Smoothie-Kostprobe für die DHDL-Löwen: die Gründer Bressem (l.) und Höhn

Smoothie-Kostprobe für die DHDL-Löwen: die Gründer Bressem (l.) und Höhn

Wer weder schwanger ist noch Auto fährt, kommt auf Partys an Alkohol meist nicht vorbei. Bei den Events des Kölner Startups DetoxRebels ist das anders: Hier wird niemand zum Alkoholtrinken verleitet – es gibt nämlich keinen. Auf den Getränkekarten der Partys stehen stattdessen Smoothies, Ingwer-Shots und alkoholfreies Bio-Bier.

Anzeige
Mitgründer Jonas Höhn trinkt eigenen Angaben zufolge nie Alkohol – er verfolge einen „gesunden Lifestyle“, sagt er. Von dem habe er 2011 auch seinen Freund Martin Bressem überzeugen wollen. Nach drei gemeinsamen abstinenten Disko-Besuchen beschlossen die beiden Eventmanager, eine alkoholfreie Partyreihe ins Leben zu rufen. Und weil sie damit, wie Höhn sagt, „gegen gesellschaftliche Standards rebellierten“, nannten sie die Reihe DetoxRebels.

Nichts für „Hipster, Ökos oder Spießer“

Mit der Idee sind die Gründer nicht allein: Sober Sensation aus Berlin veranstaltet ebenfalls drogenfreie Partys. Der größte Unterschied dürfte die Musikauswahl sein: Die Berliner werben mit „Underground DJs“, bei den Feiern der DetoxRebels tanzen die nüchternen Gäste zu Elektropop, RnB und Hip Hop. „Techno oder Rave läuft bei uns nie“, sagt Höhn. Die Zielgruppe des Event-Startups seien „ganz normale Leute. Keine Hipster, Ökos oder Spießer“. Die Partys finden seit 2015 in wechselnden Großstädten donnerstags von 19 bis 23 Uhr statt, sechs Euro kostet der Eintritt. „Drinnen gibt man nochmal circa zehn Euro aus“, so der Veranstalter.

Höhn erklärt, warum sie sich für das eine Extrem entschieden haben – und nicht etwa eine Partyform anbieten, bei der man zwischen einem Smoothie und einem Moscow Mule wählen kann: „Sicher wäre es cool, im normalen Club eine Smoothie-Bar aufzustellen. Aber die Marge ist viel geringer als bei Alkohol“, so der Gründer. Die Kooperation mit Veranstaltern konventioneller Partys sei daher schwierig. Und: „Viele, die auf Partys nüchtern sind, sind irgendwann genervt von alkoholisierten Menschen. Wir bieten ihnen eine Plattform“, sagt Höhn.

Anzeige
Vier Detox-Partys hat das Startup 2017 veranstaltet. Außerdem fanden vier Lifestyle-Workshops statt, bei denen die Gäste beispielsweise Yoga machen können. Über die Veranstaltungen allein erziele DetoxRebels keine Einnahmen, sagt Höhn. Ein weiteres Standbein sei daher der B2B-Bereich, der etwa die Organisation von Smoothie-Kursen für Firmen umfasse. Die Nachfrage danach sei hoch, Ende 2017 werde das Startup 230.000 Euro erwirtschaftet haben, schätzt Höhn.

2018 wollen er und Bressem einen Weltrekord knacken: „Wir planen, die größte Party ohne Alkohol zu feiern“, sagt er. 6.000 Leute müsste er dafür zusammenbringen. Zu entsprechender Popularität könnte der Auftritt bei der Vox-Show Die Höhle der Löwen verhelfen: Hier pitchen die DetoxRebels ihre Geschäftsidee in der Hoffnung auf ein Investment von 200.000 Euro für 15 Prozent der Unternehmensanteile.

MG RTL D / Bernd-Michael Maurer