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sugarshape-dhdl Die Gründerinnen von SugarShape: Laura Gollers und Sabrina Schönborn (r.)

„Mensch bin ich froh, Löwe zu sein“, seufzt Ralf Dümmel. „Je weniger Stoff, desto profitabler“, glaubt Jochen Schweizer. Der Grund für die Kommentare? Zwei Models betreten in Unterwäsche und Satin-Bademantel das TV-Studio von „Die Höhle der Löwen“. In der Vox-Sendung präsentieren Gründer ihre Unternehmen vor fünf Investoren und hoffen auf eine Kapitalspritze.

Die maßgeschneiderte Wäsche kommt von dem Startup SugarShape, das BHs und Badekleidung in 50 verschiedenen Größen fertigen lässt. Damit wollen die Gründerinnen Laura Gollers und Sabrina Schönborn ihren Kundinnen das Leben erleichtern. Denn: Viele Frauen hätten große Schwierigkeiten, passende BHs zu finden.

Mit der Idee finden sie Anklang bei Investorin Judith Williams. „Wie ein Ufo“ fühle man sich bisweilen, wenn die Wäsche nicht passe, so Williams. Verkäufer hätten sie sogar schon zu einem Spezialisten schicken wollen. Auch das Aussehen der Wäsche bewertet Williams positiv: „Was mich überzeugt, ist die Qualität. Sie haben wirklich eine super Qualität.“

Und auch die Marge sieht nicht schlecht aus. Die Gründerinnen geben an, das Bestseller-Modell für etwa 13 Euro einzukaufen und es für knapp 60 Euro wieder zu verkaufen. Mit einem neuen Angebot, der sogenannten Very-Important-Boob-Box, habe man zudem den Nerv der Kundinnen getroffen. Seitdem habe sich das Wachstum stark beschleunigt, jetzt brauche man ein neues Warenlager und mehr Mitarbeiter. 500.000 Euro Kapital wünschen sich Gollers und Schönborn. Im Gegenzug würden sie zehn Prozent der Anteile am Unternehmen abtreten.

Nach einigem Hin und Her machen Judith Williams und Frank Thelen den Schwestern ein Angebot: Sie geben 500.000 Euro, wollen aber 20 Prozent der Unternehmensanteile haben. Nach kurzer Beratung stimmen die Gründerinnen zu: „Wir würden uns tierisch freuen, wenn der Deal zustande kommt“. Gerade mit Frank Thelen und Judith Williams als Investoren ließe sich IT und Fashion bestens vereinen.

Im Nachhinein zeigt sich, dass das Investment nicht zustande gekommen ist. Bis heute finden sich Thelen und Williams nicht unter den Gesellschaftern von SugarShape. Auf Nachfrage heißt es von einem Sprecher von Judith Williams, dass das Startup sowie die Löwen gemeinsam entschieden hätten, von dem geplanten Deal Abstand zu nehmen.

„Die Unternehmensbewertung ist nicht zu hoch“

SugarShape schreibt in einer Mail an Gründerszene: „Zwar ist am Ende der Deal aus der Show so nicht zustande gekommen, aber es gibt bereits Ideen für eine zukünftige Kooperation.“ Man stehe in intensivem Austausch, mit Judith Williams habe man beispielsweise an neuen Produktideen und mit Frank Thelen an der Online-Strategie gearbeitet.

Zu den konkreten Gründen für das Scheitern äußern sich weder das Startup noch die Löwen. Doch die Unternehmensbewertung könnte ein Hindernis gewesen sein. Während sich die Gründerinnen für SugarShape eine Bewertung von fünf Millionen Euro wünschten, handelten Frank Thelen und Judith Williams den Wert in der Sendung auf die Hälfte herunter – auf 2,5 Millionen Euro.

Das Geschäft von SugarShape scheint weiter zu wachsen. Beim Dreh der Show im Frühling dieses Jahres gaben Schönborn und Gollers an, für das gesamte Geschäftsjahr 2016 einen Umsatz von mehr als drei Millionen Euro zu erwarten. Jetzt heißt es auf Nachfrage, man liege weiterhin im Plan, dieses Ziel zu erreichen. Und: „Die Unternehmensbewertung ist nicht zu hoch.“ Tatsächlich finden sich in der Tech-Welt häufig hohe Bewertungen bei noch niedrigen Umsätzen.

Die Schwestern könnten außerhalb des Fernsehstudios einen besseren Deal bekommen haben. Einen neuen Investor habe man bereits, heißt es von SugarShape. Wer das ist, will man noch nicht verraten. Aber er soll helfen, die VIB-Boxen weiterzuentwickeln. Am Ende dieses Jahres soll dann der Break-Even stehen. Der Auftritt bei „Die Höhle der Löwen“ kann in jedem Fall helfen, das zu erreichen.

Das sind die 26 geplatzten DHDL-Deals der ersten beiden Staffeln

Bild: VOX / Bernd-Michael Maurer