crowdinvesting crowdfunding

Schon mit fünf Euro bei einem Startup einsteigen? Crowdinvesting-Plattformen versprechen genau das – bislang ist der Markt dafür in Deutschland aber noch überschaubar. Laut dem aktuellen Marktreport des Portals Crowdfunding.de wächst das Investment-Volumen jedoch Jahr für Jahr. 2016 erhöhte sich das investierte Kapital demnach um 39 Prozent auf 63,8 Millionen Euro. Das ist im Vergleich zu den vergangenen Jahren eine durchwachsene Bilanz. Der Anstieg des Crowdinvestings variiert seit 2011 stark. 2015 wuchs die angelegte Summe noch um 260 Prozent.

Immobilien beliebter als Startups

Treiber des Wachstums waren 2016 vor allem Crowd-Investments in Immobilien. Während das Engagement bei Unternehmensfinanzierungen stagnierte, legten Kunden rund 93 Prozent mehr Kapital in Immobilien an. Das Segment deckt nun mit einer Jahressumme von 40 Millionen Euro rund 63 Prozent aller Crowd-Investments in Deutschland ab. Größter Anbieter ist mit 53 Prozent Marktanteil Exporo, gefolgt von Zinsland und Zinsbaustein.

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Knapp halb so viel setzten Plattformen für Investments in Unternehmen um. Im vergangenen Jahr wurden laut Report 33 Startups über die Crowd finanziert. Etwa 19 Millionen Euro flossen über Companisto, Seedmatch und vergleichbare Portale. Ob sich das Investment in Startups via Crowdinvesting lohnt, ist jedoch fraglich. Bisher ist die Rendite-Bilanz aller Crowdinvestments in deutsche Startups negativ: 6,1 Millionen Euro sind seit 2011 verbrannt worden. Zuletzt mussten zusätzlich noch drei weitere crowdfinanzierte Startups Insolvenz anmelden. Returbo kostete seine Investoren 1,1 Millionen Euro, Freygeist und TripRebel sammelten einst 1,5 Millionen und 700.000 Euro ein. Ob die Rendite der übrigen Investments die Verluste ausgleicht, steht noch in den Sternen.

Gegenüber Gründerszene widerspricht Marktführer Companisto einer allzu trüben Einschätzung und verweist auf eine steigende Zahl von Finanzierungsrunden. Zudem hätte es 2016 mit Doxter und Foodist zwei Exits gegeben. Bisher seien bei Companisto acht Crowdinvestitionen durch Insolvenzen gescheitert. Die entsprechende Quote von zwölf Prozent sei aber „sehr gut“ für den Venture-Capital-Bereich, so die Crowdinvesting-Plattform.

Bild: Namensnennung Bestimmte Rechte vorbehalten von Scott Cresswell