Lencke Wischhusen probiert ein Korsett von K&K Pirate Business

Lencke Wischhusen probiert ein Korsett von K&K Pirate Business

Mal wieder mehr Komplimente als Kohle

Auch bei der vorletzten Folge präsentieren sich die Löwen zahmer als in den vorherigen sechs Folgen – knallharte Sprüche und böse Kritik? Fehlanzeige. Stattdessen: Gelächter, Scherze, Komplimente. Die Löwen haben Spaß, die Kandidaten weniger – denn Kohle gibt es für die meisten von ihnen trotzdem nicht. Auch bei der vorletzten Folge bleibt es bei den obligatorischen zwei Investments.

Gleich zu Beginn der Sendung präsentieren Georg Schiffmann und Christina Borensky vom Münchner Startup HipTrips ihre Idee. Sie wollen ausgefallene Themenreisen vertreiben. Im Angebot: Eine „Trennungsreise“ nach einem schmerzlichen Beziehungsaus nach Las Vegas oder der „Extreme Adrenalin“-Trip mit Bungeespringen in Neuseeland. Die Löwen staunen über die Kreativität, doch Reiseveranstalter Vural Öger setzt der anfänglichen Begeisterung ein jähes Ende: „Ganz nette Idee, aber ich sehe da eine Menge Lücken!“ HipTrips bräuchte seiner Meinung nach sehr viel Geld für Werbung und hat gegen große Veranstalter keine Chance. Er erteilt den Gründern eine Absage, der sich Frank Thelen und Judith Williams anschließen. Auch für Lencke Wischhusen sind die zu großen Konkurrenten das Hauptproblem – sie watscht die Münchner mit einem coolen Spruch ab: „Ihr schwimmt da in einem Haifischbecken und im Vergleich seid ihr noch nicht einmal Makrelen. Da werdet ihr ganz schnell aufgefressen.“

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Die Kamera schwenkt auf Jochen Schweizer – er ist die letzte Hoffnung für HipTrips. Auch er driftet in seiner Ansprache in eine Analogie zum Tierreich ab und philosophiert gefühlte fünf Minuten über das Wundertier Hummel, das trotz viel Gewicht fliegen kann. Schweizer glaubt an die HipTrips-Hummel: „Ich möchte Euch in die Luft helfen!“. Öger protestiert, die anderen Löwen können es kaum glauben. Was ist in ihn gefahren? Aber Schweizer bleibt dabei: Statt der gewünschten 15 Prozent bekommt er für 150.000 Euro immerhin 26 Prozent der Anteile. „Ein Riesendeal für Euch!“, ruft der erstaunte Thelen den beiden Gründern zu.

Bei den kommenden Kandidaten bleiben die Deals jedoch aus: Der mobile Fischimbiss von den Kieler Unternehmern Daniel Gieseler und Philip Dornberger ist für die Löwen „kein Geschäft, das skaliert.“ Auch Marina Viefhues aus Köln, die den Hunde-Schlafsack namens SnugglePad entworfen hat und nun auf Bestellung selbst näht, kann in puncto Skalierbarkeit nicht überzeugen: Sie will weiter alleine von zuhause aus produzieren. „Kein Investment-Case!“, meint Schweizer. Nach Absagen von allen Löwen verlässt Viefhues das Studio, beleidigt ruft sie den Löwen zu: „Sie machen einen Fehler!“

Auch Erfinder Jens Schlappkohl-Berlitz aus Neumünster kann mit seiner Holzhackhilfe, mit der sich rückenschonend Holz hacken lässt, nicht punkten. Seit vier Jahren verbreitet er sein Produkt auf Messen, nun will er sich um Ehefrau und Haustiere kümmern. Dabei gibt er offen zu: „Meine Freizeit ist mir zu schade“ und „Ich bin auch überfordert mit diesen geschäftlichen Sachen. Ich kann gar keinen Betrieb aufbauen.“ Sein Patent will er deswegen für 40.000 Euro abtreten – die Löwen versuchen es auf die nette Tour: „Sie haben mein Herz gewonnen!“ oder „Ich würde ja gerne, aber…“ schallt es von der Investoren-Tribüne. Doch es bringt alles nichts: Am Ende geht der 57-jährige leer aus.

