DHDL

Die Löwen schaufeln Eis-Kreationen in sich hinein

Los geht es in der neuesten Folge der „Höhle der Löwen“ mit ordentlich Muskelmasse. ProtectPax-Gründer Pascal Buchen erzählt, wo er seinen Mitgründer Anthony Filipiak getroffen hat: im Fitnessstudio. Das nutzt Vox dafür, ordentlich auf Muskeln und nackte Haut zu zoomen. Was das mit seinem Produkt zu tun hat, wird nicht ganz deutlich. Aber für eine gute Einschaltquote zum Start dürfte es gesorgt haben. Sex sells. Das weiß auch Vox.

Harte Handys und der Hammer

Was die beiden Gründer tatsächlich vorhaben: Sie wollen mit ProtectPax Handyscreens vor Kratzern schützen. Ein flüssiges Glas auf Keramikbasis, das auf die Displays getropft wird, soll gegen Bruchschaden schützen. 100.000 Euro wünschen sich die beiden von den Löwen, 15 Prozent Firmenanteil bieten sie.

Als Beweis wird ein Handy dann vor laufender Kamera mit Hammer und spitzer Schere malträtiert. Spuren sind danach nicht zu sehen, auch wenn die Vox-Kamera eher flüchtig über das Handy filmt. Für die Löwen ist das trotzdem zu gut, um wahr zu sein, vor allem Juror Frank Thelen schaut misstrauisch.

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Bei der Frage nach dem Patent kommen die Gründer dann kurz ins Straucheln – denn das haben sie nicht. Die gleiche Technik wird auch beim US-Militär genutzt. Nach Meinung des Investors Carsten Maschmeyer sind außerdem die Werbe-Versprechungen auf der Verpackung zu hoch gegriffen. Das Produkt sei zu wenig getestet: Er steigt aus. Dafür möchte jetzt Thelen einsteigen – und das gleich mit mehr Geld als gefordert. 150.000 Euro will er lockermachen. Für 20 Prozent Firmenanteile. Auch die Juroren Ralf Dümmel und Judith Williams stehen bereit und bieten den gleichen Deal. Thelen, Dümmel, Williams – drei Löwen werben um die Gründer und die überlegen nicht lange: Der Gemischtwarenhändler gewinnt, Dümmel kriegt den Deal.

Eine heilige Kuh wird geschlachtet

Wenig später tritt ein weiteres Gründer-Paar vor die Kamera. Markus Deibler und Luisa Mentele bauen derzeit in Hamburg neue Eisdielen auf. Während Deibler seine Profi-Schwimmer-Karriere für das Startup an den Nagel gehängt hat, hat Mentele ihr Produkt ganz genau studiert: an der Eis-Universität Università del Gelato im italienischen Bologna.

Zusammen wollen die beiden Gründer nun unter der Marke Luicella’s Eis Mix ein Pulver vertreiben, mit dem jeder zuhause Eissorten mit ungewöhnlichen Extras anrühren kann. Quasi die Fertig-Backmischung für Eis. 10 Prozent ihrer Firma wollen die Gründer für 120.000 Euro abtreten. Um die Löwen anzufüttern, gibt es in der Show Schoko-Orange-Eis und salziges Vanilleeis mit Cookies. Den Löwen gefällt’s.

Maschmeyer will jedoch nicht in „ungesunde Lebensmittel“ investieren und steigt aus. Thelen wiederum kritisiert das Produktdesign: Das Kuh-Maskottchen würde Veganer ausschließen. „Darf ich eure Kuh töten?“, will Thelen wissen und bekommt auch eine Antwort: Für den Löwen wären die Gründer bereit, ihre Kuh zu schlachten. Doch dann grätscht Neu-Löwin Dagmar Wöhrl das erste Mal hinein. Sie will einsteigen. Aber für 25,1 Prozent Firmenanteil zu dem Preis von 120.000 Euro.

Diese Startups traten bei der ersten Folge von DHDL auf

Ein Viertel der Firma, das ist viel. Das weiß auch Frank Thelen und grinst in sich hinein, als die Kamera auf ihn schwenkt. Er unterbietet die Familien-Investorin: 120.000 Euro bietet er, für fünf Prozent weniger als Wöhrl.

