Dann eben eine eigene Flotte – Szene aus Ho-Chi-Minh-Stadt

„Into the wild“, so hat Christian Hardenberg seinen Vortrag genannt. Hardenberg ist CTO von Rocket Internet, der global operierenden Internet-Firmenfabrik aus Berlin. „Global“ ist dabei ernst gemeint: Rocket-Unternehmen sind in mehr als 110 Ländern auf der ganzen Welt aktiv. Und der Inkubator ist stolz darauf, seine Zalando– und Amazon-Klone auch in Schwellen- und Entwicklungsländern ausrollen zu können – anders als viele US-Tech-Riesen, denen das zu kompliziert, zu teuer, als nicht lohnenswert erscheint.

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Klar: Länder in Westafrika, Südostasien oder Lateinamerika können einem westlichen Internetunternehmen als „Wildnis“ erscheinen. Amazon, das betont Hardenberg, hat in 21 Jahren gerade mal 13 Länder erschlossen. Welche Herausforderungen es gibt und wie Rocket vorgeht, wenn ein neues Land für seine E-Commerce-Modelle geknackt werden soll, das hat Hardenberg im Sommer auf dem Tech Open Air erklärt. Inzwischen gibt es die hochspannende Präsentation online als Video.

Der Rocket-Cheftechniker spricht darin am Beispiel Vietnam über Unzulänglichkeiten der Infrastruktur, Probleme mit der Mitarbeitermotivation und über unkonventionelle Lösungen fürs Bezahlen und das Ausliefern von online erworbenen Produkten. Und wehrt sich gegen die alte Copycat-Kritik an Rocket: „Manche Leute sagen, Rocket sei nicht so innovativ, weil wir eher bewährte Geschäftsmodelle machen. Aber ich würde sagen, Rocket ist ziemlich innovativ, weil es an Orte geht, in die sich niemand je zuvor mit dieser Art von Geschäften gewagt hat.“ Auch wenn er dann noch über den südostasiatischen Amazon-Klon Lazada sagt: „Ich muss zugeben, die Seite sieht schon etwas aus wie Amazon.“


Bild: Namensnennung Bestimmte Rechte vorbehalten von Tri Nguyen | P h o t o g r a p h y