Crowdinvesting Marketingeffekte

Crowdinvesting-Vorteile gehen über Finanzierung hinaus

Beim Crowdinvesting investiert eine Vielzahl von Mikroinvestoren auf einer Crowdinvesting-Plattform kleinere oder größere Beträge in ein Startup-Unternehmen. Das Unternehmen erhält so von der Crowd das für die weitere Entwicklung benötigte Venture Capital. Im Gegenzug werden die Investoren an Gewinnen, Exiterlösen und der Wertsteigerung des Unternehmens beteiligt.

Erfolgreiche Unternehmen zeichnen sich neben einem guten Angebot immer auch durch ein sehr gutes Marketing aus. Insbesondere gilt dies für junge Unternehmen, denn diese können in aller Regel noch keinen großen und stabilen Kundenstamm vorweisen. Da trifft es sich gut, dass Crowdinvesting die Gewinnung von Kapitalgebern mit einem enormen Marketing-Boost für die crowd-finanzierten Unternehmen verbindet.

Beim Crowdinvesting handelt es sich um „Smart Money“. Das Startup stellt sich einem breiten Publikum vor und steigert hierdurch seinen Bekanntheitsgrad erheblich. Ein über die Crowd finanziertes Startup erhält nicht nur Kapital, sondern vor allem auch Publicity, Marketing und seine eigene Fan-Base, die das Unternehmen schon in der Startphase unterstützt und dem langfristigen Unternehmenserfolg näher bringt. Diese Erkenntnis rückt auch immer mehr in den Fokus der Startups. Nachfolgend ein Überblick, wie Gründungen durch dieses Potenzial profitieren.

Die Ausgangslage

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Ein sehr gutes Produkt ist das beste Marketing. Generell gilt: das beste Marketing ist das Produkt selbst. Denn der Erfolg eines Unternehmens liegt letztlich in der Qualität der gebotenen Leistung. Ist der Käufer nicht zufrieden, wird er nicht zum langfristigen Kunden des Unternehmens. Entscheidungserheblich ist damit immer die Einschätzung des Marktes und nicht die Prognose, oder gar die Vision der Gründer.

Entscheidender Vorteil: der Interessensgleichlauf von Startups und Mikroinvestoren. Geeint durch die Überzeugung vom Geschäftsmodell und das gemeinsame Interesse am Unternehmenserfolg entsteht eine enge Verbindung zwischen Startup und Mikroinvestoren. Sie ziehen fortan am gleichen Strang. Das Finanzierungsmodell Crowdinvesting geht damit weit über die reine Kapitalbeschaffung hinaus. Grundsätzlich lassen sich sechs Marketing-Effekte von Crowdinvesting feststellen:

1. Mikroinvestoren werden selbst zu Kunden

Mikroinvestoren investieren besonders gern in ein Startup, wenn sich ihnen sofort erschließt, dass das Startup ein konkretes Problem löst, einen bestimmten Nutzen oder Mehrwert bietet. Ist ein Investor vom Angebot eines Unternehmens überzeugt, liegt es nahe, dass er auch selbst Kunde wird.

2. Mikroinvestoren geben ehrliches Feedback

Die Mikroinvestoren haben ein starkes Interesse daran, dass das Produkt ihres Startups so reibungslos wie möglich funktioniert. Usability-Checks kosten normalerweise Geld – die Crowd macht das gerne – und umsonst. In der Regel testen sie es vor oder nach ihrem Investment und können daher bereits auf eine eigene Produkterfahrung zurückgreifen. Aufgrund des gleichlaufenden Interesses am Unternehmenserfolg sind die Mikroinvestoren stets motiviert, sich einzubringen.

Hierdurch erhalten Startups neben dem wertvollen Feedback der Zielgruppe die Gelegenheit, das Angebot und Geschäftsmodell laufend an die Marktbedürfnisse anzupassen. Mitunter ist das Feedback sogar statistisch belastbar, weil – je nach Plattform unterschiedlich – sich eine bis zu vierstellige Anzahl von Mikroinvestoren an dem Startup beteiligt.

