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Deliveroo bekommt erneut eine enorme Finanzierung: Der britische Konkurrent des deutschen Liefer-Startups Foodora hat in seiner Serie-E-Runde 275 Millionen US-Dollar eingesammelt. Angeführt wird das Investment von Bridgepoint, dem bestehenden Investor DTS Global und General Catalyst. Auch Altinvestor Greenoaks Capital erhöht seine Beteiligung. Die Bewertung liege bei einer Milliarde US-Dollar, schreibt TechCrunch

Bereits vergangenen November hatte das Unternehmen eine hohe Finanzierung über 100 Millionen Dollar erhalten. Seitdem, so gibt das Startup an, sei man um mehr als 400 Prozent gewachsen. Und: Das Unternehmen will in einigen seiner etablierten Märkte bereits profitabel arbeiten.

Das Geschäft von Deliveroo und Foodora gilt als sehr kapitalintensiv. Beide Unternehmen liefern Gerichte für Restaurants ohne eigenen Lieferdienst aus, sie beschäftigen und bezahlen außerdem die Fahrer und kümmern sich um die Technologie hinter den Prozessen.

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Durch die für die Firmen teure Bezahlung der Kuriere hängt Profitabilität stark von einer optimierten Auslastung und den Routen der Fahrer ab. Branchenkenner schätzen, dass jeder Fahrer mindestens drei Fahrten pro Stunde leisten muss, um sich für die Unternehmen zu lohnen. Es ist ein schwieriges Geschäft: Erst vor kurzem musste der belgische Player Take Eat Easy aufgeben, da er keinen Investor mehr fand.

Trotzdem ist der Markt hart umkämpft. Abgesehen von Foodora, hinter welchem der Lieferdienst-Riese Delivery Hero steht, drängt das US-Startup Uber mit seinem Service Uber Eats in den Markt. Schon bald soll der Service auch in Deutschland starten.

Vor diesem Hintergrund ist zu erklären, dass Deliveroo in den vergangenen  Monaten parallel zum Fundraising nach einem potentiellen Käufer Ausschau gehalten haben soll. Dafür habe das britische Startup die Investmentbank Morgan Stanley beauftragt, berichtet TechCrunch. Als mögliche Kaufinteressenten oder Partner habe Morgan Stanley demnach Uber, Delivery Hero, Amazon, Just Eat und Takeaway.com kontaktiert. Die Gespräche hätten aber zu keinem Ergebnis geführt.

Nun macht Deliveroo also eigenständig weiter. Dafür investiert das Unternehmen beispielsweise weiter in sein Business-Angebot RooBox: Mit zusätzlichen Küchen will Deliveroo Restaurants in bestimmten Gebieten unterstützen, damit diese ihre Kapazitäten für Auslieferungen erhöhen können. Einen Lieferservice für Alkohol gibt es mittlerweile ebenfalls. Mit solchen „Innovation im Bereich Food Delivery“ wolle das Startup künftig punkten, lässt sich Gründer Will Shu in einer Mitteilung zitieren.

Deliveroo wurde 2013 von Shu und Greg Orlowski in London gegründet. Inzwischen bietet das Startup seinen Service in 84 Städten in zwölf Ländern an und beschäftigt 6.500 Kuriere.

Bild: ERIC FEFERBERG