Andre-Bajorat-Figo

Figo-Chef André Bajorat, hier beim Momentum-Forum der Deutschen Bank im Juni

Manchmal dauert es eben etwas länger. Nachdem Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel schon vor zwei Jahren mit erhobenem Zeigefinger mehr Gehör für Startups beim Handelsplatzbetreiber eingefordert hat, ist es jetzt soweit: Am 1. März 2017 startet die Deutsche Börse ein neues Segment für kleinere und mittelgroße Wachstumsunternehmen.

Wer jetzt gleich Neuer-Markt-Albträume bekommt – diesmal will die Börse durch viele Kontrollmechanismen sicherstellen, dass nichts schiefgeht. Für die Szene sind das positive Nachrichten, denn was deutsche Startups gegenüber den ausländischen Wettbewerbern häufig zurück hält, ist die oft relativ dünne Kapitaldecke.

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Aber auch sonst scheint man beim Frankfurter Handelsplatzbetreiber Startups in diesem Jahr für sich entdeckt zu haben. Nicht nur baut die Deutsche Börse einen Finance-Hub in der Bankenmetropole auf und vernetzt junge Unternehmen und Investoren. Sie lässt auch selbst Taten sprechen. Beziehungsweise die eigene Geldbörse: Das Unternehmen beteiligt sich nun am Hamburger Fintech-Startup Figo mit einem siebenstelligen Betrag. Insgesamt 6,8 Millionen Euro bekommt das von André Bajorat geführte Jungunternehmen in der Finanzierungsrunde. Außer DB1 Ventures, dem Investmentarm der Börse, nahmen mehrere Business Angels an der Serie-B-Runde teil.

Figo richtet sein Angebot anders als Startups wie N26 oder Avuba nicht direkt an Endkunden, sondern an andere Zahlungsanbieter und Finanzinstitutionen. Wer ein paar Buzzwords braucht: Als Banking Service Provider fokussiere man sich auf die eigene „Banking-as-a-Service“-Plattform. Die soll nicht nur die Einbindung von Finanzdaten aus mehr als 3.000 Quellen ermöglichen, sondern auch Schnittstelle zu einer ganzen Reihe von weiteren Angeboten Dritter sein, die über die Figo-Plattform miteinander verknüpft sind.

Wer da Parallelen zwischen der Technologie des Startups und der Plattform-Ausrichtung der Deutschen Börse sieht, dürfte wohl erkannt haben, warum der Marktbetreiber „an den Innovationen partizipieren“ will, die Figo vorantreiben will.

Bild: Momentum / Deutsche Bank