martin blumenau datapine

Martin Blumenau gründete Datapine

Unternehmen sitzen häufig auf einem Schatz von Daten – und wissen es meist nicht einmal. Mit Datapine baut Martin Blumenau an einer Business-Intelligence-Software, die die vorhandenen Daten aus Marketing, Einkauf, Vertrieb oder Finanzen zusammenträgt, auswertet und visualisiert. Bald soll das Tool sogar Aussagen über die Zukunft der Firma treffen können.

Blumenau gründete Datapine gemeinsam mit Jabok Rehermann im September 2012. 40 Mitarbeiter sollen für das Berliner Startup arbeiten. Zu den Kunden zählen Hewlett Packard und BASF. In diesem Jahr will das Unternehmen seinen Umsatz auf einen siebenstelligen Betrag verdreifachen. Man wäre dann profitabel, will aber lieber weiter wachsen und gegebenenfalls Geld über eine Finanzierungsrunde aufnehmen, so Blumenau. Der Gründer im Interview.

Martin, Du hast zuvor bei dem Dienstleistungs-Startup Gigalocal gearbeitet. Wie kam es zur Gründung von Datapine?

Gigalocal war zwar nicht erfolgreich, aber es war eine lehrreiche Zeit. Ich war dort im Bereich Produkt und mein jetziger Mitgründer Jakob im Bereich Finanzen tätig. Unsere gemeinsame Schnittstelle war die Datenbank, weil dort alles zusammenlief. Ich musste immer die IT nach Daten fragen, die davon bereits genervt war. Jakob stellte selber Datenbank-Anfragen und schoss damit häufig die Server ab. So ergab sich die Idee zu Datapine, weil wir es besser machen wollten.

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Was genau macht Datapine?

Wir helfen Unternehmen, ihre Daten besser zu verstehen. Wenn man sich ein ausgewachsenes Unternehmen anschaut, dann gibt es dort unzählige dezentralisierte Daten: Datenbanken, Google Analytics, Social Media oder Excel. Wir führen diese Daten zusammen, damit Unternehmen das große Ganze verstehen. Mit uns müssen Kunden nicht mehr nur auf das Bauchgefühl vertrauen. Hinzu kommt, dass die Hoheit über die Datenbank häufig bei der IT liegt. Das sind aber meist nicht die Personen, die die Daten brauchen, um damit Entscheidungen zu treffen.

Willst Du das Bauchgefühl ersetzen?

Das kann man nicht ersetzen. Die großen Unternehmensentscheidungen bleiben auch weiterhin beim Kunden. Aber jedes Unternehmen versucht, Dinge zu optimieren. Und wir schauen dann, welchen Effekt diese vorgenommenen Optimierungen wirklich haben.

Wie intelligent ist die Software?

Die Software besteht aus mehreren Bestandteilen. Der erste verknüpft die Software mit einer Vielzahl von Datenquellen. Der zweite ist das Analyse-Interface, bei dem der Kunde per Drag and Drop Abfragen zusammenbauen kann. Wir haben Kunden, die damit Betriebsdaten analysieren wie: Welches ist der beste Betrieb? Oder: Wer hat den meisten Umsatz generiert? Der dritte Schritt sind Dashboards, die die Daten visualisieren. Im letzten Schritt weisen wir mit sogenannten Alerts darauf hin, wenn etwas gut oder schlecht läuft. Wir setzen dazu auf künstliche Intelligenz, die Anomalien, also Ausreißer, in den Daten erkennt. Zukünftig wollen wir so auch Vorhersagen über bestimmte Daten treffen können.

Warum sollten sich Kunden dafür entscheiden und nicht für die große US-Konkurrenz wie Tableau?

Für deutsche Unternehmen ist es wichtig, einen deutschen Partner zu haben, der auch lokale Serviceleistungen mit an den Tisch bringt. Zudem entwickeln wir unsere Software sehr schnell weiter. Und die Konkurrenz setzt meist auf die IT-Abteilung, wir wollen die Daten einem weiteren Spektrum zugänglich machen. Und dadurch, dass wir ein deutsches Unternehmen sind, unterliegen wir dem deutschen Datenschutz.

Sie kosten mit 100 bis 600 Euro im Monat weniger als die Konkurrenz aber für ein kleines Unternehmen immer noch viel. Welche Rolle spielt der Preis?

Der Preis spielt im Markt eine verhältnismäßig untergeordnete Rolle. Das hat den Vorteil, dass man eine relativ breite Preisspanne angeben kann, so dass man auch vergleichsweise jungen Unternehmen den Einstieg ermöglicht. Aber selbst wenn der Preis eine Rolle spielen würde, sind wir günstiger als die anderen.

Bild: Datapine