Cashboard

Die Cashboard-Gründer André Holdschick, Stephan Henker, Robert Henker und Marius Schulze (von links).

Geldanlage, ETFs, Immobilienfonds – lange Zeit war das nur etwas für Börsen-Experten. Startups wie Cashboard wollen das einfacher machen und jedem den barrierefreien Zugang zu Finanzprodukten ermöglichen. Das Prinzip: Nutzer legen Geld online an und wählen zwischen unterschiedlich riskanten Anlagestrategien. Algorithmen stellen dann das passende Finanzprodukt zusammen, das die Nutzer individualisieren können.

Nun haben die Gründer André Holdschick, Stephan Henker, Robert Henker und Marius Schulze selbst einen größeren Haufen Cash für sich aushandeln können. Cashboard hat im Rahmen einer Serie-A-Finanzierung drei Millionen Euro an Wagniskapital eingesammelt. Lead-Investor ist Digital Space Ventures, ein Londoner VC mit Fokus auf Fintech. Ebenfalls beteiligt sind die Alt-Investoren Earlybird, Makers, 500 Startups und der Schweizer Early-Stage-Investor Redalpine.

Auf dem Markt der Vermögensanlage sind bereits Startups wie Liqid, Easyfolio, Ginmon und Scalable aktiv. Cashboard bietet nach eigenen Angaben aber als einziger Robo-Advisor diverse, individualisierte Finanzprodukte wie Tages- und Festgeld, ETFs und Crowdfunding an und konzentriert sich nicht nur auf vermögende Sparer. Über 6.500 solcher Anlage-Optionen sind es derzeit nach Unternehmensangaben. 2016 sind wegen schwächelnder Aktienkurse und magerer Zinsen besonders Immobilienfonds beliebt, sagt CEO Robert Henker. Rund 20 Prozent des Kapitals würden Kunden in alternative Angebote stecken, die nicht an Aktien gebunden sind.

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Zugleich garantiert das Startup zwei Prozent Verzinsung im Jahr, solange die Anlagen unter 10.000 Euro liegen. Das Geld holt sich Cashboard durch Provisionen der Anlage-Fonds zurück, in die das Startup das Geld seiner Kunden investiert. Bezahlen muss der Kunde zudem nur, sobald Gewinne anfallen. Zehn Prozent Erfolgsbeteiligung verlangt Cashboard.

Mit dem neuen Kapital wollen die Gründer international expandieren. Besonders Märkte in Asien und im Mittleren Osten haben sie dabei im Blick. „Wir haben Kunden, die sich bereits angemeldet haben, obwohl wir weder in ihrer Sprache noch in ihren Heimatländern aktiv sind“, sagt Henker. „In diesen Ländern ist das Thema Online-Anlage viel prominenter als bei uns. Trotzdem gibt es weniger Anbieter.“

In den deutschsprachigen Heimatmärkten zähle Cashboard am Anfang des Jahres 10.000 aktive Nutzer, sagt CEO Henker. Neuere Zahlen wolle er nicht nennen. Nur so viel: „Unsere Kundenzahl ist deutlich über 10.000 und wächst derzeit um zehn bis 20 Prozent pro Monat.“ Über 60 Prozent der Nutzer, die den Dienst ausprobieren, würden später das investierte Geld aufstocken, so der Gründer.

Erst im vergangenen Jahr hatte das Startup Anteile zurückgekauft, für die es in einer Crowdfunding-Kampagne 2012 und 2013 450.000 Euro eingenommen hatte. 70 Prozent der Crowd-Investoren akzeptierten das damalige Angebot. Der Rückkauf kostete Cashboard 500.000 Euro.

Bild: Cashboard