cleap offline

Cleap zahlungsunfähig und im Juli offline

Nicht für alle funktioniert das Erfolgsrezept Mobile Payment. Gerade erwischte es die Münsteraner von Cleap, die eine mobile Bezahlplattform mittels QR-Codes realisieren wollten. Seit 2011 existierte Cleap bereits im Beta-Stadium und sollte im Frühjahr dieses Jahres in einer ersten Version deutschen Kunden und Partnern präsentiert werden. Da mittlerweile aber die Mittel fehlen, um das Marketing- und Vertriebs-intensive Geschäftsmodell zu finanzieren, und Verhandlungen mit einem Großinvestor scheiterten, wird das Projekt noch in diesem Monat eingestellt. Gleichzeitig steht die Marke Cleap zum Verkauf.

Im März stellte sich Cleap Gründerszenes Frischlingsfragen. Unter dem Leitspruch „Es gibt Träumer. Es gibt Macher. Wir sind beides.“ setzte sich das Team zum Ziel, eigentlich alles besser als die Konkurrenz machen zu wollen. Jetzt heißt es erst einmal „ausgeträumt und die anderen machen lassen“.

Offener Umgang mit dem Thema Scheitern

Vergleichsweise offen geht das Jungunternehmen dabei mit dem Scheitern des Projekts um. Bereits im Mai verkündete Cleap, dass deren AppClouds GmbH kurz vor der Zahlungsfähigkeit stehe und eine Kapitalspritze zwischen 100.000 und 300.000 Euro nötig sei, um die Zeit bis zum nächsten Großinvestor zu überbrücken. Sicherlich ist dieser Schritt in die Öffentlichkeit eher dem Wunsch nach Kapital geschuldet, dennoch in der deutschen Startupszene eine Seltenheit. Genützt hat es dennoch nichts: Sowohl das Überbrückungsgeld als auch das Großinvestment konnten nicht an Land gezogen werden.

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Auf der Cleap-Webseite, die den Nutzer bis vor Kurzem durch seinen Start-Button begrüßte, prangt nun ein Ausschalten-Knopf. Neben der Selbstreflexion und -ironie steckt dahinter aber noch mehr: AppClouds will in den Köpfen bleiben. Die erlangte Expertise der letzten Monate will das Team nach dem Cleap-Aus an technologisch innovative Startups in Nordrhein-Westfalen, insbesondere im Bereich Apps, weitergeben und bei der Konzeptentwicklung unter die Arme greifen.

„Wir haben unglaublich viel gelernt in den vergangen Monaten und viel Lehrgeld bezahlt. Dies wollen wir anderen Startups im Bereich Apps ersparen und sie an unserer Erfahrung teilhaben lassen”, sagt der zweite Geschäftsführer Johannes Benz. In welcher Form diese Beratung erfolgen soll, lässt AppClouds bisher offen.

Bild: Cleap-Website