Die Gründer und CEOs von Comatch: Christoph Hardt und Jan Schächtele (rechts)

Vor einem Jahr ist Comatch mit einer einfachen Idee gestartet: Warum bringt man nicht freie Berater und Firmen, die Beratungsbedarf haben, auf einer webbasierten Plattform zusammen? Schnell, unkompliziert und günstig. Das Angebot von Comatch scheint verlockend. Denn nach einem Jahr hat das Startup 800 Berater in seiner Datenbank. Elf Vollzeitkräfte arbeiten im Marketing/Sales, als Key-Account-Manager oder Community-Manager. Gerade ist ihr Büro von Mitte nach Prenzlauer Berg in Berlin umgezogen. Atlantic Labs und b-to-v, die sich bereits zuvor an dem Startup beteiligten, haben nun gemeinsam mit Acton Capital Partners vier Millionen Euro in Comatch investiert.

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Die Berater arbeiten auf eigene Rechnung und für einen durchschnittlichen Tagessatz von 1.350 Euro. Zusätzliche 15 Prozent des Honorars nimmt Comatch für die Auswahl, die Betreuung und die Abwicklung. Das sei erheblich preiswerter als bei der Konkurrenz – zwischen 40 und 50 Prozent – sagen die gut gelaunten Gründer Christoph Hardt und Jan Schächtele. Inzwischen sind Berater für mehr als 100 Projekte in zwölf Monaten vermittelt worden. Die durchschnittliche Projektzeit betrug zweieinhalb Monate.

„Richtig Bock auf Arbeit“

Das überragende Thema bei den betreuten Projekten war und ist die Digitalisierung von Prozessen. In den betreuten Firmen soll alles schlanker und effizienter werden. In der Datenbank von Comatch finden sich eher junge Berater. Sie sind im Schnitt 35 Jahre alt „und haben noch richtig Bock auf Arbeit“, sagt Jan Schächtele mit einem Schmunzeln. Drive und Ideen sollen sie haben. Und Lust an der Projektarbeit.

Ziel ist es, dass die Firmen mit einem Anruf den perfekten Berater für ihr Projekt finden. Comatch filtert mit Hilfe von Algoritmen bis zu zehn passende Kandidaten. Dann wird per Hand weiter sortiert, bis am Ende des Prozesses zwei bis vier Berater mit den Firmen zusammengebracht werden. Das scheint laut Comatch schon ganz gut zu klappen. Nach jedem Projekt gibt es ein aufwändiges Feedback. Auf einer Zufriedenheits-Skala von 1 bis 10 liegen die Firmen bei 9,2 und die Berater sogar bei 9,3.

„Perfekt für die Generation Y“

„Für junge Leute, die bis jetzt in klassischen Beraterfirmen gearbeitet haben, ergeben sich außerdem flexiblere Möglichkeiten“, sagt Christoph Hardt. Sie könnten sich ihre Arbeitszeit besser einteilen. Viele von ihnen würden zum Beispiel neben ihrer Beratertätigkeit an ihren eigenen Startups arbeiten. Der Job deckt dann die Kosten der Anfangsphase. „Das passt perfekt zur Generation Y“, sagt Schächtele.

Comatch hat auch weiterhin große Ziele und will in drei bis fünf Jahren der führende Marktplatz für Berater in Europa werden. Bis jetzt konzentriere man sich noch auf die DACH-Region. Doch Länder wie Frankreich oder Großbritannien sind im Visier. In Amsterdam und Kopenhagen gibt es bereits kleine Büros und die Website ist bereits fünfsprachig. Nein, Berater braucht Comatch selber offenbar nicht, um weiter auf Wachstumskurs zu bleiben.

Bild: Comatch