Doch auch Dümmel will das Gründer-Paar im Sortiment und bietet das verlangte Geld. Genau wie Dagmar Wöhrl will er 25,1 Prozent. Die Gründer sind sich nicht einig und winden sich. Zu hoch sind die geforderten Anteile. Der Deal droht zu scheitern. „Wenn wir ohne rausgehen, kotze ich im Strahl“, flüstert Deibler seiner Mitgründerin zu. Keiner der Löwen will sein Angebot aufbessern. Dann macht Maschmeyer Druck: „Haben sie eine Entscheidung getroffen?“ Unter Schmerzen entscheiden sich die Gründer: Thelen gewinnt. Und das Kuh-Maskottchen ist damit wohl Geschichte.

Der stärkste Moment der Show

An das Ende setzt Vox die stärkste, emotionalste Geschichte des Tages – und vielleicht sogar der ganzen Show. Gründerin Dindia Gutmann erlitt drei Monate vor der Geburt im Mutterleib einen Schlaganfall. Die Folge: eine halbseitige Lähmung und Gleichgewichtsstörungen. Gehen war für sie nicht möglich, es drohte ein Leben im Rollstuhl. Ihre Mutter Anna Gutmann entwickelte daraufhin zusammen mit ihrer Tochter ein künstliches Gleichgewichtsorgan. Ein Gerät, das in einem Halfter um den Oberkörper getragen wird und das kleine Elektroreize sendet, wenn der Träger umzufallen droht. Seit fünfzehn Jahren arbeiten Mutter und Tochter daran, heute kann Dindia wieder damit gehen.

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Damit auch andere Schlaganfall-Patienten das Gerät namens MoveAid bekommen können, wünschen sich die beiden Gründerinnen 200.000 Euro und bieten 20 Prozent Unternehmensanteile. Das macht Eindruck bei den Löwen. Carsten Maschmeyer berichtet von seinem Großvater und seiner Mutter, die beide an einem Schlaganfall gestorben seien. Und als Anna Gutmann von den ersten Prototypen und Gehversuchen berichtet, verschwinden das erste Mal – zumindest für einen Moment – die Show und ihr Kommerz hinter der berührenden Geschichte der Familie Gutmann.

Doch dann meldet sich die Wirklichkeit zurück: Das Gerät hat noch keine Zulassung. Und fertig entwickelt ist es auch noch nicht. Thelen, Williams und Dümmel steigen aus. Trotzdem ist klar: „Sie werden hier nicht ohne Deal rausgehen“, beruhigt Dümmel die Gründerinnen, „das werden diese fünf Menschen hier nicht zulassen.“ Und so steigen Maschmeyer und Wöhrl ein. Verhandelt wird nicht. Gerade für Carsten Maschmeyer scheint das Investment eine Ehrensache zu sein. „Ob ich mein Geld zurück bekomme, ist mir egal“, sagt Maschmeyer.

Die Deals im Überblick:

  • Die beiden ProtectPax-Gründer wollen Displays retten und wünschen sich 100.000 Euro für 15 Prozent Firmenanteile. Williams, Thelen und Dümmel sind interessiert und bieten 150.000 Euro für 20 Prozent. Die Gründer entscheiden sich für Dümmel.
  • Hearts4Heels-Gründerin Birgit Unger ist erst durch die DHDL-Show zur Unternehmerin geworden. Für 20 Prozent Firmenanteil will sie lediglich 20.000 Euro, um ihre High-Heels-Einlagen auf den Markt zu bringen. Doch keiner der Investoren ist interessiert.
  • Eine Fertig-Backmischung für Eis haben die Gründer von Luicella’s Eis Mix im Angebot. 120.000 Euro benötigen die Gründer, um zu wachsen und bieten 10 Prozent. Drei Löwen sind interessiert, verlangen aber mehr Anteile von der Firma. Am Ende siegt Thelen. 20 Prozent bekommt er.
  • Grills von Otto Wilde sind das vierte Produkt bei der ersten Folge der neuen DHDL-Staffel. Zwei Millionen Euro wollen die Gründer für 20 Prozent der Anteile. Doch die Investoren haben keine Lust: Zu kleine Zielgruppe, zu teueres Gerät und eine zu hohe Bewertung.
  • Die MoveAid-Gründerinnen brauchen 200.000 Euro für die Entwicklung ihres künstlichen Gleichgewichtsorgans. Die Löwen sind von der Geschichte der beiden so gerührt, dass nicht verhandelt wird. Maschmeyer und Wöhrl steigen für 20 Prozent ein.

BILD: VOX