ArtNight_Portrait_Aimie_quer_Fotograf_FarinaDeutschmann
Hat Artnight gemeinsam mit David Neisinger nach dem Vorbild von PaintNite gegründet: Aimie-Sarah Henze

Wo lernt man neue Menschen kennen? Auf der Arbeit vielleicht, oder im Internet. Wie wäre es beim Malen eines Bildes? Das ist die Vision von Aimie-Sarah Henze, sie hat vor einem Jahr die Onlineplattform Artnight gemeinsam mit David Neisinger gegründet und vermittelt Kunst-Workshops.

Bei Die Höhle der Löwen suchten sie jetzt Geld von den TV-Investoren und konnten den Löwen Georg Kofler überzeugen. Er investierte 150.000 Euro für zehn Prozent am Unternehmen. Einer der Gründe: Artnight starteten Henze und Neisinger nach dem Vorbild von PaintNite aus den USA, das soll zuletzt etwa 70 Millionen Dollar umgesetzt haben.

Aimie, Du bietest Kunst-Workshops in Bars und Restaurants. Euer Ziel ist aber die größte Plattform für kreative Erlebnisse in Europa zu werden. Was genau heißt das?

Das heißt, dass wir mit dem Produkt Malerei in Deutschland, Österreich und der Schweiz expandieren. Im nächsten Jahr kommt Europa, dann nehmen wir auch weitere Erlebnisprodukte mit auf. Malerei ist also nur das erste Erlebnisprodukt, weitere werden folgen.

Was wird folgen? Kannst Du da schon etwas verraten?

Es wird ein kreatives Event sein, das ebenfalls in Bars und Restaurants stattfinden wird, so wie die Artnight.

Ihr denkt sehr groß, steht aber noch relativ am Anfang. Bei der Aufzeichnung von Die Höhle der Löwen verwiest Ihr auf 1.500 verkaufte Tickets und drei Städte, in denen Eure Events stattfinden. Ist das Unternehmen seitdem gewachsen?

Inzwischen sind wir in 26 Städten in ganz Deutschland aktiv, sowie in Wien. Wir haben mittlerweile 65 Künstler, mit denen wir zusammen arbeiten. Die Anzahl der Tickets ist ebenfalls gestiegen.

Bei DHDL meintet Ihr, dass Ihr in diesem Jahr einen Umsatz von einer Million Euro anstrebt. Wie weit seid Ihre von diesem Ziel entfernt?

Wir sind auf einem guten Weg, das Ziel zu erreichen.

Ein wichtiger Umsatztreiber ist wahrscheinlich die Publicity durch DHDL?

Ja, auf jeden Fall. Unsere Strategie der letzten Monate war, in verschiedenen Städten verfügbar zu sein. Und jetzt ist das Ziel für das letzte Quartal, innerhalb der Städte mehr Events anzubieten.

In der Sendung versprach Euch TV-Investor Georg Kofler 150.000 Euro für zehn Prozent am Unternehmen. Kam der Deal letztendlich zustande?

Der Deal kam zustande, wir haben sogar noch einen besseren Deal bekommen, weil wir weitere Business Angels, mit denen wir zuvor bereits in Gesprächen waren, mit aufgenommen haben.

Georg Kofler sagte, dass ihn das Investment vor allem interessiere, weil es ein Thema für Social Media sei. Habt Ihr also in diese Richtung mehr getan?

Ja, Social Media und Facebook sind unsere stärksten Marketing-Kanäle. Da arbeiten wir mit der Firma von Georg Kofler, der Glow Innovations, sehr eng zusammen.

Ihr macht keinen Hehl daraus, dass Ihr eine Kopie des US-Vorbilds PaintNite seid. Wie sieht die Konkurrrenzsituation gerade aus?

Wir sind von Anfang an mit denen in Kontakt, sehen uns daher auch nicht als Hauptkonkurrent. PaintNite hat versucht, in Europa zu expandieren, was aber gescheitert ist. Das Modell aus den USA ist nicht direkt nach Deutschland kopierbar, weil es kulturelle Unterschiede gibt. In den USA wird dabei sehr viel Alkohol konsumiert, in Deutschland funktioniert das nicht. Wir brauchen in Deutschland richtige Künstler, in den USA sind es eher Entertainer.

Strebt Ihr trotzdem den Verkauf an das US-Vorbild an?

Wir sind ein Jahr alt, jetzt schon von einem Exit zu sprechen, wäre zu früh. Wir schließen ihn aber auch nicht aus. Unser erstes Ziel ist es, ein nachhaltiges, erfolgreiches Unternehmen aufzubauen. Über den Exit sprechen wir dann in ein paar Jahren.

Wir kamt Ihr denn dazu, das US-Modell nach Deutschland zu bringen?

Mein Mitgründer David Neisinger war in den USA und ist dort bei einem Date auf das Thema Social Painting gestoßen. Zurück in Deutschland hat er mir davon erzählt, ich war sofort begeistert, habe es selbst getestet, meinen Job gekündigt und wir haben das ganze gegründet.

Während der Show schien es so, als wenn das Interesse der Investoren erst geweckt wurde, als Ihr den großen US-Wettbewerber mit den Millionenumsätzen erwähntet. Findest Du es schade, dass Ihre Leistung weniger wichtig ist, als die des Wettbewerbers?

Ich sehe das nicht negativ. Auch bei Investorengesprächen zuvor ist das Geschäftsmodell immer unterschätzt worden. Die Leute denken, wir würden Malkurse anbieten. Kaum jemand denkt an eine skalierbare Online-Plattform. Deshalb hilft uns das Vorbild, die Aufmerksamkeit für das interessante Geschäftsmodell zu generieren. In der Investorenszene ist es klar von Vorteil, wenn es ein Vorbild gibt, die es bereits seit Jahren erfolgreich machen.

Aimie, danke für das Gespräch.

Bild: Farina Deutschmann