Der Sprung ins kalte Wasser: Nur ein Viertel der Deutschen kann sich vorstellen, ein Unternehmen zu gründen.

Nur die Slowaken sind noch weniger unternehmungslustig

Kann Selbstständigkeit gelehrt werden? Oder wird man als Unternehmer geboren? Das US-Unternehmen Amway hat in seinem Global Entrepreneuship Report (AGER) das Thema Selbstständigkeit unter die Lupe genommen. Knapp 44.000 Männder und Frauen wurden dazu in 38 Ländern befragt.

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Drei Viertel der international Befragten gaben an, eine positive Einstellung zur Selbständigkeit zu haben. Ernüchternd: Deutschland bildet im Länder-Vergleich beinahe das Schlusslicht. Hier stehen nur 56 Prozent dem Thema Selbstständigkeit positiv gegenüber. Nur Befragte aus der Slowakei sind mit 55 Prozent noch weniger positiv eingestellt. Ein wenig hoffnungsvoll stimmt dabei nur der Umstand, dass die deutsche Generation Y mit 59 Prozent ein wenig über dem Durchschnitt liegt – sie ist dem Thema Selbstständigkeit damit positiver eingestellt als jede andere Altersgruppe in Deutschland.

Insgesamt kann sich laut Studie nur ein Viertel der Deutschen vorstellen, selbst ein Unternehmen zu gründen. Auch hier liegt die Generation Y mit 32 Prozent zwar über dem Deutschland-Schnitt, wird im weltweiten Vergleich aber weit abgeschlagen: Hier können sich 51 Prozent der jungen Menschen eine Unternehmensgründung vorstellen.

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Als Hauptmotivation für eine mögliche Gründung gab über die Hälfte der deutschen Befragten die Unabhängigkeit von einem Arbeitgeber an. An zweiter Stelle wurde Selbstverwirklichung genannt (43 Prozent). Knapp ein Drittel erhofft sich von einer Gründung zusätzliche Verdienstmöglichkeiten. Für die Generation Y sind die Punkte Unabhängigkeit und Selbstverwirklichung relevanter (61 beziehungsweise 50 Prozent).

Bemerkenswert ist die Zuversicht der Deutschen, dass Unternehmer „gemacht“ werden könnten: Nur 21 Prozent glauben, man müsse zum Unternehmer geboren werden. Drei Viertel gaben an, dass Unternehmertum gelehrt und gelernt werden könne. Damit liegt Deutschland deutlich über dem weltweiten Schnitt (63 Prozent). Nur in China, Mexiko und Norwegen ist man in diesem Punkt noch zuversichtlicher.

Allerdings zeigt sich ein knappes Drittel nicht zufrieden mit dem vorhandenen Angebot an unternehmerischer Ausbildung und nur 9 Prozent haben je ein entsprechendes Angebot wahrgenommen. Auffällig ist, dass man in Deutschland den Schulen eine deutlich weniger tragenden Rolle in der unternehmerischen Ausbildung zuordnet (17 Prozent), als der EU-weite Durchschnitt (38 Prozent). 40 Prozent der Befragten empfinden die deutsche Gesellschaft als gründungsunfreundlich.

Bild: © panthermedia.net /macor