WEST HOLLYWOOD, CA - JULY 09: A view of the Casper mattresses during Casper's LA celebration at Blind Dragon on July 9, 2015 in West Hollywood, California. (Photo by Rachel Murray/Getty Images for Casper Sleep Inc.)

Die Casper-Matratze verspricht Schlafkomfort für jeden – und kam damit bei Stiftung Warentest ganz gut an.

Sind die Zeiten, in denen jeder Schlaftyp eine andere Matratze braucht, vorbei? Seit Jahren drängen Matratzen-Startups auf den Markt, die eine One-Fits-All-Matratze anbieten: Die Matratzen Joko, Felix und Paul-Paula sind laut Anbieter „die Matratze für alle“, Casper wirbt mit dem Spruch „Deine perfekte Matratze“. Stiftung Warentest hat nun getestet, ob die neuartigen Schaumstoff-Matratzen tatsächlich die traditionellen Anbieter schlagen können.

Im Rennen waren 14 Schaumstoff-Matratzen unterschiedlicher Preisklassen. Neben direkt vertriebenen Matratzen wie Casper und Felix, die es fast nur online zu kaufen gibt, waren auch die Ikea-Matratze Morgedal sowie Matratzen der traditionellen Hersteller wie Tempus, Grafenfels und Diamona dabei.

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Das Ergebnis: Die Casper-Matratze schnitt mit der Note 2,3 am besten ab. Die anderen One-Fits-All-Matratzen Felix (2,7) und Paul-Paula (2,6) waren für Stiftung Warentest nur befriedigend, die Joko-Matratze von Lidl wurde mit einem Ausreichend (3,6) abgefertigt. Das Schlusslicht bildet die Matratze Tempur (4,2) die mit 895 Euro auch mit Abstand die teuerste Matratze im Test war.

Auch Casper ist allerdings alles andere als preiswert: Die kleinste Matratzengröße (90 mal 200 Zentimeter) ist ab 475 Euro zu haben. Stiftung Warentest bemängelte dennoch lediglich einen Punkt: Die Geruchsbelästigung nach dem Auspacken der Matratze empfanden die Experten als zu stark. Punktabzug: Für Casper gab es in der Kategorie nur eine 3,1. Damit ist Casper zwar trotzdem Testsieger in diesem Jahr, Stiftung Warentest empfiehlt jedoch eine andere Matratze zum Kauf: Die 2015 getestete Bodyguard-Matratze von Bett1 erhielt damals die Note 1,8 und ist mit 199 Euro noch um einiges günstiger als ihr Konkurrent aus den USA. 

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Trotzdem wird das Testergebnis dem New Yorker Startup helfen, verstärkt in Deutschland zu expandieren. In der dritten Finanzierungsrunde vor zwei Monaten sammelte das Unternehmen auch dafür 170 Millionen Dollar (umgerechnet 143 Millionen Euro) an frischem Kapital ein. 

Der Test war das erste Mal, dass Stiftung Warentest Casper unter die Lupe nahm. Im Matratzen-Ranking 2016 wurden lediglich die Startup-Matratzen Muun, Emma, Eve, Smood und Bruno getestet, die aber in diesem Jahr nicht mehr mit von der Partie waren. Das Ergebnis im vergangenen Jahr war aber eindeutig:  Drei der Startup-Matratzen mussten sich mit einer Wertung schlechter als 4,0 zufrieden geben, Smood und Bruno wurden mit 2,3 und 2,7 bewertet. 

Bild: Getty Images / Rachel Murray; Hinweis: Der Artikel wurde im Nachhinein ergänzt.