barzahlen) halfen beim Aufbau. Alle drei sind auch als Geldgeber an Bord. Und Homebell und Caroobi sitzen in Berlin sogar in demselben Büro.

Artikelbild: Getty Images / Caiaimage/Trevor Adeline; Bild im Text: Screenshot Caroobi