Geld für Trucker-Toilette

Die Toilette für unterwegs: Adamus & Evamus

Die Toilette für unterwegs: Adamus & Evamus

Der nächste Kandidat begeistert die Löwen mit soliden Zahlen: 930.000 Euro wird Marc Collinet 2014 voraussichtlich mit seinem Produkten Adamus und Evamus umsetzen. Die Löwen staunen nicht schlecht, das einzige Problem: Hinter den putzigen Namen versteckt sich die „kleinste mobile Toilette der Welt“ – ein auslaufsicherer und geruchshemmender Plastik-Beutel, in den Frau und Mann unterwegs bequem reinpinkeln können. Collinet will für 5 Prozent der Anteile 150.000 Euro. „Ich kann mich mit dem Produkt nicht identifizieren“, wirft Thelen ein und sagt den Deal ab. An Wischhusens Investitionswillen glaubt ohnehin niemand mehr, insofern bleiben noch Öger, Schweizer und Williams. Alle drei zeigen sich begeistert von dem Produkt.

Der gewünschte Deal von Collinet, der einen der professionellsten Pitches der ganzen Staffel hinlegt, kommt allerdings nicht zustande: Die Löwen verhandeln und bekommen schlussendlich 27 Prozent der Anteile für den selben Preis. Öger, Schweizer und Williams zahlen also jeweils 50.000 Euro für 9 Prozent.

Von jetzt an ahnt der Zuschauer schon: Die obligatorischen zwei Deals sind durch – jetzt fließt kein Geld mehr. Und die Show hält sich an das Schema X, die Stimmung bei den Löwen wird allerdings immer ausgelassener. Die aus Feuerwehrschläuchen hergestellten Fetisch-Korsetts probiert die sonst recht bieder gekleidete Wischhusen prompt an und löst so Gelächter bei ihren Mitinvestoren aus. Geld gibt sie wie immer nicht – auch die anderen vier Löwen halten sich zurück. Die Fetisch-Szene ist den Löwen dann doch nicht geheuer.

Coolness – stellenweise zu viel Coolness – demonstrieren die letzten beiden Kandidaten: Jonas und Ruben sind mit ihren 19 Jahren die jüngsten Teilnehmer der Staffel. Mit lässigen Sweatshirts und einem verschmitzten Lächeln wollen sie die Löwen von einem Investment in ihre Ahornsirup-Limonade Bob Barrel überzeugen. 40.000 Euro wollen sie für 20 Prozent einnehmen.

Der Drink schmeckt den Löwen. Das Problem: Die beiden Teenies wollen die Herstellungskosten und die damit verbundene Marge nicht verraten. Jochen Schweizer, der die Jungs gerne unterstützen würde, ist genervt: „Die Höhle der Löwen ist nicht der Ort, wo man um eine Spende bittet.“ Doch keine Einsicht bei Jonas und Ruben, sie bleiben hart – bis sie von allen fünf Löwen ein „Ich bin raus!“ zu hören bekommen. Ein Versuchs war’s wert und Ruben und Jonas sind sich sicher, alles richtig gemacht zu haben: „Wenn wir alles offenlegen, dann brauchen sie auch nicht in uns investieren“, meint Ruben. „Dann hätten wir ihnen ja auch gleich das Rezept verraten. Aber das macht nicht einmal Coca Cola!“.

