Cashboard

Die Cashboard-Gründer André Holdschick, Stephan Henker, Robert Henker und Marius Schulze (von links).

Privatkunden sollen es leicht haben, ihr Geld zu vermehren. Dafür sind viele neue Finanzstartups in den vergangenen Jahren an den Markt getreten. Mit Robo-Advisorn, die den Finanzberater ersetzen sollen, wollen sie ihren Nutzern einfachen Zugang zu verschiedenen Finanzprodukten ermöglichen.

Anzeige
Nun gerät ein erster Anbieter unter Druck: Das Berliner Unternehmen Cashboard hat am Montag vorläufige Insolvenz angemeldet, wie Mitgründer und CEO Robert Henker bestätigt. Details zu den Hintergründen erklärt er zu diesem Zeitpunkt gegenüber Gründerszene noch nicht.

Die Cashboard-Macher hoffen allerdings, dass der Schritt nicht das Ende ist. Aktuell sei man in konkreten Verhandlungen mit den Investoren, einige wollten das Startup weiter unterstützen.

Vor etwa drei Jahren hatte das 2010 gegründete Unternehmen seine Strategie geändert und begonnen, sich ganz auf seine Anlage-Plattform zu konzentrieren. Zuvor operierte das Startup unter dem Namen Refined Investment und bot eine Trading-Plattform an.

Nach dem Pivot die Crowd herausgekauft

Für das Modell hatten die vier Gründer André Holdschick, Stephan Henker, Robert Henker und Marius Schulze auch mehrere hunderttausend Euro von der Crowd bekommen. Die Unterstützer kaufte Cashboard dann im Jahr 2015 für 500.000 Euro wieder heraus. Der Grund: „Statt Profitabilität steht nun Wachstum im Vordergrund“, erklärte das Startup damals. Im Businessplan für die kommenden Jahre seien „erhöhte Investitionen und damit ein negatives Ergebnis“ vorgesehen. „Vor diesem Hintergrund sind Gewinne und eine Rückzahlung der gewährten Darlehen nicht vor 2019 geplant.“

Anfang 2016 sicherte sich Cashboard dann eine Finanzierung über drei Millionen Euro in Form einer Wandelanleihe. Der Londoner Fintech-VC Digital Space Ventures führte die Runde an, ebenfalls beteiligt haben sich die Alt-Investoren EarlybirdMakers, 500 Startups und der Schweizer Frühphasen-Investor Redalpine. Die Wandelanleihe wurde im November vergangenen Jahres in Anteile gewandelt, zu dem Zeitpunkt gab Cashboard das Investment auch erst offiziell bekannt. 

Zuletzt gab das Startup an, deutlich mehr als 10.000 Nutzer zu haben. Die Kundenzahl wachse außerdem um 10 bis 20 Prozent monatlich.

Sollte Cashboard die Rettung gelingen, wird es dennoch in der Zukunft nicht einfacher auf dem Markt der Robo-Advisor. Abgesehen von Cashboard versuchen sich mittlerweile verschiedene deutsche Startups wie Liqid, Easyfolio, Ginmon und Scalable Capital an der Vermögensanlage.

Bild: Cashboard