Die Dedrone-Gründer: Ingo Seebach, Jörg Lamprecht und Rene Seeber

Ob zum Pakete oder sogar Menschen transportieren: Weltweit werden die verschiedensten Möglichkeiten für den Einsatz von Drohnen getestet. Auch Privatpersonen finden Gefallen an den Flugobjekten, für 2016 erwartet die US-Luftfahrtbehörde 1,9 Millionen verkaufte zivil genutzte Drohnen.

Gleichzeitig ist klar: Für die unbemannten Flugobjekte braucht es Gesetze. So ist es etwa in Deutschland verboten, in der Nähe von Flughäfen zu fliegen. Dennoch kommt es immer wieder zu Problemen: Vor Kurzem stieß etwa in Los Angeles ein Flugzeug beinahe mit einer Drohe zusammen.

Ein Startup aus Kassel setzt genau hier an. Seit knapp zwei Jahren entwickelt Dedrone Warnsysteme für Drohnen. Dafür schlägt der sogenannte DroneTracker Alarm, sobald ein solches Flugobjekt in den überwachten Bereich eindringt. Innerhalb einer Reichweite von 500 Metern kann die Anlage Drohnen wahrnehmen, mit Hilfe einer Kamera können Bilder und Videos vom Fluggerät gemacht werden.

Mit diesem Konzept hat das Startup einen Nerv getroffen: Zehn Millionen US-Dollar konnte Dedrone nun einsammeln. Den Großteil des Investments steckte der namhafte US-Investor Menlo Ventures in das Unternehmen, aber auch Alt-Investor Target Partners beteiligte sich. Menlo Ventures hat in der Vergangenheit Firmen wie das von Apple aufgekaufte Sprachassistenz-Startup SiriMobilitäts-Riese Uber oder das (zuletzt taumelnde) soziale Netzwerk Tumblr unterstützt.

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Mit dem frischen Geld will Dedrone seine Technologie, aber auch Marketing und Vertrieb ausbauen. Dabei wird ein Teil des Kapitals in die USA fließen. Denn seit Januar dieses Jahres hat das Startup seinen Hauptsitz im kalifornischen San Francisco. Dort betreibt Dedrone bereits seit dem Gründungsjahr 2014 eine Niederlassung. „Für uns war klar, dass wir in die USA gehen müssen, denn dort herrscht eine größere Bereitschaft an interessierten Investoren“, begründete Mitgründer Jörg Lamprecht diese Entscheidung vor rund einem Jahr gegenüber Gründerszene. Der Drohnen-Markt dort sei größer und entwickelter als hierzulande.

Aber: Entwicklung und Produktion bleiben in Kassel, wo die Gründer Lamprecht, Ingo Seebach und Rene Seeber Dedrone starteten. Im Juni 2015 gab es zum ersten Mal Geld für das Trio, schon damals sammelte Dedrone eine große Runde ein. Drei Millionen US-Dollar investierten unter anderem Target Partners und der amerikanische Manager und JouleX-Gründer Tom Noonan. Zu dem Zeitpunkt befand sich das Startup noch in der Beta-Phase.

Im Oktober 2015 schloss das Jungunternehmen diese ab und produziert seitdem für die unterschiedlichsten Kunden: Gefängnisse, Flughäfen, aber auch Stadien kaufen die Technologie von Dedrone, heißt es vom Startup. Überall dort, wo traditionelle Sicherheitsmaßnahmen wie Zäune oder Kameras nicht mehr ausreichen, wird Dedrone gerne eingesetzt.

„Überlegen wir doch mal: Gefängnisse geben Milliarden für Überwachung aus: Hohe Zäune, Stacheldraht, Türme, Wachleute, Kameras. Und dann kommt eine kleine Drohne angeflogen, überwindet ohne Weiteres diese Zäune und lässt eine Waffe in den Innenhof des Gefängnisses fallen. Was dann?“, gab Lamprecht im Gründerszene-Interview zu bedenken. Auch Unternehmen, die sich etwa vor Industriespionage schützen wollten, seien Kunden von Dedrone.

Auch ein anderes deutsches Startup konnte 2016 bereits bekannte Valley-Investoren überzeugen. Im April sammelte das Münchener Startup Konux 7,5 Millionen Dollar unter anderem von Andreas von Bechtolsheim ein, einer der ersten Investoren von Google. Konux stellt intelligente Sensorlösungen für die Industrie her.

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Konux baut Industrie-Hardware und beschwerte sich vor einem Jahr über knausrige deutsche Investoren. Nun holt sich das Startup Geld von den Großen im Valley.

Bild: Dedrone