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Westfalenstadion in Dortmund: Topligen-Fußball in Deutschland ist teuer

Fußball-Fans in Deutschland wissen nur zu gut: Wer Spiele der Top-Ligen live im Fernsehen sehen will, muss dafür ordentlich in die Tasche greifen. Ein Bundesliga-Abo beim Pay-TV-Sender Sky kostet im ersten Jahr 20, danach 36 Euro – und das pro Monat.

Dass es auch billiger geht, wissen ebenfalls viele Fans: Sie nutzen zahlreiche Streaming-Seiten im Netz, doch die sind in der Regel illegal. Dann gibt es noch Angebote, bei denen nicht ganz klar ist, wie legal sie sind. Zum Beispiel überträgt das indische Portal Star Sports Bundesliga-Spiele live – zwar mit englischsprachigem Kommentar, dafür für umgerechnet nur zwei Euro pro Monat. Nutzer aus Deutschland müssen via VPN einen Standort in Indien vortäuschen. Dass diese Möglichkeit existiert und wie sie genutzt werden kann, darüber hat ein Nutzer auf dem Schnäppchen-Portal MyDealz geschrieben.

Um diesen Beitrag – und die Frage, wie legal das beschriebene Modell ist – ist nun ein Streit entbrannt: zwischen dem Betreiber des Portals, dem Berliner Startup MyDealz, und der Deutschen Fußball-Liga (DFL) als TV-Rechtevermarkter der Bundesliga-Klubs. Die DFL will, dass MyDealz den betreffenden Beitrag löscht und außerdem die personenbezogenen Daten des Verfassers herausrückt.

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MyDealz aber weigert sich. „Nutzerdaten geben wir nie ohne richterlichen Beschluss und nur an Strafverfolgungsbehörden weiter“, versichert Gründer Fabian Spielberger gegenüber dem Spiegel. Auch den betreffenden Beitrag soll nach dem Willen Spielbergers nicht aus dem Netz genommen werden. Das Startup und sein Anwalt Christian Solmecke argumentieren, dass der Geoblocking-Schutz von Star Sports keine wirksame technische Maßnahme sei, weil er so leicht zu umgehen sei. Auf seiner Seite sieht MyDealz auch das Bundesjustizministerium, das im Zusammenhang mit der Abmahnwelle gegen Redtube-Nutzer erklärte, dass es „das reine Betrachten eines Videostreams nicht für eine Urheberrechtsverletzung“ halte.

Die DFL hingegen sieht sich von der Geoblocking-Umgehung und der Anleitung auf MyDealz in ihrem Urheberrecht verletzt, dem Startup wirft sie vor, seiner Prüfpflicht nach der Störerhaftung nicht nachgekommen zu sein. Nach Gründerszene-Informationen hat der Ligaverband MyDealz erstmals Anfang Oktober schriftlich aufgefordert, binnen einer Woche den Beitrag zu löschen und die Nutzerdaten herauszugeben.

Weil sich MyDealz weigerte, den Forderungen nachzukommen, folgte vor einem Monat die Abmahnung durch einen DFL-Anwalt inklusive zu unterzeichnender Unterlassungserklärung. Wieder ließ das Startup die Frist verstreichen – seither habe es von der DFL nichts mehr gehört, so ein Sprecher gegenüber Gründerszene. Fabian Spielberger findet dennoch: „So fragwürdig und gleichzeitig rabiat ist noch kein Unternehmen vorgegangen.“

Die DFL konnte sich auf Gründerszene-Anfrage bis zum Dienstagmorgen nicht zu dem Vorgang äußern. Ob der Ligaverband überhaupt öffentlich dazu Stellung beziehen würde, sei unklar, da es sich um ein „laufendes Verfahren“ handle, so ein Sprecher. Ob das wiederum bedeutet, dass die DFL weiter gegen MyDealz vorgehen wird und im nächsten Schritt vor Gericht ziehen will, wollte er nicht beantworten.

Bild: Namensnennung Bestimmte Rechte vorbehalten von Peter Fuchs