Das Ehepaar Chris und Beata Bahr gründete das Hamburger Unternehmen Coffee Bags

Eigentlich lief alles bestens für Beata und Chris Bahr. Die beiden Gründer des Hamburger Startups Coffee Bags pitchten am Dienstag vor den Investoren der Vox-Show „Die Höhle der Löwen“. Das Ehepaar hat einen kompakten, mit Kaffee gefüllten Filter entwickelt, der sich in eine Tasse hängen lässt. Für einen frisch gebrühten Kaffee muss man dann nur noch heißes Wasser über den Filter gießen. Praktisch für die Bahnfahrt, fürs Büro oder für einen spontanen Besucher, der schnell einen Kaffee braucht. 48.000 Coffee Bags wurden schon verkauft. Mit einer neuen Maschine könnten die Gründer noch deutlich mehr produzieren.

150.000 Euro für 20 Prozent der Firmenanteile forderte das Ehepaar Bahr am Dienstagabend von den Löwen. Vural Öger zeigte sich von dem Produkt fasziniert. Er versprach, 150.000 Euro zu investieren – für 33 Prozent der Anteile. Die Gründer stimmten zu – und waren überglücklich.

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Nun hat sich allerdings herausgestellt, dass das Investment nie zustande kam. „Wissen Sie, mit einem Investor ist es wie mit einer Ehe oder einer Beziehung: Man bindet sich langfristig. Nach der Sendung haben wir uns mit Vural Öger getroffen und die Einzelheiten diskutiert. Er hatte einfach andere Vorstellungen als wir“, sagt Beate Bahr in einem Interview mit Wiwo Gründer. „Wir waren uns in vielen Punkten nicht einig. Daraufhin haben wir uns gemeinsam entschieden, dass wir das Investment lieber nicht eingehen.“

Die Bahrs buhlen nun um neue Investoren, um mit dem Geld eine neue Maschine kaufen zu können. Nach der Ausstrahlung seien „Bestellungen im Minutentakt“ eingegangen, so die Gründer. „Ein größeres Investment ist sowohl für uns als auch für den Investor sinnvoller“, gibt sich Chris Bahr überzeugt.

Es ist nicht das erste Mal, dass bei DHDL Deals zwar ausgehandelt wurden, im Nachhinein aber nie zustande kamen – ein weiteres Beispiel ist das Wiener Startup Locca. Kein Wunder: Die Löwen sehen vor der Sendung keinen Business-Plan und müssen sich auf die Aussagen der Gründer im Studio verlassen. Oder man versteht sich dann einfach doch nicht so gut. Soll ja auch vorkommen.

Bild: Vox