Diese sieben Startups stellten sich den Löwen in der siebten Folge:

  • Hinter HipTrips steckt das Münchner Paar Christina Borensky und Georg Schiffmann. Die beiden bieten ausgefallene Themenreisen, beispielsweise nach Las Vegas oder Dubai an. Um das Angebot zu professionalisieren, brauchen sie 150.000 Euro und bieten dafür 15 Prozent der Anteile. Vier Löwen steigen aus, Jochen Schweizer will für die geforderte Summe 26 Prozent des Startups. Außerdem soll HipTrips in die Jochen Schweizer Unternehmensgruppe integriert werden. Der Deal kommt zustande.
  • Die Fischbar von Daniel Gieseler und Philip Darnberger aus Kiel soll als mobiler Imbisswagen frische Fischbrötchen zu Kunden in Norddeutschland bringen. Doch genau hier sehen die Löwen das Problem: Ihnen ist das Produkt zu lokal, es lässt sich schlecht skalieren. Die Gründer wollen für 20 Prozent der Anteile 80.000 Euro abgeben, doch sie gehen leer aus.
  • Hundeliebhaberin Marina Viefhues aus Köln will für ihren handgenähten Hundeschlafsack SnugglePad 40.000 Euro bei den Löwen einsammeln, um eine bessere Nähmaschine zu kaufen und Marketing zu machen. 20 Prozent der Anteile will sie dafür abgeben. Doch keiner der Löwen zeigt Interesse.
  • Holz hacken schadet auf die Dauer dem Rücken – das musste Jens Schlappkohl-Berlitz am eigenen Leibe erfahren. Deswegen entwickelte der 57-jährige aus Neumünster eine Holzhack-Manschette, in die sich mehrere Holzstücke stecken und so leichter hacken lassen. Seit vier Jahren vertreibt Schlappkohl-Berlitz sein Produkt auf Messen, nun will er mehr Zeit mit der Familie und den Haustieren verbringen. Für 40.000 Euro bietet er das Produkt inklusive Patent an – bei 7 Prozent Gewinnbeteiligung. Der Familienvater ist den Löwen sympathisch – trotzdem lehnen sie ab.
  • Marc Collinet hat die – wie er behauptet – „kleinste mobile Toilette der Welt“ entworfen: Eine Tüte, in die sowohl Mann als auch Frau unterwegs bequem reinpinkeln kann und die sich anschließend geruchsneutral verschließen lässt, bis der nächste Mülleimer in Sicht ist. Für 150.000 Euro will Collinet 5 Prozent der Anteile abgeben. Williams, Öger und Schweizer sind begeistert, wollen sich aber für den selben Betrag 30 Prozent sichern. Collinet lehnt ab, verhandelt aber weiter. Schlussendlich kommt der Deal zustande. Die drei Löwen investieren insgesamt 27 Prozent der Anteile für 150.000 Euro – Öger, Schweizer und Williams bekommen also jeweils 9 Prozent für 50.000 Euro an der Taschen-Toilette.
  • Kerstin Klockow und Kai Rudat aus Hannover haben K&K Pirate Business gegründet: Aus alten Feuerwehr-Schläuchen  stellen sie Taschen, Armbänder, Schlüsselanhänger – und Korsagen sowie Halsbänder für die Fetisch-Szene her. 80.000 Euro wollen die beiden Frauen für 10 Prozent der Anteile einsammeln. Der Markt ist allen Löwen zu klein, das Produkt zu teuer. Der Deal kommt nicht zustande.
  • Sie sind die bisher jüngsten Teilnehmer bei „Die Höhle der Löwen“: Ruben und Jonas (beide 19) aus Dresden. Inspiriert durch einen Aufenthalt in Kanada, haben die beiden eine Limonade entwickelt, die mit frischem Ahornsirup zubereitet wird. 40.000 Euro für 20 Prozent wollen sie einsammeln. Die Löwen sind entzückt von den mutigen Burschen, die allerdings nicht einmal ihren Herstellungspreis und die daran angeknüpfte Marge nennen wollen. Wegen fehlenden Informationen kommt der Deal nicht zustande.
Bilder: Vox