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Jedes Unternehmen ist einzigartig, Firmen haben unterschiedliche Werte, Leitbilder und Ziele. Aber was wäre, wenn man sie vergleichen und nach Ähnlichkeiten suchen könnte? Gibt es Parallelen zwischen Netflix und Spotify? Was ist mit Asana und Zappos – haben sie eine ähnliche Firmenkultur? Und was kann man für das eigenen Unternehmen aus den Selbstbeschreibungen großer Firmen lernen?

Das zeigen die Culture Codes, eine Sammlung von Richtlinien, die Konzerne wie McDonalds, Etsy oder LinkedIn zu dem Thema herausgegeben haben. Anhand der Angaben lässt sich untersuchen, wie sich die Firmen organisieren und ob und wie sie – jung, alt, groß oder klein – irgendwelche Werte teilen.

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Sicher, solche Dokumente, die von Unternehmen freigegeben werden sind in der Regel werblich formuliert. Aber dennoch geben sie Anhaltspunkte, wie sich die Firmen selbst sehen wollen – und können Gründer inspirieren, die noch auf der Suche sind nach groben Vorgaben für ihr eigenes Unternehmen.

Teilweise erinnern die Culture Codes an Glassdoor, eine Website, auf der Mitarbeiter Einblicke ins eigene Unternehmen geben können. Außerdem erfährt man in den Culture Codes Grundlegendes zur Firma, beispielsweise ihren Standort oder das Datum, an dem sie gegründet wurde. Wenn man sich durch die Beschreibungen klickt kommt man sich ein bisschen vor wie auf Schatzsuche: Man weiß nie, was man findet. Es sind Beispiele wie diese hier:

Asana

Ganze elf Werte schreibt Asana seinen Mitarbeitern vor – und macht es ihnen nicht gerade leicht, sie sich zu merken. Die 46 Folien von Asanas Selbstbeschreibung beginnen mit dem Leitsatz „Helfen Sie der Menschheit, sich zu entfalten, indem Sie Teams helfen, mühelos zusammenzuarbeiten“. Zwei Folien später folgt eine lange Liste der Werte, welche „die Kultur antreiben“: Achtsamkeit, Selbstlosigkeit und Transparenz gehören dazu.

Außergewöhnlich ist bei Asana die Organisation in „Episoden“, also Zeiträume, in denen die Teams auf vordefinierte Ziele hinarbeiten. Diese Episoden enden normalerweise nach einer Woche, dann präsentieren die Mitarbeiter erste Ergebnisse.

Hootsuite

Sagt Euch der Hashtag #BSU etwas? Das Hootsuite-Team weiß, wofür er steht: „Blow Shit Up“, ein Satz, den Gründer Ryan Holmes gerne sagt. Der Hashtag kommt in der Selbstbeschreibung des Unternehmens oft vor und soll die Angestellten daran erinnern, dass die Möglichkeiten unbegrenzt sind und sie sich immer bemühen sollten, Altes mit Neuem, Besserem zu ersetzen.

Bei den Werten predigt Hootsuite seinem Team Bescheidenheit, Leidenschaft für den Erfolg der Kunden und dass es sich in allem, was es tut, dafür einsetzen soll, Dinge zu verbessern. Veränderungen sollen „umarmt“ werden, denn mit ihnen komme das Wachstum, heißt es.

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Spotify

Spotifys Selbstbeschreibung konzentriert sich auf Grundlegendes. Sie liefert Hintergrundinformationen dazu, was Unternehmenskultur ist und was nicht. Spannend wird es bei Folie 61: Hier geht es darum, zu entscheiden, ob eine solche Kultur kaputt ist (beispielsweise wenn Mitarbeitern Aufgaben im Unternehmen egal sind) und wie man sie repariert. Ein interessanter Gedanke dabei: Jedes Unternehmen hat eine Kultur, auch wenn man es vielleicht nicht denkt.

Grammarly

Die Selbstbeschreibung von Grammarly besteht aus sieben kurzen Folien. Zu jedem Wert gibt es ein paar Sätze. Auch hier wird von den Mitarbeitern gefordert, sich an Veränderungen anzupassen – und sie gutzuheißen. Die Angestellten sollen „eine positive, lösungsorientierte Einstellung entwickeln und damit erfolgreich sein“.

Bild: Getty Images / Portra Images