Die Gründer von Classic Trader: Torsten Claus, Timo Joost, Christian Plagemann (v.l.n.r)

Historische Fahrzeuge stehen bei Investoren hoch im Kurs. Wer es richtig macht, kann mit dem Kauf und Verkauf von Oldtimern eine Menge Geld verdienen. Der Markt ist dementsprechend groß, bisher gab es aber nur wenige Onlineplattformen, die sich auf historische Fahrzeuge konzentrieren. Das will sich Classic Trader zu Nutze machen – und für An- und Verkäufer in Deutschland und Europa den Handel erleichtern. Immerhin kommt das Unternehmen nach einem Jahr Geschäftsbetrieb laut eigenen Angaben auf ein Handelsvolumen der über die Plattform verkauften Fahrzeuge von rund 170 Millionen Euro.

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Classic Trader hat nun seine erste Finanzierung abgeschlossen um die Plattform weiter auszubauen. Linden Capitals und verschiedene, nicht näher benannte Privatinvestoren versorgen das Unternehmen mit 1,5 Millionen Euro. Das Gründer-Trio Torsten Claus, Timo Joost und Christian Plagemann will das Geld vor allem für die weitere Internationalisierung, den Ausbau des Service-Portfolios und weitere wachstumsrelevante Investitionen nutzen. Beraten wird das Berliner Startup dabei unter anderem von Thomas Andrae, Director bei 3M New Ventures, der einen Sitz um Beirat von Classic Trader erhält.

Das Jungunternehmen will seine Aktivitäten aber auch in anderen Bereichen etablieren, wie Torsten Claus gegenüber Gründerszene exklusiv bestätigte: Man wird die Plattform auch für historische Boote, Flugzeuge, Traktoren und andere Gerätschaften öffnen. Jetzt schon dabei sind klassische Motorräder, die ebenfalls für die Platftform gesucht werden können.

Aktuell sind 5.600 Inserate bei Classic Trader zu finden, im gesamten Jahr waren es 20.000 Anzeigen. Die Marktführer mobile.de und autohaus24.de sind für das Berliner Unternehmen keine große Konkurrenz, weil dort eher Neuwagen und neuere Gebrauchtwagen bis zu einem Alter von 20 Jahren verkauft werden. Historische Fahrzeuge dort zu finden, ist zwar nicht unmöglich, aber schwieriger. Gleichzeitig hat das Unternehmen die Plattform speziell die Fragen der Käufer entworfen, sagt Claus. So wird zum Beispiel die Herkunft eines Autos angezeigt, manchmal wird sogar die Fabrik erwähnt, in der das Fahrzeug meist per Hand vor vielen Jahrzehnten zusammengebaut wurde.

Der gesamte Markt für historische Fahrzeuge hat sich seit den Neunzigerjahren explosionsartig entwickelt. Allein in den letzten vier Jahren sind die durchschnittlichen Preise für klassische britische Fahrzeuge von knapp 60.000 Dollar auf fast 90.000 Dollar angestiegen. Seltene Fahrzeuge aus Deutschland, zum Beispiel ein Mercedes-Benz 280 SE Cabriolet von 1966 werden mit 300.000 Euro bewertet. Insgesamt haben sich hier die Preise in den letzten fünf Jahren mehr als verdoppelt. Neben den Sammlern tummeln sich vor allem auch viele auf dem Markt, die ihr Geld kurzfristig anlegen wollen, da die Renditen zur Zeit besonders hoch sind.

Bild: Classic Trader