David Rhotert leitet Companisto

Was bedeutet eigentlich der Jobtitel und welche Aufgaben verbergen sich dahinter? In unserer neuen Serie stellen wir euch spannende Jobs der Startup- und Digital-Welt vor. Den Anfang macht eine der wichtigsten Positionen eines jeden Startups, der Chief Executive Officer, kurz CEO.

Der CEO ist der Geschäftsführer und trägt die größte Verantwortung. Er trifft alle wirtschaftlichen Entscheidungen und bestimmt über die strategische Ausrichtung. Natürlich repräsentiert er das Unternehmen auch in der Öffentlichkeit. Dabei hängen seine Aufgaben stark von der Größe des Unternehmens ab: Während er bei einem kleinen Startup an vielen Baustellen anpackt, geht es bei etablierten Unternehmen häufig lediglich darum, die Strategie zu entwickeln und Aufgaben zu delegieren.

David Rhotert (35), CEO und Gründer der Crowdinvesting-Plattform Companisto, erklärt uns, was man als CEO so machen muss – und wie ein typischer Tag bei ihm aussieht.

David, beschreibe für unsere Leser mal deine Aufgaben als CEO?

Die Aufgaben ändern sich im Laufe der Zeit. Anfänglich habe ich alles gemacht, was auch dem Umstand geschuldet war, dass wir zu Beginn zwei Gründer und ein Mitarbeiter waren. Jetzt könnte man meine Rolle eher damit beschreiben, dass ich das 20-köpfige Team dabei unterstütze, dass sie alles machen. Das ist wichtig für die Unternehmensentwicklung. Hört sich nach weniger Arbeit an, ist aber mehr.

Was hast du vorher gemacht und inwiefern bringt dir diese Erfahrung etwas für deine Position als CEO?

Ich bin Rechtsanwalt und habe unter anderem in internationalen Großkanzleien gearbeitet. Strukturiertes Arbeiten unter hohem Zeitdruck war dort überlebensnotwendig. Das ist sicherlich eine Fähigkeit, von der ich – neben der juristischen Expertise – bei meiner Tätigkeit als CEO von Companisto profitiere.

Welche Eigenschaften sollte man mitbringen?

Eine gewisse Hartnäckigkeit, also die Eigenschaft, immer am Ball zu bleiben, ist sicher nicht von Nachteil. Gefragt ist also eher der Marathontyp als der Sprinter. Wenn man es dann noch schafft, die Geschehnisse richtig einzuordnen und von der Einstellung her grundsätzlich eher aus dem halbvollen Glas trinkt, ist man erst einmal gut gerüstet.


So sieht der Arbeitstag von David Rhotert in Bildern aus:

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Auf dem Weg zur Arbeit: „Fahrradfahren ist für mich Freiheit und gibt viel Raum für Gedanken – bis irgendwann der Berliner Winter zu hart zuschlägt.“


Was lernt man erst, wenn man den Job macht?

Dass man mit einer Gründung Prioritäten setzt und als Mensch auch verzichten können muss. Das sollte man vorher auch mal mit seinem Partner und Umfeld besprechen.

Mit wem arbeitest Du zusammen?

Das ist ein wichtiges Stichwort – Gründen ist immer Teamarbeit. Unser Team besteht aus Kollegen aus den Bereichen Legal, Business Analysis und Campaign Management, Design, IT, Übersetzung, Online Marketing, Public Relations, Investor Relations sowie Office Management.

Was ist toll an Deinem Job?

Sehr viel Spaß macht es mir, mit Menschen aus den unterschiedlichsten Disziplinen mit ganz eigenen Perspektiven auf die Dinge zusammenzuarbeiten. Dies ist ein Prozess, der mir immer wieder neue Erkenntnisse bringt.

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Und was nervt dich?

Nerven tut manchmal der eigene Anspruch des maximalen persönlichen Einsatzes für die Unternehmung – besonders, wenn er sich wieder sonntags gedanklich zu Wort meldet.

Willst Du noch etwas loswerden?

Dass ich ein Unternehmen gegründet habe, war reiner Zufall und alles andere als von langer Hand geplant. Der Umstand, dass ich nun ein Unternehmer bin, ist für mich eine Erfüllung. Entrepreneur zu sein, war noch nie so einfach wie heute – wer davon träumt, sollte also nicht lange zögern, sondern lieber machen.

Vielen Dank für das Interview, David.

Bilder: David Rhotert