Cook

Tim Cook sagt, er hätte den besten Job der Welt.

Am 24. August 2011 übergab der sterbenskranke Apple-Chef Steve Jobs die Geschäfte an seinen Nachfolger Tim Cook. Sechs Wochen später war er tot. Fast fünf Jahre und eine Milliarde verkaufte iPhones später zieht Cook in einem langen Interview mit der Washington Post Bilanz. Dabei spricht er auch über seine Fehler, die Zukunft der wertvollsten Firma der Welt, sein Outing als Homosexueller und die Kritik an seiner Geschäftspolitik.

Über die DNA von Apple

„Der Leitstern ist immer gleich geblieben: Wir wollen unglaublich tolle Produkte machen, die die Welt verändern und das Leben unserer Kunden bereichern.“

Über die Veränderungen bei Apple

„Es arbeiten mehr Menschen für Apple. Der Umsatz hat sich vervierfacht. Wir haben die iPhone-Linie verbreitert und durch die Watch sind wir im Medizin- und Wellness-Geschäft.“

Über Smartphones und Computer

„Die Zahl der verkauften PCs sinkt. Der globale Markt für Smartphones steigt. Jede Person weltweit wird ein Smartphone besitzen. Das ist der größte Markt auf der Welt, wenn es um Consumer-Produkte geht.“

Über Künstliche Intelligenz

„Künstliche Intelligenz wird Smartphones noch intelligenter machen. Sie werden zu noch besseren Assistenten als heute. Kein Produkt wird die Smartphones ablösen.“

Über Apples Stärke

„Apple ist die einzige Firma, die Hardware, Software und Services in eine Erfahrung für den Kunden integrieren kann, die ein Aha-Erlebnis auslöst. Diese Stärke können wir auch in anderen Märkten, in denen wir noch nicht sind, ausspielen.“

Über Steve Jobs

„Steve Jobs ist nicht zu ersetzen. Von niemandem. Das habe ich nie als meine Aufgabe gesehen. Der Tag an dem er gestorben ist, war einer der schlimmsten Tage. Ich hatte mich gerade selber überzeugt, dass er zurückkommen würde. Weil er das immer getan hat.“

Über sein Outing als Homosexueller

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„Ich habe viele Mails von jungen Leuten bekommen, die irgendwo im Netz gelesen haben, dass ich homosexuell sei. Und diese Kids waren verstört. Sie sind teilweise von ihren Eltern rausgeschmissen worden, fühlten sich isoliert und deprimiert. Und ich habe gedacht, dass ich etwas für sie tun muss. Das Mindeste, was ich sagen konnte, war, dass man sehr gut in der Welt zurecht kommen und gleichzeitig homosexuell sein kann. Das ist keine Limitierung. Es ist ok. Und es ist ok, ehrlich damit umzugehen. Ich habe das lange geplant. Ein Jahr lang. Was soll ich sagen, wie und wo ich es sagen soll.“

Über seine Ratgeber

„Als es darum ging, Anteilseignern Geld zurück zu geben, dachte ich darüber nach, wer einen Rat geben könnte. Also habe ich Warren Buffett angerufen. Das heißt aber nicht, dass ich immer sage, was Ratgeber sagen.“ Auch Goldman-Sachs-CEO Lloyd Blankfein oder Ex-Präsident Clinton gehören zu seinen Ratgebern.

Über seine Fehler

„Maps war ein Fehler. Heute haben wir ein Produkt, auf das wir stolz sind. Aber wir haben die Ehrlichkeit gehabt, zuzugeben, dass das nicht unsere beste Stunde war und den Mut, die Richtung zu ändern. Der klassische Fehler in großen Firmen ist es, nicht die eigenen Fehler zuzugeben. Das Ego ist zu groß, um zu sagen: ,Ok, wir haben einen Fehler gemacht.‘ Je schneller du das machst, umso besser ist es. Wenn man einfach weiter macht, verliert man Angestellte und Kunden. Außerdem habe ich die falsche Person für den Verkauf angestellt (Dixons CEO John Browett). Er hat kulturell einfach nicht gepasst. Aber wir haben schnell reagiert und darauf bin ich stolz.“

Es ist ein einsamer Job als CEO. Ich will kein Mitleid. Aber du musst realisieren, dass du blinde Flecken hast. Das haben wir alle. Du brauchst Leute um dich herum, die die Dinge erledigen, die du nicht erledigen kannst.

Über den Wettbewerb im Bereich künstlicher Intelligenz

„Wir liefern unsere Geräte seit 2011 mit Siri aus. Ich glaube, die meisten Leute wollen einen persönlichen Assistenten, der immer dabei ist. Egal, ob sie im Büro, zu Hause, auf dem Fußballfeld oder irgendwo dazwischen sind. Wir werden Siri für Drittanbieter öffnen. Also wird man zum Beispiel schon bald seine Fahrgelegenheit mit Uber oder Lyft mit Sprachbefehlen bestellen können. Siri wird immer intelligenter werden und kann sich zum Beispiel auch merken, wo man im Parkhaus sein Auto geparkt hat.“

Über Augmented Reality

„Ich glaube Augmented Reality ist extrem interessant und eine Kerntechnologie. Wir machen hier eine ganze Reihe von Dingen – allerdings unsichtbar hinter dem Vorhang.“

Über das Apple-Auto

„Ich kann dazu nichts sagen, weil wir noch nichts offiziell angekündigt haben. Die Leute lieben Überraschungen. Wir haben davon nicht mehr genug in unseren Leben.“

Über die Produkte von Apple

„Wir können jedes Produkt von Apple auf diesen Tische legen. Das ist ein gutes Zeichen, weil wir fokussiert bleiben. Das ist eine gute Sache. Das werden wir nicht ändern.“

Über seine Unternehmensführung

Ich habe den besten Job der Welt. Ich denke in drei Kategorien: Menschen, Strategie, Execution. Jeden Tag entscheide ich, in welchen Bereich ich meine Zeit investiere. Die wichtigste Kategorie sind Menschen. Wenn du das nicht hinbekommst, dann funktionieren auch die anderen Bereiche nicht.

Foto: Namensnennung Bestimmte Rechte vorbehalten von Abode of Chaos