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Sabrina Rymarowicz, Pressesprecherin von CougarLife

CougarLife: “Nicht nur die große Liebe”

CougarLife (www.cougarlife.de) ist eine Online-Dating-Plattform, die Frauen ab 30 und jüngeren Männern die Möglichkeit bietet, sich kennenzulernen. „Bei uns geht es nicht nur darum, die große Liebe zu finden. Die Plattform soll allen Bedürfnissen Raum geben: Von One-Night-Stand über Affäre bis Beziehung”, sagt Piabo Senior Consultant und Pressesprecherin von CougarLife, Sabrina Rymarowicz, im Interview mit Gründerszene.

Aber warum gerade ab 30? Weil Frauen diesen Alters nach Angaben von CougarLife „in der Blüte ihrer Sexualität stehen“. Sabrina Rymarowicz kann sich mit diesem Lebensstil identifizieren: “Ich falle in die Charakteristika einer typischen Cougar: Anfang 30, finanziell unabhängig, Karriere machend, selbstbestimmt – und nicht in typische Rollenklischees: heiraten, Kinder, Hausfrau, Mutter.” Die Durchschnitts-Cougar ist laut Unternehmensangaben übrigens 39, der Durchschnitts-Toyboy 29.

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Auch wenn beide Begriffe für deutsche Verhältnisse recht sexuell daher kommen, verweist Rymarowicz auf den Ursprung in den USA. Dort ist Cougar ein „fest definierter, etablierter Begriff, zu Deutsch Puma, der eine Frau beschreibt, die auf der Jagd nach jüngeren Männern ist. In Amerika tragen die Frauen den Begriff mit Stolz und sagen: ‚Ja, ich bin eine Cougar.’” Bei souveränen Männern handele es sich im Gegenzug um die „Ironie des Toyboy” – ein Begriff mit einem Augenzwinkern.

Während sich Frauen ab 30 sexuell neu erfinden, tritt beim männlichen Konterpart übrigens das Gegenteil ein. Ein jüngerer Mann hat deshalb die Vorzüge, dass er „das spontane Lebensgefühl, welches die Cougar hat, auch lebt.” Soviel zum gesellschaftlichen Hintergrund der Lebenseinstellung, die hierzulande unter anderem von der Musikerin Nena (53) oder Simone Thomalla (48) vorgelebt wird.

2009 in Kanada gegründet, kann CougarLife weltweit auf 4,5 Millionen Mitglieder in zehn Ländern zurückschauen, ist in drei Sprachen – Deutsch, Englisch und Spanisch – verfügbar, wächst täglich um mehr als 3.000 neue Mitglieder und ist seit dieser Woche auch in der DACH-Region vertreten. Das Verhältnis von Frauen (52 Prozent) zu Männern (48 Prozent) hält sich etwa die Waage. Interessante Randnotiz: Ganze 40 Prozent der Cougar-Frauen auf der Plattform haben sich in den letzten zwölf Monaten scheiden lassen. Zeitunabhängig sind es ganze 51 Prozent.

Zuckerjungs und Co keine Konkurrenz

Trotz Konkurrenz wie Zuckerjungs.de und Co sieht sich CougarLife als erster Spieler auf dem deutschen Markt. „Ich finde es bezeichnend, dass wir in Deutschland englische Begriffe importieren müssen, um diese soziale Tendenz, die es weltweit gibt, zu repräsentieren. Altersvorsprung.de, Zuckerjungs.de und Co repräsentieren überhaupt nichts von einer neuen Lebenseinstellung einer großen Gruppe von selbstbewussten, erfolgreichen Frauen in der Blüte ihres Lebens, die ihre Sexualität selber einfordern. Deshalb sehen wir uns ganz klar als Pioniere in diesem Bereich”, so Rymarowicz.

Ob man sich dennoch vorstellen könne, einen der Mittbewerber einzuverleiben, um den Marktstart in Deutschland zu beschleunigen? Zuallererst wolle man „nicht nur eine nationale, sondern auch internationale Community aufbauen.” Zudem ist man „überzeugt, dass unser Produkt das beste auf der Welt ist und wir in elf Jahren noch nie ein Produkt aufgekauft haben.”

CougarLife gehört wie AshleyMadison (Seitensprung-Portal mit 18,5 Millionen Mitgliedern) zu Avid Life Media. Ein Kanadisches Holding-Unternehmen, das sich auf Dating-Dienste in der Nische spezialisiert hat. Der Grund für diesen Special-Interest-Fokus sind “die bessere Marge und Klasse statt Masse. Leute wollen nicht mehr durch 10.000 Profile klicken, bis sie den Partner finden, der sie interessiert, sondern lieber gleich in eine bestimmte Community.” Zum konkreten Marktpotenzial in Deutschland äußert sich Rymarowicz nicht, redet aber von einem „großen”.

Kontroverses Thema, kontroverse Werbung

„Gerade wenn es Nischen- und zum Teil kontroverse Themen sind, fahren wir sehr gut, wenn wir auch kontroverse, aufmerksamkeitsstarke Kampagnen machen. Mit normaler Werbung gehen Portale wie Zuckerjungs.de und Co einfach unter. Je lauter und aufmerksamkeitsstärker wir sind, desto mehr fangen die Leute damit an, sich mit dem Thema und dem Portal zu befassen”, sagt Sabrina Rymarowicz.

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Zum Unterschied zwischen normaler und kontroverser Werbung äußert sich Rymarowicz verhalten. Nur soviel: „In der kommenden Woche erscheint ein Billboard, welches Aufmerksamkeit erregen wird. Hinzu kommen TV-Kampagnen und im Online-Bereich unter anderem AdWords.”

Wie auch bei AshleyMadison sitzt der größte Teil des Teams von CougarLife in Kanada, in den jeweiligen Ländern kümmern sich nur wenige Country Manager um das Marketing und die Kommunikation des Portals vor Ort.

Abzockvorwürfe und Authentizität der Nutzer

Dating-Dienste im Allgemeinen und auch CougarLifes großer Bruder AshleyMadison im Speziellen haben immer wieder mit Abzock- und Fake-Profil-Vorwürfen zu kämpfen. CougarLife will dies wie folgt lösen: Neben der Möglichkeit der Anmeldung über Facebook, die „einen gewissen Grad an Authentizität bereits mitbringt”, wird jedes hochgeladene Foto und jeder Text geprüft. Damit habe man zwar „keine 100-prozentige Authentizität”, aber man sei „dicht dran”.

Negative Kommentare, wie sie etwa bei AshleyMadison auftauchen, à la „ich wurde abgezockt” oder „alles ist Fake”, stuft Rymarowicz als „nicht repräsentativ ein und von Kommentatoren stammend, die sich auf der Plattform nicht nach der Netiquette verhalten haben und somit verständlicherweise keine Antworten erhielten.”

Bild: Sabrina Rymarowicz