3. Mikroinvestoren als wertvolle Multiplikatoren

Angetrieben von ihrer Überzeugung und davon, dass sich der Unternehmenserfolg aufgrund ihrer Beteiligung für sie auch finanziell auszahlt, werden die Mikroinvestoren zu wertvollen Multiplikatoren des Startups. Das Unternehmen profitiert unmittelbar von ihrem Einsatz, indem die Mikroinvestoren die Produkte oder die Dienstleistungen des Startups kaufen und Bekannten, Freunden, oder der Familie empfehlen. Erwiesenermaßen vertrauen Menschen ihren Freunden weitaus mehr als klassischer Werbung.

Nicht zufällig sind in den vergangenen Jahren eine Vielzahl von Empfehlungs-Plattformen entstanden, denn Kunden wollen wissen, was andere Kunden von dem Unternehmen halten. Somit lösen beispielsweise fünfhundert überzeugte Mikroinvestoren, die aktiv für ein Startup werben, einen ganz erheblich spürbaren Effekt aus. Fünfhundert Investoren sind zudem fünfhundert weitere Netzwerke für das Unternehmen.

Um den Multiplikatoreffekt zu maximieren, verzichten einige Crowdinvesting-Plattformen bewusst auf eine Mindestinvestitionssumme. Zum einen kann hierdurch jeder Investor sein Risiko selbst bestimmen; schließlich handelt es sich um Venture Capital. Zum anderen kann dadurch tatsächlich jeder mitmachen.

4. Open Innovation – wertvoller Input für Startups

Immer mehr Unternehmen betreiben „Open Innovation“, um sich des kreativen Inputs ihrer Unterstützer zu bedienen und somit ihr Geschäftsmodell durch eine Vielzahl von Ideen zu optimieren. Zumindest versuchen sie es, denn die größte Herausforderung für die Unternehmen besteht genauso wie beim Kundenfeedback darin, die Befragten zur Interaktion zu motivieren.

Kostenintensiv und aufwändig versuchen Unternehmen, konstruktives Feedback ihrer Zielgruppe zu erhalten. Regelmäßig mit bescheidenem Erfolg, denn wenige Menschen haben Zeit und Lust, den Unternehmen die Arbeit abzunehmen. Es fehlt an eigenem Interesse der Befragten, sich Zeit zu nehmen und sich einzubringen.

Anders liegt es beim Crowdinvesting. Durch ihre Beteiligung sind die Mikroinvestoren besonders motiviert. Das Startup kann sich auf seine Mikroinvestoren verlassen und ist nicht wie andere Unternehmen auf den Goodwill der von vielen umworbenen Zielgruppe angewiesen. Mikroinvestoren bringen eigene Ideen ein und machen Vorschläge für neue Funktionen und Angebote.

5. Kampagnen geben PR- und Publicity-Schub

Startups brauchen Aufmerksamkeit – eine Crowdinvesting-Kampagne erzeugt diese. Mittlerweile widmet sich bereits eine kleine Medienlandschaft exklusiv dem Thema Crowdinvesting; und auch Mainstream-Medien greifen das Thema sehr gerne auf. Nicht zuletzt befinden sich unter den Mikroinvestoren oftmals Menschen mit guten Verbindungen zu Medienvertretern. Das Crowdinvesting liefert den Unternehmen eine Story, die sich hervorragend als Türöffner für eine gute Press Coverage eignet.

6. Numbers do count!

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An Crowdinvesting-Runden beteiligen sich regelmäßig mehrere Hundert Mikroinvestoren. Durch den Verzicht auf eine hohe Mindestinvestitionssumme ist die Crowd und damit die Unterstützerbasis des Unternehmens maximal groß und divers. Je mehr Multiplikatoren es gibt und je unterschiedlicher diese sind, desto besser für die Erfolgschancen des Unternehmens.

In einer hohen Beteiligungs- und Investitionsrate liegt ohne Zweifel auch schon ein erster Proof of Concept, denn offensichtlich gibt es eine Nachfrage für das Angebot. Wenn das Beteiligungsmodell der Crowdinvesting-Plattform entsprechend ausgerichtet ist – etwa durch ein Pooling der Mikroinvestoren – entsteht dem Startup trotz der Vielzahl der Mikroinvestoren übrigens nicht einmal ein zusätzlicher Verwaltungsaufwand.

Fazit

Bei Crowdinvesting handelt es sich um „Smart Money“ und je mehr Multiplikatoren ein Startup hat und je unterschiedlicher diese sind, desto besser für die Erfolgschancen des Unternehmens.

Bild: Bestimmte Rechte vorbehalten von National Library of Norway