cashpresso Gruender - Daniel Strieder, Michael Handler, Jorg Skornschek

Die Cashpresso-Macher: Jörg Skornschek, Daniel Strieder und Michael Handler (von links)

Die Fintech-Szene bekommt Zuwachs – und zwar aus Österreich: Seit vergangener Woche ist der Wiener Kreditvermittler Cashpresso online.

Über die Homepage oder die App des Startups können Kunden ein kostenloses Onlinekonto eröffnen und sich bis zu 1.500 Euro als Kredit leihen. Das Startup kooperiert dazu mit der Deutschen Handelsbank, welche die Kredite vergibt und finanziert. Jeden Monat fällt eine Rückzahlung von drei Prozent oder mindestens zehn Euro an. Pro Jahr wird ein effektiver Zinssatz in einer Höhe von knapp zehn Prozent fällig, was laut Stiftung Warentest der Durchschnitt für Dispokredite ist.

Ein Gang in eine Bankfiliale fällt bei Cashpresso weg: Per Video muss sich der Kunde identifizieren, der Kreditvertrag wird per qualifizierter elektronischer Signatur abgeschlossen. Das Startup wirbt damit, besonders schnell zu sein: „Nur 10 Minuten von der Anmeldung bis zur Auszahlung“, heißt es auf der Homepage. Einen weiteren Vorteil, den Caspresso bieten will: Kunden erführen innerhalb von Sekunden nach der Anmeldung, ob sie überhaupt für einen Kredit infrage kommen.

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Dabei sei für die Kreditvergabe allein die Bonität entscheidend. Auskunft darüber holt sich das Startup zum Beispiel über Schufa oder Deltavista. So gehen auch die meisten Banken vor. Einige achten aber zusätzlich darauf, ob die Kreditnehmer auch über ein regelmäßiges Einkommen verfügen.

Die Ausfallwahrscheinlichkeit ist noch unklar

Die Zielgruppe von Cashpresso sind laut Mitgründer Daniel Strieder unter anderem junge, Internet-affine Menschen, die bei ihrer Hausbank keinen Dispokredit oder eine Kreditkarte bekommen. Diese will das Startup als nächstes Produkt einführen. Die Ausfallwahrscheinlichkeit sei noch schwer einzuschätzen, so Strieder, da es noch „keine Live-Erfahrungswerte“ gebe.

Den Gründern Strieder, Jörg Skornschek und Michael Handler kam die Idee, als sie gemeinsam Payolution leiteten, einen Bezahldienstanbieter für Händler. Sie fanden, dass die Online-Vergabe von Krediten viel zu umständlich und langsam ablaufe. Die drei kündigten und gründeten im Sommer 2015 das eigene Startup.

Für die Umsetzung bekam Cashpresso dann schnell namhafte Unterstützung aus der österreichischen Startup-Szene. Bereits Anfang dieses Jahres investierten die Runtastic-Gründer Florian Gschwandtner, Alfred Luger, René Giretzlehner und Christian Kaar in das Unternehmen hinter Cashpresso, die Holding Credi2. Auch die Business Angels Hansi Hansmann und Stefan Kalteis sowie der VC Speedinvest beteiligten sich an der Runde. Insgesamt flossen 700.000 Euro in das Startup, die Investoren übernahmen 25 Prozent der Firmenanteile.

Für Mitgründer Daniel Strieder soll Cashpresso ein Vermittler zwischen Kunden und Bank bleiben, ins Bankgeschäft einsteigen möchte er nicht: „Wir wollen Kunden überzeugen und gewinnen und haben keine konkreten Pläne selbst eine Bank zu werden.“

Bilder: Credi2