Guttenberg

Karl-Theodor zu Guttenberg betonte zuletzt mehrfach, dass er kein Interesse an einer Rückkehr in die Politik hätte

Bis jetzt hört man nichts. Gar nichts. Wo genau hat Karl-Theodor zu Guttenberg mit seiner Investmentfirma Spitzberg Partners eigentlich investiert? Schweigen im Walde. Niemand in der Szene hat etwas gehört. Zu Guttenberg selber möchte zu dem Thema nichts sagen. Klar. Man redet nicht öffentlich über Geschäftsgeheimnisse. Das sei so üblich, heißt es auch von Guttenbergs Geschäftsführer Dr. Ulf Gartzke zu den Vorwürfen, die in der Berliner Morgenpost erhoben wurden. Doch jetzt hat Gründerszene ein Startup gefunden, das Kontakt mit Spitzberg Partners hatte. Die Zusammenarbeit lief allerdings nicht besonders glücklich und wirft kein gutes Licht auf die Geschäftsgebaren von zu Guttenbergs Firma.

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Ausgerechnet das zunächst viel gehypte und dann insolvent gegangene Fintech-Startup Cookies wollte im Sommer 2015 die Möglichkeit einer Zusammenarbeit mit Spitzberg Partners ausloten. Es gab einen regen Mailverkehr zwischen New York und Berlin. Die Kooperation stellte sich allerdings als schwieriger heraus als erwartet. Spitzberg-Geschäftsführer Gartzke erwähnte damals laut Cookies-Gründungsinvestor Ehssan Dariani zwar in jedem zweiten Satz den Namen „zu Guttenberg“. Doch zu einem direkten Kontakt zwischen Cookies und zu Guttenberg sei es nie gekommen. Stattdessen musste sich Cookies immer wieder vertrösten lassen.

Kein Intro zu KTG, obwohl mit seinem Namen geworben wird

Über den Kontakt mit dem Guttenberg-Geschäftsführer sagt Dariani, der mit den anderen Cookies-Geschäftsführern sowohl bei Emails als auch Calls eingebunden war, gegenüber Gründerszene: „Dieser Ulf druckste herum, nannte nichts konkretes, ignorierte Fragen und es kam nicht einmal zu einer Email-Intro zu KTG, obwohl er mit KTG in Calls als Investor stets geworben hatte.“ Es scheint auch so, dass normale Abläufe bei einem anvisierten Investment von Spitzberg nicht eingehalten wurden. 

Normalerweise prüfen Startups sehr genau, wen sie als Investor ins Boot holen. Weil es sich immerhin um künftige Gesellschafter handelt. Dieses ansonsten übliche Vorgehen (Due Dilligence) stellte sich aber bei Spitzberg als schwierig heraus: „Unsere Prüfung von KTG und Spitzberg war nicht möglich: Anders als alle anderen VCs und Angels, die mir seit 12 Jahren bekannt sind, wollten sie uns keine Firmen aus ihrem globalen Portfolio nennen. Der obligatorische Backgroundcheck und das Einholen von Referenzen über KTG bei anderen Startups war nicht möglich. Solch eine gegenseitige Due Dilligence ist gängige und nötige Best Practice für jedes vernünftige Startup: Das sollte auch KTG wissen, oder?“, erzählt der Gründungsinvestor.

„Bitte verschwenden wir nicht weiter unsere Zeit“

Cookies wurde damals offenbar über Wochen vertröstet und hingehalten. Am Ende brach der Kontakt schließlich ab, ohne dass man sich auf ein gemeinsames Vorgehen geeinigt hatte und ohne, dass ein direkter Kontakt zu zu Guttenberg zustande kam. Insgesamt eine seltsame Erfahrung für die Cookies-Gründer. In einer Mail von Cookies-Investor Ehssan Dariani an Spitzberg, die Gründerszene vorliegt, heißt es schließlich: „Ursprünglich wurde mir gesagt, dass KTG an Investments interessiert sei. Daher kam die Kommunikation überhaupt zustande. Bis heute und Wochen später war er nicht im Stande uns anzurufen. Stattdessen sind zwei bis drei Makler dazwischen geschaltet. … Ein Termsheet macht nur für Investoren Sinn, für die wir uns entschieden haben. Bitte verschwenden wir nicht weiter unsere Zeit.“

Spitzberg Partners wollte sich zu den geschilderten Umständen der Zusammenarbeit mit Cookies nicht äußern. Von Geschäftsführer Gartzke hieß es gegenüber Gründerszene lediglich: „Wir haben uns letztlich Spitzberg-intern dagegen entschieden die Gespräche zu vertiefen, da die Firma nicht in unser Portfolio passte bzw. es offen gesagt auf der persönlichen Ebene keinen ,Fit’ gab.“

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