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Zinsgold-Gründer Frank Biedka

Im Sommer kündigte Rocket Internet eine Kooperation mit dem börsennotierten Finanzdienstleister Fintech Group aus Frankfurt an. Wenige Monate später steht das erste Projekt: Das gemeinsame Festgeld-Portal Zinsgold startet seinen Service in Deutschland. Die Fintech Group ist dabei kein Gesellschafter, sondern bringt die zum Unternehmen gehörende Biw-Bank als Kooperationspartner ein, der die Kontoführung für Zinsgold-Kunden übernimmt.

Das im September 2016 gegründete Fintech-Startup sitzt in Berlin und wird von Frank Biedka geführt. Biedka ist seit Jahren mit den Samwer-Brüdern verbandelt, er war CTO beim Klingelton-Vertreiber Jamba, bei Rocket Internet und Zalando gehörte er auch zum Management.

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Über Zinsgold können Nutzer Festgeld für einen Zeitraum von ein bis fünf Jahren anlegen, die Konten laufen über die Biw-Bank. Bei einer Investition von 10.000 Euro über fünf Jahre bietet Zinsgold 1,35 Prozent Zinsen jährlich. Laut einem Unternehmenssprecher sind für Zinsgold keine weiteren Partnerbanken geplant, die Zusammenarbeit mit der Biw-Bank sei exklusiv.

Damit liegt das Portal leicht über den Angeboten seiner Wettbewerber: Beim Festgeldvermittler Weltsparen gibt es für 10.000 Euro auf fünf Jahre 1,15 Prozent, bei Savedo 1,21 Prozent. Dafür gibt es bei beiden Anbietern mehr Partnerbanken – vor allem auch aus dem europäischen Ausland, wo deutlich höhere Zinsen als in Deutschland geboten werden.

Die beiden Berliner Unternehmen Savedo und Weltsparen sowie Zinspilot aus Hamburg dürften die härtesten Konkurrenten für Zinsgold sein. Weltsparen ist seit 2013 aktiv und verfügt über fast 32 Millionen US-Dollar Risikokapital, Savedo wurde 2014 aus dem Fintech-Inkubator Finleap ausgegründet und wird von einigen bekannten VCs wie Cherry Ventures unterstützt. Schon seit 2011 gibt es Zinspilot, in das neben Paypal-Gründer Peter Thiel auch der Frankfurter Investor Finlab investiert hat und das im Sommer mit 110 Millionen Euro bewertet wurde.

Rocket Internet hatte bisher mit seinen Fintech-Zöglingen keinen durchschlagenden Erfolg. Paymill meldete Insolvenz an, Payleven und Sumup fusionierten und Zencap wurde an den Wettbewerber Funding Circle abgetreten. Ebenfalls in Konkurrenz zu Funding Circle steht Rockets Spotcap, das zwar in mehreren Ländern aktiv ist und über 60 Millionen Dollar eingesammelt hat. Doch im Gegensatz zum Londoner Startup, das nach eigenen Angaben in sechs Jahren über zwei Milliarden Euro verliehen hat, steht das Rocket-Venture mit verliehenen 50 Millionen innerhalb zwei Jahren noch am Anfang.

Bild: Zinsgold