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Nicht nur für die deutsche Community: das German Haus.

Deutschlands Präsenz bei der „South by Southwest“ (SXSW) in Austin, Texas, ist dieses Jahr so spürbar wie noch nie. Seit 2013 versammelt die Initiative Musik im eigenen „German Haus“ heimische Musik-Acts und Startups bei einem mehrtägigen Event, das sich den Bereichen Interactive, Musik und Film widmet. Die diesjährige Location, die Musikbar „Barracuda“, ist laut Sprecher Michael Wallies von Initiative Musik die bisher größte seitdem der Verband mit Partnern aus Kultur und Wirtschaft zu der internationalen Konferenz reist. Vom 11. bis 15. März versammeln sich rund 950 Delegierte. Darunter sind 30 Startups, die mit ihren Pitches vor einer Jury um Preise kämpfen. Zählt man das erweiterte Netzwerk dazu, sind es laut den Organisatoren sogar rund 60 Jungunternehmen, die in Austin nach Partnern und Investoren suchen.  german-haus-sxsw

„Das German Haus soll kein Ort sein, an dem sich nur die deutsche Community versammelt“, sagt Sprecher Wallies. Auch internationale SXSW-Besucher, die sich für den deutschen Markt oder Themen wie Smart Cities und Intelligent Future interessieren, sollen angezogen werden. Am ersten Tag war Daimler-Chef Dieter Zetsche ein Publikumsmagnet, 2.500 Besucher zählten die Veranstalter. Der CEO des Autokonzerns kündigte an, mit Mercedes-Benz auf der Internationalen Automobil-Ausstellung in Frankfurt einen kleinen Ableger der SXSW zu organisieren: Die „me Convention“ ist für 15. bis 17. September im Rahmen der IAA geplant, der Ticketverkauf soll im Frühling starten. In seinem Gespräch betonte Zetsche einmal mehr, dass Daimler sich mit Tech-Konzernen anlegen müsse und die Konkurrenz nicht mehr andere Autobauer seien. 

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Daimler-Chef Dieter Zetsche sprach am ersten Tag im „German Haus“ über vernetzte Mobilität.

Eines der Startups, das auf der Bühne des deutschen Hauses pitchte, schaffte es auch in das Finale des SXSW-Accelerators: Horse Analytics aus Hannover entwickelt ein Wearable für Pferde. Das Gadget wird am Pferdehalfter angebracht und mit einer Smartphone-App verbunden. Dadurch kann das Schlafverhalten und die Leistung des Pferdes gemessen und verbessert werden. Der Akku des Fitness-Trackers hält laut Hose Analytics einen Monat. Den Sieg holte sich das Unternehmen bei dem Wettbewerb am Montag nicht, das Startup hat jedoch bereits an einigen Programmen teilgenommen und sucht jetzt nach Investoren.

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Die Bühne des German Haus wird für Panels, Startup-Pitches und Musikauftritte genutzt.

Die Reeperbahn in Texas

Das „German Haus“ ist nicht die einzige deutsche Präsenz bei der SXSW diese Woche. Die Lufthansa stimmte die Geschäftsreisenden auf dem Flug nach Texas mit Talks im „Flying Lab“ auf die Interactive-Konferenz ein. Die Passagiere konnten VR-Headsets testen und drei Stunden lang Fachvorträge auf dem eigenen Bildschirm verfolgen. Im Ausstellungsbereich der Convention hat Deutschland einen eigenen Stand, und die Veranstalter der Tech Open Air Berlin machten in Austin auf ihrer „Welt-Tournee“ Halt. Die Hamburger Startups haben sich in der Stadt einen „Reeperbahn“-Ableger eingerichtet. Dort gibt es neben kostenlosen Burger auch Inhalte für den Kopf. Montag etwa ließen die „Digital Media Women“ internationale Tech-Frauen Impulsvorträge halten. Jenni Schwanenberg, Innovationsmanagerin bei Mantro, und Sin To von SAP erklärten in einem Streitgespräch, warum Corporate-Unternehmen Startups killen: „Startups sind nicht für Konzernstrukturen geschaffen.“ 

In den kommenden Tagen verbindet das German Haus die Musikbranche mit der Startupszene. Am Dienstag stellten sich Musik-Startups vor. Wir werden weiter für Euch aus Austin berichten.

Bilder: Dan Taylor