Delight-VR-Founder

Die Gründer von Delight VR: Andreas Wilhelm, Matthias Wolff, Frederik Maucksch (von links)

Wenn es den fünf Mitarbeitern in ihrem kleinen Büro in Berlin-Kreuzberg mal langweilig wird, greifen sie zu einer der klobigen Brillen: Innerhalb von Sekunden befinden sie sich dann im Weltall und nach ein paar weiteren Klicks in einer Ikea-Küche.

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Es ist ein wichtiger Teil ihres Jobs mit den verschiedenen Virtual-Reality-Brillen und Formaten herumzuspielen. Denn Delight VR will ein zentrales Problem der jungen Technik ausmerzen, das mit der Gerätevielfalt zusammenhängt. „Der VR-Markt ist extrem fragmentiert mit vielen verschiedenen Brillen und dazugehörigen Plattformen“, erklärt Gründer und Geschäftsführer Andreas Wilhelm. Der Player des jungen Startups lässt sich per Code auf Homepages einbinden und die Bilder sind dann mit den unterschiedlichen VR-Brillen abspielbar.

So verwendet beispielsweise die Deutsche Bahn die Technik von Delight VR: Über den Player können sich Bewerber ein 360-Grad-Video aus der Betriebszentrale oder von einer Baustelle ansehen – und so einen besseren Eindruck über ihren zukünftigen Arbeitsplatz gewinnen. Auf dem Smartphone, dem Computer, aber auch auf Brillen wie Oculus Rift oder HTC Vive sind die Rundum-Videos ansehbar. Auch andere VR-Inhalte wie interaktive Rundgänge sind möglich. Im Gegensatz zu Facebook oder Youtube hosten die Unternehmen die Videos selbst.

Hinter dem Webplayer steckt das Unternehmen Xymatics. In den vergangenen Jahren hat das selbstfinanzierte Startup vor allem 3D-Modelle entwickelt. Beispielsweise für Autobauer und die Filmindustrie – dadurch haben sie nun die Entwicklung des VR-Players querfinanziert. Jetzt will das Unternehmen mit der VR-Technik mitwachsen.

16 Millionen Views pro Monat

Ein paar Monate nach dem Start des Players hat das Startup bereits einige große Kunden. Abgesehen von der Bahn verwenden Unternehmen wie Warner Brothers und Ebay die Technik. „Wir sehen den Player als Chance, das Thema Virtual Reality aus einer Nische zu holen“, sagt Raoul Schäkermann, Product Manager von Delight VR. Auch für die Pornoindustrie oder Journalisten bietet der VR-Player ein großes Potential.

Jeden Monat verzeichnet das Berliner Startup insgesamt 16 Millionen Views über den Player. Ein beachtlicher Wert für die junge Technik. Denn bislang ist das Angebot im Netz noch relativ begrenzt. Für die Unternehmen ist die Verwendung des Players kostenlos, für Zusatzdienste wie eine Datenanalyse will das Startup Geld verlangen.

Delight-VR-Interactive-Tour

In 3D durch das Haus navigieren: Wer auf die Punkte klickt, wird in ein nächstes Zimmer katapultiert.

Bild: Delight VR